Zitat von Heffalump: Liebe in dem Zusammenhang schon recht inflationär benutzt wird.
Was für ein wahres Wort!
Für manche, kommt mir vor, ist Liebe ja schon, wenn sie zusammen mal ein Eis essen.
Keine Ahnung, was da heute los ist - aber mir scheint die Liebe in eine Art Funktionalität übergegangen sein, im Sinne, was nützt mir selber am besten. Vielleicht sollte man dafür mal einen anderen, stimmigeren Namen erfinden. Wahrhaft schon reichlich beschämend. Als sei die Liebe an sich überhaupt schon verloren gegangen uud nur noch ein egomanisches Konstrukt, das gleich einmal zerbricht, wenn diese Voraussetzung mal nicht mehr gegeben ist.
Ich habe mal von einer Frau gehört, deren vorübergehender Freund sie gegen die Wand geknalt und dann gevö... hat (zu ihrem Vergnügen). Mag ja, für manche, lustvoll sein, aber ich sehe daran nichts, was mit Liebe zu tun habe sollte.
Dazu müsste man wohl Hölderlin lesen, um zu verstehen, was Liebe eigentlich meint - bis zum Irrsinn, wenn es nicht anders möglich ist. Ein Denkmal der Liebe zusagen, abseits dieses ganzen Liebesgeschwafels, das man heutzutage so zu hören bekommt.
Liebe, nach meinem Verständnis, geht ans Ende der Welt (was übrigens auch viele wertvolle und wertvollste Erfahrungen einbringt wie nicht sonst), und nicht lediglich bis zum nächsten Steinchen, worüber an stolpert. Ist es Liebe, dann hebt man den anderen halt auf, steht ihm bei, bleibt in dieser liebenden Zuneigung.
Wer wäre nicht dann und wann darauf angewiesen? Und was wäre denn die sogenannte Liebe, wenn sie nichts anderes zu tun hat, als sich in solchen Fällen schnellstmöglich aus dem Staub zu machen?
Zum Glück bin ich ja shon jenseits von Gut und Böse und Liebe und ihren Vorspiegelungen - und ich kann nur sagen: Was für ein Glück, was für eine Befreiung! Wenn mich etwas zumindest vorübergehend mehr oder weniger zertört hat, dann eben diese unsinnigen Liebesvormachungen.
Man könnte auch sagen: Ich bin kein Mensch der Halbheiten. Entweder, man macht mit etwas ernst, in welchen Zusammenhängen auch immer, oder man lässt es eben bleiben. Scheint aber heute nicht mehr sehr in zu sein. Sondern offenbar genügt auch eine Art Tinder-Radar, um zu seinem Glück zu kommen und sein Sebstbewusstsein kurzfristig aufzupolieren.