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Hoher Bodycount - wichtig oder egal?

Q
Zitat von Blind-Meg:
sagt jeder von uns zu jedem Zeitpunkt das, was er möchte und jeder kann alles immer ansprechen. Anders werde ich das auch nie mehr dulden.


finde ich gut, wie soll es auch anders gehen?!

Ich glaube, es ist wichtig, Dinge zeitnah anzusprechen, nicht erst dann, wenn sich über Wochen Frust angesammelt hat und man irgendwann explodiert. Das ist weder für einen selbst noch für den anderen fair.
Wenn mich etwas stört oder beschäftigt, spreche ich es lieber in dem Moment oder zeitnah ruhig und freundlich an. Nicht als Vorwurf, sondern um Verständnis zu schaffen. So hat der andere überhaupt die Chance, mich wirklich kennenzulernen und zu verstehen, was in mir vorgeht.
Genauso wichtig ist aber auch, dem anderen Raum zu geben, seine Sicht und Gefühle dazu mitzuteilen. Denn am Ende geht es nicht darum, wer „recht“ hat, sondern wie beide miteinander umgehen, wenn Bedürfnisse, Grenzen oder Meinungen unterschiedlich sind.
Gerade die Kennenlernphase ist ja dafür da: herauszufinden, wie der andere tickt, besonders in schwierigen Momenten oder bei Konflikten. Ich finde, man sollte sich da nicht zurückhalten oder seine Gedanken verschließen. Transparenz und Ehrlichkeit sind wichtig, weil nur so echte Nähe entstehen kann. Sonst lernt man am Ende vielleicht nur eine angepasste Version voneinander kennen. Wem soll das helfen?

x 3 #2581


Blind-Meg
Zitat von QueenA:
Wenn mich etwas stört oder beschäftigt, spreche ich es lieber in dem Moment oder zeitnah ruhig und freundlich an. Nicht als Vorwurf, sondern um Verständnis zu schaffen.

Ich verstehe immer weniger, wie es überhaupt dazu kommen kann, dass Partner einander Vorwürfe machen.
Ich sehe das so: es haben doch BEIDE ein Interesse daran, ein Problem, Konflikt o.ä. zu lösen, unf zwar friedlich. Man kann es nicht anders wollen im Grunde.
Und wenn einer Meinung A vertritt und einer Meinung B, aber beide möchten eine friedliche Lösung, dann kann doch gar kein Vorwurf entstehen. Ich kapiere das gar nicht mehr, so weit weg ist das von mir.
Oder wenn einer A machen möchte und einer B. Auch da wollen doch BEIDE, dass man sich einigt. Es ist doch mega kontraproduktiv, dann Vorwürfe zu machen oder zu fordern, dass der andere sich ändern soll.
Das klappt natürlich nur, wenn man den Bedürfnissen des Partners das gleiche Gewicht einräumt wie den eigenen. Aber dann braucht es keine Vorwürfe mehr.

Aber vermutlich geht es den meisten eher darum
Zitat von QueenA:
wer „recht“ hat,


Das kann ja nix werden.
Nun ja. Ich mach da nicht mehr mit.

x 3 #2582


A


Hoher Bodycount - wichtig oder egal?

x 3


Q
@Blind-Meg Stimme zu! 🙂


Am Ende gehört aber auch zur Realität, dass es Menschen gibt, die vor allem ihre eigene Sicht oder ihre Bedürfnisse durchsetzen wollen, auch in Beziehungen, und dabei wenig Rücksicht auf den anderen nehmen. Das sollte man nicht ausblenden.
Genau deshalb ist es so wichtig, Dinge früh anzusprechen und aufmerksam zu schauen, wie der andere damit umgeht: Ist da Offenheit, Verständnis und Bereitschaft, aufeinander zuzugehen? Oder eher Abwehr, Druck und wenig Raum für dich?
Nicht jede Schwierigkeit in einer Beziehung ist automatisch ein eigenes Thema, das man nur an sich selbst lösen muss. Manchmal zeigt sich auch einfach, dass das Gegenüber nicht gesund mit Nähe, Grenzen oder Konflikten umgehen kann. Dass es das LK-Forum überhaupt gibt, hat leider auch genau diesen Hintergrund.

x 1 #2583


Hansl
Zitat von Fenjal:
Wie grundlegend falsch ist Aussage.


Ein wenig beneide ich Dich ja schon, diese Unabhängigkeit.
Aber natürlich ist diese Aussage darum nicht falsch, weil Dein Lebensstil ebenso nicht der einzig richtige ist.

Zitat von Fenjal:
Ich bin jahrelang Single und gerade die Stille und Einsamkeit schätze ich wirklich sehr.
Schon als Kind war ich mit Rolf dem Schäferhund im Wald allein unterwegs, stundenlang, wir schwammen im Weiher, teilten Omas Pausenbrot, naschten Brombeeren, sammelten Käfer in der Brotdose,....auch heute liebe ich diese Stunden.

Natürlich, auch schön für Dich, wirklich.
Ich kenne so Zeiten auch komplett.
Aber natürlich sollte man autistische Störungen etc nicht zum sozialen Standard erheben.
Nein, ich werde jetzt nicht Begriffe wie "normal", "alle andere" usw. in den Raum werfen.
Aber garantiert sind Menschen die menschliche Nähe lieben und brauchen nicht unnormal.
Einen Mann zieht es meist zur Frau und umgekehrt.
Selbst wenn dieses Bedürfnis nicht selten Schmerz und Chaos mit sich bringen kann.
Ja, für Dich gilt wohl, Du bist befreit davon.
Und trotzdem gehörst Du hier mit zu den aktivsten Protagonisten.
Wäre ich glücklich und zufrieden würde mir das Leid und Chaos anderer Menschen wie hier garantiert nicht so viel Zeit und Energie abringen.
Eine reine Rechtfertigungskampagne.
Warum dann?

x 3 #2584


R
Zitat von Sarong:
Vielen lieben Dank für eure Antworten, d.h wenn man Schwierigkeiten hat seine eigenen Bedürfnisse und Wünsche zu äußern, ist das schon ein ...

Fühlst du dich teilweise unwohl und hast das Gefühl nicht so richtig wahrgenommen zu werden?
Was ist mit deiner Wahrnehmung, nimmt er sie ernst? Oder erklärtber dir die Welt?
Die Frage ist um welche Bedürfnisse geht es, welche hat er? Die darf man kommunizieren, priorisieren und natürlich auch Grenzen setzen.
Also, wenn ein Grundbedürfnis Nähe und Aufmerksamkeit ist, also im normalen Maß, nicht übertrieben, so dass er sofort zurück schreiben muss oder innerhalb von 10 Min auf deine WA reagiert....
Dann ist das halt nur schwer verhandelbar, dann passt es halt nicht.
Wenn er dieses Bedürfnis nimmt um dich zu manipulieren, dann lauf so schnell du kannst

x 1 #2585


Blind-Meg
Zitat von QueenA:
Nicht jede Schwierigkeit in einer Beziehung ist automatisch ein eigenes Thema, das man nur an sich selbst lösen muss.

Absolut.
Ich bin sogar überzeugt davon, dass es, wenn man in einer Partnerschaft ist, so gut wie kein Thema gibt, was nur einer alleine mit sich lösen muss. Das meiste betrifft den Partner ja irgendwie mit, wenn auch "nur" indirekt. Und hier ist es wieder: wenn beide ein Interesse daran haben, ein Problem zu lösen, können (bzw sollten) sich auch beide dafür einsetzen. Der Satz "das ist dein Problem und nicht meins" hat in einer Beziehung nichts zu suchen, finde ich.

x 4 #2586


Hansl
Zitat von Sincerite:
Ich würde gerne die Männer hier mal etwas fragen. Würdet ihr euer leben auch dann mit einer Frau verbringen wollen, wenn es den S. als Biologie gar nicht gäbe?

Absolut.

x 1 #2587


Arev87
Zitat von Sarong:
Vielen lieben Dank für eure Antworten, d.h wenn man Schwierigkeiten hat seine eigenen Bedürfnisse und Wünsche zu äußern, ist das schon ein ...

Nicht automatisch aber es kann ein risikofaktor sein.

Eine emotional abhängige Beziehung zeichnet sich meist dadurch aus, dass das eigene Wohlbefinden, der Selbstwert oder die Lebenszufriedenheit stark von der anderen Person abhängig werden. Schwierigkeiten, Wünsche und Bedürfnisse zu äußern, können dazu beitragen, weil dann oft folgende Dynamik entsteht:

- Man stellt die Bedürfnisse des Partners regelmäßig über die eigenen.
- Man vermeidet Konflikte aus Angst vor Ablehnung, Streit oder Verlust.
- Man passt sich stark an, statt offen zu sagen, was man möchte.
- Eigene Frustration oder Unzufriedenheit werden heruntergeschluckt.
- Die Beziehung wird zunehmend unausgewogen

Ein wichtiger Unterschied ist:

"Ich tue mich schwer, meine Bedürfnisse zu äußern." Ursache eher Kommunikationsproblem oder Unsicherheit.

"Ich traue mich nicht, meine Bedürfnisse zu äußern, weil ich Angst habe, dass die Beziehung sonst gefährdet ist oder ich ohne den anderen nicht klarkomme." Das geht eher in Richtung emotionaler Abhängigkeit.

Du könntest dich selbst fragen:
- Kann ich meinem Partner widersprechen?
- Kann ich Enttäuschung oder Ärger äußern?
- Habe ich das Gefühl, dass meine Bedürfnisse genauso wichtig sind wie seine?
- Würde ich auch ohne diese Beziehung ein eigenständiges Leben führen können?
- Habe ich Angst, verlassen zu werden, wenn ich "zu viel" verlange?

Je mehr dieser Fragen mit Unsicherheit oder Angst beantwortet werden, desto eher lohnt es sich, die Dynamik genauer anzuschauen.

x 2 #2588


S
Zitat von Fenjal:
Ich bin jahrelang Single und gerade die Stille und Einsamkeit schätze ich wirklich sehr.
Schon als Kind war ich mit Rolf dem Schäferhund im Wald allein unterwegs, stundenlang, wir schwammen im Weiher, teilten Omas Pausenbrot, naschten Brombeeren, sammelten Käfer in der Brotdose,....auch heute liebe ich diese Stunden.

Das, was du da beschreibst, liebe ich auch sehr. Ich streife auch gerne allein durch die Natur und den Wald, lausche dem Vogelgesang, pflücke Beeren, genieße die Ruhe und hänge meinen Gedanken nach.

Aber wenn ich keine Kinder und NUR das hätte, würde ich vereinsamen. Deswegen ist das Wechselmodell ja so praktisch, die Papawoche kann man für solche Naturstreifzüge nutzen und ich genieße das auch sehr, aber dann freue ich mich auch sehr wieder auf meine Kinder. Und wenn ich nach meiner Woche mit 4 Kindern wie gerädert bin (es ist schön, aber eben auch anstrengend), dann freue ich mich wieder auf die Ruhe im Garten und im Wald, die Spaziergänge am Abend, das Schwimmen im See, usw. Und ab und zu einen gemeinsamen Abend beim Grillen mit Freunden zu verbringen, ist auch schön – mal mit und mal ohne Kinder.

Bei mir ist es einfach die gesunde Mischung aus Nähe zu meinen Kindern, Familie und Freunden einerseits und Stille, Einsamkeit und Spaziergängen allein durch die Natur andererseits, was mich wirklich glücklich macht.

x 2 #2589


N
Zitat von Arev87:
Ich traue mich nicht, meine Bedürfnisse zu äußern, weil ich Angst habe, dass die Beziehung sonst gefährdet ist oder ich ohne den anderen nicht klarkomme

Das gibt es auch mit denselben Folgewirkungen (proaktives Schweigen, feste Bedürfnishierarchie) als "Wenn ich Bedürfnisse äußere, hat mein Partner immer noch größere." Eine Menge Beziehungen halten nur, weil der Partner/die Partnerin mit Aufgaben auf Trab gehalten wird und darüber eigene Bedürfnisse zurück stellt.

x 2 #2590


Arev87
@Nalf
Ja, das ist ein wichtiger Punkt. Die Dynamik muss nicht unbedingt aus dem inneren Glaubenssatz „Meine Bedürfnisse sind unwichtig“ entstehen. Sie kann auch dadurch entstehen, dass die Beziehung faktisch eine dauerhafte Bedürfnishierarchie entwickelt.
Dann läuft es eher so:
Person A äußert ein Bedürfnis.
Person B hat ein dringenderes, größeres oder emotional aufgeladeneres Bedürfnis.
Die Aufmerksamkeit verschiebt sich zu B.
A lernt mit der Zeit: „Es lohnt sich nicht, das anzusprechen.“
A schweigt irgendwann schon im Vorfeld („proaktives Schweigen“).

Interessant ist dabei, dass manche Beziehungen nach außen sehr harmonisch wirken. Es gibt wenig Streit, weil eine Person ihre Wünsche gar nicht mehr einbringt. Die Harmonie entsteht dann nicht durch gute Bedürfnisabstimmung, sondern dadurch, dass ein Teil der Realität unsichtbar geworden ist.

x 2 #2591


Balu85
Zitat von Sternenguckerin:
Deswegen ist das Wechselmodell ja so praktisch, die Papawoche kann man für solche Naturstreifzüge nutzen und ich genieße das auch sehr

hm....kommt wohl auf dfen Job an 😂 ....würde ja auch gern einfach mal frei nehmen wenn Mamawoche ist und allein an die Ostsee fahren. Aber ich hab dann immer das Gefühl das ich das nicht "darf"...weil ich ja auch frei nehmen kann wenn meine Maus da ist und sie dann eben nicht den frühen Bus nehmen muss. Oder das Geld wäre sinnvoller an anderer Stelle investiert.
Zitat von Nalf:
Das gibt es auch mit denselben Folgewirkungen (proaktives Schweigen, feste Bedürfnishierarchie) als "Wenn ich Bedürfnisse äußere, hat mein Partner immer noch größere." Eine Menge Beziehungen halten nur, weil der Partner/die Partnerin mit Aufgaben auf Trab gehalten wird und darüber eigene Bedürfnisse zurück stellt.

hm....ja....oder es wird einem suggeriert das die eigenen Bedürfnisse unangemessen/nicht wichtig sind. Dann sucht man sich beschäftigung....dazu müssen nicht einmal Aufgaben verteilt werden.

x 1 #2592


Sarong
Sehr erhellende Gedanken von euch allen, ihr seid so lieb und unterstützend, wirklich eine super Gruppe, leider kann ich momentan nicht detailliert antworten, mich hat eine Sommergrippe voll erwischt, hab mir alle Antworten kopiert, für Notzeiten, damit ich das nicht vergesse am Tag x, wenn ich von meinen Unsicherheiten überwältigt werde.

x 2 #2593


N
Liebe Sarong,

da Du von Unsicherheiten und Notzeiten sprichst, hab ich hier noch einen Trick, wie man die eigentlich bei sich schon erkannten Muster nicht schleichend in konkreten Situationen wiederholt:

Ein kleines Notizbuch, in das Du Dir Deine eigenen Erkenntnisse, was Du möchtest und was Du nie wieder möchtest, in einem ruhigen Moment notierst.
Z.B.: "Ich möchte finanziell sorgenfrei sein. Dazu ist es nötig, mindestens ein Monatsgehalt jederzeit (auch am Ende des Monats) auf dem Konto zu haben. Und wenn der Betrag unterschritten wird, spare ich X, Y und Z oder fülle das Konto durch Handlung A, B oder C auf."

Oder im zwischenmenschlichen Bereich: "Eine Beziehung, die mir nicht gut tut, erkenne ich daran, dass ich meine eigenen Wünsche nicht mehr umsetzen kann, mich eher verpflichtet als eingeladen fühle, mit der Person Zeit zu verbringen, ... . Und wenn die Situation eintritt, dann mache ich 1., 2., 3."

Oder: "Schleichende Vereinsamung erkenne ich an XYZ. Und wenn das eintritt, zwinge ich mich zu A, B, C."

Und mit diesen eigenen Erkenntnissen setzt Du Dich zu einem bestimmten Datum jeden Monat hin und gehst ein Mal diese Punkte durch, machst eine Art "Check in" mit Dir selbst.

Auf diese Art passiert es Dir nicht mehr, dass Du in etwas reinrutschst, von dem Du Dich später wunderst, wie es dazu kommen konnte.

Diese Methode ist besonders für alle geeignet, die darauf konditioniert sind, sich um andere zu kümmern.

Gute Besserung!

x 2 #2594


Fenjal
Für mich wird Beziehung dann problematisch, wenn man keine Freiheiten mehr hat und schon stresst, wenn der andere 4 Wochen zB. auf Geschäftsreise ist und nicht täglich textet.

Man bleibt in der Beziehung auch Individuum, d.h. man geht eigenen Interessen nach, verfügt über Konten und muss nicht jede Kleinigkeit teilen.
Die Basis muss stimmen,.. ähnliche Wert- und Zielvorstellungen, Sorge und Wertschätzung um- und füreinander, vor allem muss man einander aushalten können.
Zuviel Gerede schadet nur, mehr geneinsames Handeln, Ziele verfolgen, davon profitiert die Beziehung.
Wenn hohes Arbeitsaufkommen ist, zusammen das Ganze reißen und eben nicht mit mimimi, er sieht mich nicht, ist ständig am Bau kommen,.. Eigentum.
Soetwas geht für mich überhaupt nicht, rumknatschen, nur weil man sich nicht auf der Pelle hockt.

#2595


A


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