Zitat von Fenjal: Für mich ist Sex allerdings nicht gleichbedeutend mit Beziehung, Sex kann völlig losgelöst, einzig und allein dem Spaß dienen und das wird nicht verstanden.
Doch, das wird sehr gut verstanden. Nur nicht jeder sieht es so wie Du. Menschen sind verschieden. Verstehste, oder?
Ich sehe es sogar ähnlich wie Du. Sex KANN völlig losgelöst sein..., muss aber nicht. Sex mit einem Mann, den man liebt und von dem man geliebt wird (unabhängig von der Beziehungsform) ist allerdings am erfüllendsten. Aber das kennst Du nicht.
Zitat von Blind-Meg: Dass beide sich committen wollen, kommt dir gar nicht in den Sinn, oder?
🎯 Oder dass einfach einer den anderen so behandelt, wie er selbst gerne behandelt werden würde?!
Zitat von NurBen: Stimme ich dir leider zu.
Warum leider?
Zitat von whynot60: Was die Liebe betrifft, wird einem vielleicht ellenlang ein völliger Schwachsinn erzählt, auch wenn der runtergehen mag wie Öl, man bekommt dieses und jenes zu hören und noch vor die Tür gelegt usw. - aber dann stellt sich irgendwann heraus, dass es eigentlich um diverse Interessen und Vorteile gegangen ist oder lediglich (im besten Fall) um schönäugige Sympathie, ein bisschen Verliebtheit, ein bisschen Begehren vielleicht, nicht selten um eine bloße Not- und Zwischenlösung, und später dann um nichts weiter mehr als um die Gewohnheit und Bequemlichkeit. Und dann kommt man meinetwegen nach 20 Jahren dahinter: ein halbes Jahr wenigstens wohlwollend beäugt oder benötigt, 19 1/2 Jahre als biologisches Möbelstück in die Ecke gestellt und als gediegener Vollidiot biologisch abbaubar verrottet.
Dieser Liebesbetrug erscheint zumindest mir doch als um Welten hinterhältiger, heimtückischer und zerstörerischer als dieser zumeist ja vollkommen bedeutungslose Sexbetrug und der weitaus bessere und berechtigtere Grund zu Aufregung und Empörung.
Da muss ich Dir rechtgeben. Der aushäusige Sex war nicht mein größtes Problem nach der Affäre meines Ex-Mannes. Eher die Lügen und die Täuschung währenddessen, die Nicht-Kommunikation vorher, das Weglaufen vor Konflikten und Konfrontationen im Alltag.
Auch wenn für mich Sexbetrug nicht völlig bedeutungslos ist. Hier greift "leider" mein Besitzanspruch. Da kann man jetzt drüber diskutieren, ob das gut oder schlecht ist, aber ich bin halt auch nur ein Mensch. Habe ich angeleckt, gehört mir...zumindest, wenn ich mich ernsthaft verliebt habe. Und daher gestehe ich das selbe meinem Partner zu und habe keinen Sex mit anderen, wenn ich mich in einer Beziehung befinde.
Aber grundsätzlich betrachte ich den Sex an sich als das oberflächlichste Merkmal in einer Beziehung und so KANN es auch bei aushäusigem Sex sein. Meist passiert aber noch sehr viel mehr drumherum und dabei bleibts oft nicht. Das macht ihn in einer Beziehung aus (echte Nähe und Intimität - wobei es auch Beziehungen gibt in der einer oder beide dazu nicht fähig ist/sind) und andersherum zu einem Problem bei aushäusigem Vergnügen.
Zitat von Blind-Meg: Für mich ist das ein Zeichen dafür, dass es vielen eben mehr darauf ankommt, einen schönen Schein darzustellen (auch vor sich selbst) statt wirkliche Substanz und Aufrichtigkeit. Hauptsache die Nachbarn merken nichts und Hauptsache man selbst kann so tun, als würde man ebenfalls nichts merken. Und Hauptsache die Illusion einer Ehe bleibt aufrecht.
Ich sagte ja vor einigen Seiten schon, dass ich der Ansicht bin, die meisten Beziehungen dümpeln so vor sich hin und man hat sich "arrangiert", hat sich eigentlich nichts mehr zu sagen, ist aber auch nicht schlimm genug und so schön bequem, dass man einfach da bleibt. Wenn dann einer auswärts liebt, stört das die Bequemlichkeit weniger, solange im gewohnten Alltag alles ist wie immer. Diese Auswärts-Liebe ist ja nichts Sichtares, kein Verhalten mit spürbaren Konsequenzen (bilden sie sich ein), also kann man darüber hinwegsehen, es als "Spinnerei" abtun oder ausblenden. Sex auswärts ist sichtbares Verhalten, stört also eher die Gemütlichkeit, und außerdem wird dann erwartet, dass man sich empören möge. Man hat zwar monatelang mit dem Partner nicht zärtlich gesprochen, ist im Alltag nicht wohlwollend miteinander und Sex hat man auch keinen, aber dennoch kickt der Besitzanspruch und die gemütliche Seifenblase bekommt einen Riss (den hat sie schon lange, derer mehrere sogar, aber die kann man ausblenden, solange sie nur "theoretisch" da sind), und das unterbricht die bequeme Gemütlichkeit, darum muss man sich dann "kümmern".
Ich finde beim Fremdgehen mit das Schlimmste, dass oft der "Partner" nichts davon merkt - weil er es nicht merken will. Und weil beide sich sowieso schon abgewandt haben voneinander. Mir ist es unbegreiflich, wie man das nicht spüren kann, wenn man die Verbindung zum Partner verliert, und das passiert ja weit vor dem eigentlichen Fremdgehen. Und das geht so weit, dass ich denke, viele spüren das sogar, es ist ihnen aber egal. Das ist mit das Traurigste daran, finde ich.
Bei echter emotionaler Nähe merkt man sofort wie es dem anderen geht, man hört oder sieht es ihm an. Aber diese hat man entweder nie gehabt oder über die Zeit verloren (viele weil sie so beschäftigt waren mit Heiraten, Haus bauen, Kinder kriegen, SUV kaufen, Vorgarten hübsch machen und alles immer ein kleines bisschen mehr oder besser oder teurer als der Arbeitskollege hat). Aber solange die Nachbarn nichts merken ist doch "alles gut".
🎯 Trifft sehr oft zu.