Liebe Chrissi.
es gibt leider mehr Menschen, die das durchgemacht haben, als Du denkst. Ich gehöre auch dazu. Deswegen kann ich viele Deiner Gedanken auch nachvollziehen - und nicht nur ich.
Das erst mal so zwischendurch: Du bist nicht allein!
Zitat von ChrissivD: und dann habe ich wieder Verständnis für ihn. Dann bin ich traurig dass es ihm so schlecht geht und er das durchmachen muss.
Jaaaaaa, da erkenne ich mich auch. Was hatte ich Verständnis! Im Nachhinein ist mir klar, dass er einfach nur ein Vermeider war und sich auf meinem Rücken ein bequemes Leben machen konnte. Ein bißchen Rumjammern - sie hat ja Verständnis!
Zitat von merretich: Du sagst selber Du warst fröhlich, glücklich, unbeschwert.
Das wird er nicht ausgehalten haben.
Das denke ich bei mir auch. Ich war immer gut gelaunt, optimistisch etc. pp - das ist immer weniger geworden. Wie bei dem Lied von lea.
Zitat von Kleeblatt99: Und dann gibt es den Gegenpart, Helfersymdrom, der retten will,der Mitgefühl hat und alles tut um zu helfen und liebe zu bekommen und in die Co Abhängigkeit rutscht,bis zur selbstaufgabe und labilität.
Ich bin auch sehr hilfsbereit und das wird eben auch gern ausgenutzt. Ich bin auch in mehreren Punkten Co-Abhängig gewesen - man selbst merkt es nur meist nicht.
Zitat von ChrissivD: Egal bei was, ich musste die beste sein, damit meine Mutter mich sieht.
Jap, war bei mir genauso. Mit dem Unterschied, dass ich aich die Beste sein konnte, hat trotzdem keinen interessiert. Und ja, genau deswegen denke ich auch heute noch, ich müßte mir Liebe verdienen. Das sind halt Prägungen aus der Kindheit, die man nicht mal eben ablegen kann.
Zitat von merretich: Sie sind IMMER erreichbar.
Leider nein. Wenn das Anrufaufkommen zu hoch ist, kommt man nicht durch. Aber nicht aufgeben, immer wieder Wahlwiederholung!
Zitat von Kleeblatt99: Das ist ein Armutszeugnis für jeden der in einer akuten kriese ist!
Nach meiner toxischen Trennung war ich in einem absoluten Ausnahmezustand (Burn Out, PTBS), aber keine Hilfe in Sicht. Ich hatte ja nicht nur den Partner verloren, sondern auch mein Zuhause. Lebte in einer Ferienwohnung, keine neue Wohnung in Sicht. Genau DANN braucht man Hilfe. Bekommt sie aber meist nicht.
Ich habe zur Überbrückung ein Angebot meines AG annehmen können, das war auch so eine telefonische Hilfe, damals besser als nichts.
Dann Diakonische Dienste. Da kommt man zwar nicht dauerhaft unter, aber ich glaube bis zu 6 Termine kann man da wahr nehmen (kostenlos) und das sind ja auch Psychologen.
Die Therapie hat mir leider nicht geholfen, lief leider blöd bei mir, weil die freien Plätze bei Psychologinnen waren, die dann jeweils in Rente gegangen sind...
Was das angeht wäre noch mächtig Luft nach oben! Gerade was Akutsituationen angeht. Was nützt mir in so einer Ausnahmesituation die Aussicht auf eine Therapie in 6 Monaten?! Da ist ja wie hier der Montag noch viel zu weit weg!
Zitat von alleswirdbesser: Aber love bombing, future faking, fast forwarding und Seelenverwandtschaft werden mich sofort in die Flucht treiben, plus frisch getrennt - = Schmerzgarantie
Bevor ich meinen Ex kennengelernt habe, waren mir diese Wörter auch komplett fremd. Ich habe einfach vertraut.
Ich hoffe wirklich, dass mir das eine Lehre war und nicht wieder in so eine Falle tappe.
Auch wenn es für Dich im Moment nicht vorstellbar ist: es wird besser! Mit jedem Tag ein bißchen!