Zitat von ChrissivD: Seit meiner Trennung von meinem Ex-Mann bin ich froh, wenn ich mit den nötigsten Dingen (wie essen und Schulsachen für meinen Sohn) bis zum Ende des Monats hinkomme.
Oh je, das sind Dinge, die man on top nicht auch noch braucht, weil sie nur zusätzlich belasten. Kenne die Situation von meiner Mutter, nach der Trennung/Scheidung von meinem Vater. Arbeitest du Vollzeit?
Zitat von ChrissivD: Das ist irgendwo auch mein Problem, weil mein AG sehr verständnisvoll war.
Ja, ich verstehe dich. Dass er Verständnis hat ist schon mal gut. Solltest du so annehmen, um dein schlechtes Gewissen zu beruhigen. sch. drauf, was er womöglich wirklich denkt.
Ich habe auch einen sehr guten Draht zu meinem Vorgesetzten, kenne aber auch seine Sprüche, wenn sich mal wieder jemand krank meldet. Da sollte er als Vorgesetzter ein bisschen aufpassen...Ich kann mir schon vorstellen, wie er geredet hat als ich mich krank gemeldet habe, zumal er zu dem Zeitpunkt in den Urlaub gefahren ist. Dass ich dann als seine Stellvertreterin gleichzeitig ausfalle, ist natürlich doof. Aber es scheint, dass es auch ohne mich geklappt hat
Ich denke aber, dass ihm mittlerweile klar ist, dass ich mich nicht aus Jux und Dollerei krank gemeldet habe. Vor ein paar Tagen schrieb er mir eine WhatsApp, in der er mir weiterhin gute Besserung wünsche und wenn er etwas tun könne, solle ich mich melden, er würde dann versuchen, es möglich zu machen.
Ich bin noch total unschlüssig, ob ich mit ihm nach meiner Rückkehr über die Gründe meiner Abwesenheit sprechen soll. Natürlich nicht detailliert, aber in welche Richtung es geht. Momentan tendiere ich noch dazu, vielleicht irgendwas von einer Herzmuskelentzündung oder so zu erzählen.
Ja, ich weiß, ich müsste ihm gar nichts erzählen, aber ich kann momentan noch gar nicht abschätzen, wie ich fit ich mich bei meiner Rückkehr fühlen werde. Aber mal sehen, habe ja noch bis zum 4.10 eine AU, bis dahin kann sich noch viel tun.
Zitat von ChrissivD: Irgendwie hoffe ich halt doch noch, dass er mich liebt und ich fühle mich so beschissen dabei während ich das ausspreche.
Die Hoffnung hat doch jeder, der als Verlassener hier aufschlägt. Die kann man auch nicht per Knopfdruck ausschalten.
Wie geht der Spruch? Manchmal braucht das Herz mehr Zeit, zu akzeptieren, was der Kopf längst weiß.
Bestimmt hat es dir schon jemand gesagt, aber ich denke schon, dass er in dich verliebt war. Wenn auch aus den falschen Motiven. Aber für ihn waren die Gefühle sicher echt - in dem Moment. Und wenn es sich anfühlt wie Verliebtheit, wer hinterfragt sich denn selber, ob die Gefühle wirklich dem Menschen gelten oder der Situation geschuldet sind?
Deswegen finde ich manchmal, dass mit dem, der verlässt zu hart ins Gericht gegangen wird. Ich denke, die Wenigsten wollen dem Partner absichtlich weh tun. Wir sind doch alle nur Menschen und niemand kann sich davon frei sprechen, in Ausnahmesituationen nicht immer richtig zu reagieren. Das gelingt vielleicht Menschen, die so etwas schon hinter sich haben und sehr reflektiert sind. Das scheint aber selten der Fall zu sein. Man muss sich nur im Forum, aber auch im real life umsehen..
Ich persönlich wehre mich auch dagegen, wenn mein Partner als Buhmann abgestempelt wird. Oder das Thema "Warmhalten" aufkommt. Hat mein Ex Fehler gemacht und sich blöd verhalten? Klar. Aber er ist eben auch nur ein Mensch. Warum wird von ihm verlangt, dass er als Verlasser alles richtig macht, sich nicht unsicher sein darf und sich über sein Verhalten nicht unklar sein darf? Wenn es so einfach wäre, würden die meisten Ex-Partner wohl den "fairen" Weg gehen.
Natürlich kommt immer wieder mal Wut auf meinen Ex hoch. Wie konnte er mich 6 Monate hinhalten und dann eine Woche später mit Next anbandeln? War das alles Lüge? Wollte er mich nur warmhalten? Dieses Ar.!
Wenn man sich aber mal die Mühe macht, hinter die Kulissen zu schauen, wird man feststellen, dass auch der, der verlässt, oft in einer emotionalen Ausnahmesituation ist und sich gar nicht darüber im Klaren ist, was er mit dem Hin und Her anrichtet. Ich finde, da darf man auch ein bisschen Gnade walten lassen. Tut auch einem selbst gut. Mir jedenfalls.
Besser als zu glauben, dass das alles nur ein ausgeklügeltes und perfides Spiel von ihm war.
Man sollte sich halt nur immer klar machen, dass egal, was war, jetzt vorbei ist. Was auch immer er gefühlt hat, fühlt er jetzt nicht mehr, sonst wäre er ja noch da. Und immer davon ausgehen, dass das auch nicht zurück kommt. Irgendwann wird es leichter.