Florentine
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Ob an der Person, die ich liebe, ein Ding dranhängt oder nicht, ob sie kleiner oder größer ist als ich, mehr verdient oder arbeitslos ist, ob sie in der Vergangenheit mal als Teenager Ladendiebstahl begangen hat oder sich rotzvoll von irgendwem auf irgendeinem Parkplatz hat knallen lassen. Mir komplett wurscht. Ich bin weder interessiert an BMIs, noch an Bettgeschichten aus der Vergangenheit, noch am Kontostand.
Das alles habe ich für mich selbst zu Genüge. Ich brauche keinen, der bei meiner Karre Reifen wechselt, meine Steuererklärung macht oder als mein Beschützer in dunklen Gassen fungiert.
Ich möchte als Mensch im Jetzt geliebt werden und nicht für oder wegen meiner Vergangenheit.
Als die Person, die ich heute bin. Ich möchte nicht nicht für Vergangenes rechtfertigen und erwarte das andersrum von niemandem.
Ich möchte in die Zukunft schauen, mit der Person, die ich liebe. Entwicklung, Perspektiven öffnen.
Dafür brauche ich weder ein Album vergangener Fehltritte und Erlebnisse, noch einen Beichtstuhl - dafür brauche ich ein echtes Gegenüber mit Ideen und Leidenschaften, die ich teilen kann.
Und finde ich diese Person nicht: okay.
Ich komme gut zurecht, habe meine besten Freunde und bin ansonsten auch sehr gerne mal alleine.
Bodycount, Körpergröße, Bart oder nicht...das ist für mich alles beliebig geworden. Des Menschen ändert sich so oder so im Laufe der Jahre. Nichts bleibt gleich.
Wer diese Maßstäbe gerne an mich anlegen möchte und für sich selbst gerne angelegt wissen möchte: Go for it.
Ich glaube sehr, das andere Dinge bedeutend wichtiger für ein Leben sind, z.B. Mut, Integrität, Güte und Zuversicht. Diese sind, zweifellos, weitaus schwieriger zu sehen und zu ermitteln als ein Bodycount oder eine Größe.
Möglicherweise ist es auch das, was viele Menschen heute unbeständig und zweifelnd macht: viele sind es gewohnt, durch Medien und Co, alles schnell und visuell abzuchecken und zu vergleichen. Das Hirn wird regelrecht darauf getrimmt, sich an schnell Überprüfbares, Checklisten, Bucketlists usw. zu halten.
Sich auf etwas einlassen, sich Mühe geben etwas zu verstehen sind Handlungen und Haltungen, die ich heute immer weniger wahrnehme. Was nicht sofort verstanden oder gegoogelt werden kann: weg.
Dabei ist die Begegnung mit anderen Menschen doch noch immer das Seltsamste und Unbegreiflichste im direkten Umfeld: ein jeder mit der ganz eigenen Erfahrungswelt, eigenen Gefühlen, die nie vollständig mitteilbar sein werden.