Zitat von NurBen: Frauen werden niemals die Position des "Versorgers" einnehmen, Frauen werden niemals die Hauptverdiener sein.
Klar gibt es Ausnahmen... laut statistischen Bundesamt 11%.
Warum, weil sie es in der Regel unattraktiv finden, wenn der Mann weniger Status/Erfolg/Geld als sie selbst haben.
Völlig unabhängig wie viel sie selbst verdienen.
Dass Frauen nach der Geburt eines Kindes häufiger beruflich zurückstecken als Männer, ist nicht allein eine individuelle Entscheidung, sondern das Ergebnis biologischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Faktoren.
Zunächst gibt es einen biologischen Ausgangspunkt: Schwangerschaft, Geburt und häufig auch das Stillen betreffen nur die Mutter. Deshalb unterbrechen Frauen ihre Erwerbstätigkeit unmittelbar nach der Geburt fast immer, während Männer dies nicht müssen.
Danach spielen ökonomische Anreize eine große Rolle. Während die Frau sich zu Hause um die Kinder kümmert klettert der Mann schon mal auf der Karriere Leiter nach oben und hat das höhere Einkommen. Die Frau reduziert ihre Arbeitszeit, sammelt weniger Berufserfahrung, steigt langsamer auf und verdient später weiterhin weniger. Das führt zu einem Einkommensunterschied.
Hinzu kommen gesellschaftliche Erwartungen und betriebliche Strukturen. In vielen Unternehmen wird es bei Frauen eher erwartet, dass sie Elternzeit nehmen oder ihre Arbeitszeit reduzieren. Männer, die längere Elternzeit nehmen möchten, berichten dagegen teilweise von Karrierenachteilen oder skeptischen Reaktionen im Arbeitsumfeld. Gleichzeitig sind Kinderbetreuungsangebote nicht überall ausreichend verfügbar, sodass häufig ein Elternteil einen größeren Teil der Betreuung übernehmen muss.
Diese Faktoren spiegeln sich in den Statistiken wider: Frauen nehmen den überwiegenden Teil der Elternzeit in Anspruch, während Männer zwar zunehmend Elternzeit nutzen, dies aber meist nur für einen vergleichsweise kurzen Zeitraum tun. Die klassische Konstellation ist weiterhin, dass die Mutter mehrere Monate oder Jahre ihre Erwerbstätigkeit reduziert, während der Vater weitgehend in Vollzeit beschäftigt bleibt.
Langfristig hat das Folgen für das Risiko von Altersarmut. Wer weniger arbeitet, verdient weniger Einkommen, zahlt weniger in die Rentenversicherung ein, baut weniger private Altersvorsorge auf und hat geringere Chancen auf Beförderungen und Gehaltssteigerungen. Selbst wenn die Erwerbsunterbrechung nur wenige Jahre dauert, können die finanziellen Auswirkungen über Jahrzehnte nachwirken. Kommt es später zu einer Trennung oder Scheidung, fehlt zudem häufig die Absicherung durch das Einkommen des Partners. Deshalb sind Frauen im Durchschnitt deutlich stärker von niedrigen Rentenansprüchen und Altersarmut betroffen als Männer.
Das bedeutet nicht, dass jede einzelne Familie so handelt oder dass Frauen grundsätzlich dazu gezwungen werden. Es bedeutet aber, dass die Kombination aus biologischen Voraussetzungen, Einkommensunterschieden, gesellschaftlichen Erwartungen und institutionellen Rahmenbedingungen dazu führt, dass Frauen die Hauptlast der frühen Kinderbetreuung deutlich häufiger übernehmen und dadurch langfristig häufiger wirtschaftliche Nachteile tragen.
Der entscheidende Punkt ist: Wenn ein Geschlecht deutlich häufiger Erwerbsunterbrechungen übernimmt, sind die langfristigen finanziellen Folgen auf Bevölkerungsebene statistisch vorhersehbar. Das erklärt die Unterschiede bei Einkommen, Karriereverläufen und Altersarmut.