Zitat von So-What: Ich denke, der Großteil will nix Erzwungenes, Ertrotztes, Erpresstes und Erkettetes. Und wieso gleich verbittert oder verkümmert? Weil er etwas Paar-"Arbeit" leistet und Kompromisse eingeht?
Ja, was der Großteil auch "wollen" mag - was dabei herauskommt ist eben Ertrotzes und Erzwungenes usw.
Und natürlich führt es zu Verbitterung und Verkümmerung, wenn einem das Leben erdrückt wird - was denn sonst? Auch wenn es manche vielleicht durchaus schaffen, das selber gar nicht wahrzunehmen.
Und was soll denn das sein: Paar-Arbeit? Paar-Arbeit ist für mich, meinetwegen einen Schrank vom Möbelwagen in die Wohnung zu schleppen. Oder meinst Du die gegenseitige Untergrabung?
Und dann noch Kompromisse in diesem Fall! Wie sollte denn ein solcher Kompromiss aussehen, wenn ich fragen darf, wenn es dem einen (oder auch beiden) schon recht langweilig geworden ist im ehelichen Bett und er oder sie von einer Überhitzung samt der Möglichkeit zum Ausleben heimgesucht wird? Vielleicht ein Foto der oder des Begehrten anfertigen und dann über das Ehebett hängen?
Zitat von So-What: Gleich immer schwarz oder weiß. Wobei natürlich 50-100 Affären schon eine Hausnummer sind und auch wenig mit hellgrau, grau, dunkelgrau oder gar bunt zu tun hat.
Nur zur Klarstellung: 20 - 50. Wie ich sehe, hängst Du farbenmäßig schon etwas in den UV-Bereich hinein.

Ein Bodycount, wie man das offenbar nennt, von 100, wäre ja beinahe schon lyrisch, wie von der Lebenslyrik selber in die Welt geschrieben.
Und absolut NEIN: Ich sehe gar nichts schwarz-weiß, gerade das eben nicht! Ich habe z. B. ja auch eben nicht gesagt: Ehe weiß, Affäre schwarz ...
Von mir aus kann und soll das Leben durch alle Regenbogen fließen, wie es nur will und kann.
Zitat von So-What: Aber ich möchte noch sagen dürfen, was mir nicht passt. Und ich möchte konstruktive Kommunikation. Wenn da jemand nur Augenrollen übrig hat und keinen Bock darauf darüber zu reden oder ggf. auch etwas zu verändern, dass es für beide wieder passt, oder sich wegen allem auf den Schlips getreten fühlt, dann soll er doch bitte gehen. Ich habe keinerlei Mitleid mit Männern (oder Frauen), die jammern, weil es angeblich so furchtbar schlimm zu Hause ist.
Ja, das sollst Du natürlich auch sagen dürfen! Und auch ich bin für konstruktive Kommunikation, selbstverständlich!
Aber was würdest Du denn machen, wenn Dein Partner Dir in einer solchen konstruktiven Kommunikation sagt, er sei grandios scharf auf diese oder jene Frau und die sei auch nicht abgeneigt und Du werdest ihm da ja hoffentlich nicht im Weg stehen? Ich zweifle gerade, ob Dir dann in der Kommunikation das Konstruktive nicht ins Gegenteil kippen würde ...
Ja, ich habe auch kein Mitleid mit Beziehungsdrangsalierten, allerdings Verständnis dafür, warum dennoch daran festgehalten wird. Weil es dafür eben zumeist sehr gewichtige, wenn nicht erdrückende Gründe gibt.
Mich erinnert das alles ja immer wieder an unsere Urvorfahren mit ihren Vorstellungen von überirdischen Mächten, Göttern usw. Um diese Mächte günstig zu stimmen und allem möglichen Unheil zu entgehen, haben die ja über Jahrtausende diesen Mächten geopfert, sich dabei ja fast (bisweilen auch ganz) sogar zu Tode geopfert fallweise; und obwohl die Erfahrung ja mit größter Wahrscheinlich immer und immer wieder gezeigt haben wird, dass diese Methode der Absicherung gegen das Unglück ganz offensichtlich nicht funktioniert, ist sie - wahrscheinlich mangels anderer Ideen - über endlose Zeiträume hin durchgezogen worden, und für all die Schiefgänge wurde nicht vielleicht ein grundsätzlicher Irrtum verantwortlich gemacht, sondern es wurden allerlei Verfehlungen und Sündenböcke für die fortwährenden Fehlschläge ausgemacht.
Und bei diesen monogamen Ehe- und Partnergeschichten ist es ja nicht anders: Seit Anbeginn lehrt die Erfahrung, dass dieses Konzept nicht funktioniert, aber dennoch wird verbissen daran festgehalten und werden allerlei, teils unsinnigste und haarsträubenste Begründungen für die Fehlschläge menühaft aufgetischt.
Der Mensch, völlig verlaufen ja in seinen Abstraktionswelten, in seinen eigenen erdachten Parallelwelten, schafft es immer wieder, auf gerazu akrobatische Art die Lebensrealitäten nicht wahrzunehmen und trotz teilweise deprimierender und vernichtender Ergebnisse an jedem Wahnsinn festzuhalten. Fast müsste man den Hut auch noch ziehen!
Wobei es mir immer ein Rätsel war, wie ein denkendes und phantasierendes, also vorstellungsbefähigtes Lebenwesen überhaupt überlebensfähig bleiben kann. Nicht weniges ist sehr erstaunlich.