Zitat von Ragna: Diese Affären, sind für die meisten dann doch ein Erweckungserlebnis, da dümpelt man zig Jahren in einer leidenschaftslosen Beziehung herum, hat sich vollkommen selbst verloren und dann spürt man wieder das Leben.
Wenn Affären ein Sinn haben, dann, dass sich das Leben danach grundlegend verändert und man wieder anfängt zu leben.
Ja, dem stimme ich grundsätzlich zu, meine aber, dass Affären oft einfach ein Ventil sind (und nicht gleich Erweckungserlebnisse), eine Möglichkeit zur Erfüllung von Bedürfnissen, die durch die bestehende Beziehung nicht (mehr) abgedeckt werden (und da muss es nicht zwangsläufig allein um Sex gehen).
Und in der Theorie ist auch richtig: Wenn Affären einen Sinn haben sollen, dann im besten, im sozusagen geglückten Fall jenen, das dass Leben wieder lebendig, erfüllend(er), umfassender wird.
Nur fürchte ich, dass in der Realität dieser beste Fall wohl eher selten eintritt, sondern eine Affäre üblicherweise die an sich tote oder zumindest schwer marode Beziehung sogar noch stabilisiert, da ja, eben durch die Affäre, sich das Leben wieder einigermaßen "ganz" anfühlt oder zumindest belebter und dann ja erst recht kein Grund mehr besteht für ernsthafte und nachhaltige Veränderungen.
Deshalb gibt es ja durchaus auch entsprechende Arrangements, mit denen beide einverstanden sind und auch gut leben können. Überhaupt in den sogenannten "besseren Kreisen" scheint mir das, so viel ich darüber weiß, mehr oder weniger gang und gäbe zu sein, also überall dort, wo es nicht nur viel, sondern sehr viel zu verlieren gibt in jeglicher Hinsicht, Finanzen, Status, Reputation usw. Auf der einen Seite, könnte man sagen, die Arbeit, auf der anderen das Vergnügen.