Zitat von Blind-Meg: Eine fast geschickte Art, meiner Frage auszuweichen. Aber nur fast.
Danke, ich wünsche keinen Austausch mlt deiner Ex. Ich hab meine Antwort.
Ach, da hast Du meinen fiesen Trick doch durchschaut! Das ist bitter (für mich) und schlau (von Dir).
Jedenfalls hast Du Deine Antwort ja bekommen, sozusagen auf Umwegen, und somit können wir beide in diesem Punkt (dem Wissen um meine damalige Beziehung) zufrieden sein.
Zitat von Blind-Meg: Nun, die meisten Menschen wären nicht bereit, eine Affäre ihres Partners oder der Partnerin einfach offen zu dulden. Somit ist den meisten bewusst, dass sie durch eine Affäre ihre Beziehung zumindest gefährden. Und ich bin sehr überzeugt davon, dass man etwas, womit man den Partner mutmaßlich sehr verletzt, seine Beziehung gefährdet und was man überdies heimlich tun "muss", nicht "einfach so" oder "aus Lust und Laune" tut. Eine leichtfertige Affäre ohne Not dahinter scheint mir in der Tat kaum vorstellbar. Ich gehe davon aus, dass die meisten Menschen sich so eine Affäre sehr gründlich überlegen, und gute Gründe dafür benötigen. Selbst wenn es für sie selbst keine so große Sache ist, so ist dene meisten doch wohl klar, dass der geliebte Partner das wahrscheinlich anders sehen wird. Daher genügt mir die Erklärung "Jägerin" oder "Versuchung" nicht, nein.
Es ist Dir aber schon bekannt, dass es seit jeher auch Kulturen gab und ja nach wie vor gibt, in denen es diesbezüglich deutlich anders zuging und zugeht (und das ganz legitim und gesellschaftlich als ganz normal angesehen), etwa ein Mann, mehrere Frauen; eine Frau, mehrere Männer; Monogamie mit sozusagen beschränkter Haftung, also mit akzeptieren und problemlos tolerierten Nebenschauplätzen; regelrechte Polygamie; gar keine Gamie, sondern frei flottierende Kurzverbindungen; usw.
Zudem, auch das wird Dir bekannt sein, pflegen zumindest manche Paare auch in unserem Kulturkreis einen lockeren Umgang mit dem betrugsrelevanten Thema Treue und scheinen dabei weder per*vers noch blöd, noch verrückt, noch unglücklich zu sein.
Das sagt zumindest mir, dass alle diese dramatischen Reaktionen im sogenannten Betrugs- oder Ehebruchsfall, Verzweiflung, Zusammenbruch, emotionaler Kollaps, Wut bis hin zur Rage, Trauma, Depression, Beziehungs-Vernichtung bis hin zur tatsächlichen Auslöschung usw., also zusammengenommen dieses jeweils eher mehr als weniger stark ausgeprägte emotionale Betrugs-Syndrom, keineswegs etwas vollkommen Natürliches sein können und deshalb, im Gegensatz etwa zu Blutungen bei Verletzungen, auch nicht einfach als etwas ganz und gar Unvermeidliches und Zwangsläufiges betrachtet werden können.
Was weiter bedeutet nach bisherigem menschlichen Ermessen: Nicht nur der "Betrüger" (der im Übrigen ja auch nur seinen Gefühlen folgt, welche es auch sein mögen) und seine Motive sind hier in Frage zu stellen, sondern ebenso die Betrogenen und ihre emotionalen Reaktionen und Konsequenzen. (Und bitte erspare Dir und mir die Flachhülse "Schuldumkehr"!)
Stell Dir doch einfach mal vor, der Ausbruch eines solchen emotionalen Symptomenkomplexes würde nicht einen Betrug zum Grunde haben, sondern meinetwegen, dass der eine zum anderen gesagt hat vor der Fahrt in den Baumarkt: "Kannst du dir heute die Schnürsenkel bitte mal selber zubinden, ich habe Kreuzweh!"
Als was würdest Du das dann verstehen, oder wie lautete gar Deine Diagnose?
Nur weil solche Ausbrüche im Betrugsfall sehr häufig sind und es deshalb zur "Normalität" gebracht haben, die weiters ja nie hinterfragt werden muss, heißt das noch lange nicht, dass sie es auch sind, sondern, kurz gesagt, dass sie zur Ursache das haben, was meines Wissens nach Freud erstmals als "narzisstische Kränkung" bezeichnet hat, also die meist wutausbrüchige, blindlings um sich schlagende Verletztheit und Gekränktheit eines frühkindlichen Egos.
Und da kannst Du nun aufschreien, wie Du willst, aber wenn man die Tatsachen nicht sehen will, dann wird man den Dingen auch nie auf den Grund kommen, sondern ergeht sich halt in Dogmentänzereien und macht dicht, sowie der Dogmenvorhang mal auch nur ansatzweise gelüftet wird.
Im Grunde ist es ja ganz einfach: Du hast Deine Dogmen, offenbar sogar A-priori-Dogmen, und sagst: So ist es! Und ich frage halt: Warum ist es so?