Zitat:Okay Laura, schauen wir mal. Denk bitte daran, dass ich dir gegenüber wirklich zugewandt bin und dir wirklich helfen möchte. Nichts meine ich böse oder als Angriff!
Überhaupt nicht. Dankeschön.
🤗 Im ersten Moment puh... ja, so "enttarnt" werden ist ein bisschen komisch, im ersten Impuls möchte man empört sein aber dann habe ich es nochmal gelesen und.. naja.. ähm.
Vielleicht nochmal kurz ausholen. Ich habe vorhin so hier und da gesurft, auf der Suche nach Antworten, Ideen, Input und irgendwie bin ich bei einem spirituellen Blog gelandet (
https://den-weg-gehen.de/der-krug-geht-...er-bricht/) wo eine recht ähnliche Situation wie bei mir beschrieben wurde- irgendwie immer um die Themen herum gemogelt, viel Kraft investiert um sich und anderen zu beweisen dass usw.
Irgendwann alles zuviel, irgendwann kommt der Punkt wo die Kraft erschöpft, wo man nicht mehr schnell genug rennt, nicht mehr alle Baustellen schafft zu umgehen und dann kann man allen die Schuld geben- dass tut xy tw selber, ich habe immer gesagt, wenn du und die ganzen anderen Faktoren es nicht zum einstürzen gebracht hätten, dann ein anderer und andere Faktoren. Also von diesem Schuld zuschieben bin ich grundsätzlich - meist- weit weg aber interessant dass ich es in Kommunikation so verwende, vor allem wo ich mich grade aktiv bemühe keine Schuld zu schieben und keine Vorwürfe zu machen.
🙈 Setzen 6..
🤓 Als dass alles so ans Tageslicht kam, bei so Notfallsitzung mit Psychologen der aber keine Termine langfristig hatte, hats mir komplett die Identität zerhagelt. Man hat ja so Bild von sich und plötzlich ist alles in Scherben, man erkennt dass man sich und andere getäuscht, dass man so so viele Baustellen hat - ganzes Sein plötzlich weg und infrage gestellt. Und da fand ich diesen Artikel grad wieder interessant. Da wird auch viel davon geschrieben, dass gegen an gekämpft- dass spüre ich auch immer wieder. Ich kämpfe gegen die Emotionen die dann alle hoch kommen, kämpfe gegen den Strudel, der mich quasi runter reißen will. Und man soll dass lassen. Nicht kämpfen, zulassen, entspannen, in sich hören. Und so hab ich den Text jetzt noch ein 2. Mal gelesen...
Zitat:Es geht dir null um einen Abschluss. Den möchtest du eigentlich gar nicht.
Dass ist wahr. Ich kann nicht abschließen ohne Erklärung/Klärung, ohne einen gewissen Frieden miteinander. So eine Situation offen stehen zu lassen fühlt sich furchtbar an. Da muss ich aber nochmal rein horchen warum.. Ich kriegs grad nicht gegriffen.
Zitat:Ich empfehle dir sehr, spazieren zu gehen, wenn du so aufgewühlt bist und nachzuspüren, was du wirklich willst. Was unter deiner Angst und Wut ist, bevor du in ein Gespräch gehst. Du kannst dir vertrauen, nur musst du lernen, deine echte Stimme von der Panik und dem Handlungsdruck zu unterscheiden. Das geht oft beim Spaziergang.
Ich glaube da ist das Problem noch, dass ich mich noch nicht so ganz wieder zusammen gesetzt habe. Spazieren geh ich ja mit den Hunden aber da bin ich ja damit beschäftigt nicht auf der Nase plötzlich einem Reh hinterher zu hoppeln.
😂 Aber ja, reinhören, werde ich versuchen. Es erfordert glaube ich viel Mut. In dem Fall Mut dazu zu stehen, dass man eben bedürftig ist, dass man nicht richtig abschließen kann ohne Klärung und sich in dieser Schwäche auch zu zeigen.
Zitat:Xy, ich halte es gerade mit meinen Gefühlen nicht aus und wünsche mir sehr, dass wir uns wieder nah sein können. Können wir bitte nochmal über die Situation sprechen?
Einfach nur danke.
💞 Ich schiebe jetzt mal die Scham beiseite, mich so dumm angestellt zu haben, akzeptiere einfach, dass ich ein Kommunikationslooser bin und denke mir "es kann ja nur besser werden".
Zitat:Da dir nicht klar ist, was du brauchst, ist KEINE seiner Antworten okay für dich. Du weißt nicht, welches Bedürfnis verletzt ist, welche Antwort dir helfen würde. Deswegen ist es egal, was er tut, du bist innerlich für dich unklar und da merkst du noch mehr Panik.
Zitat:Und du musst echt schauen, wie du erst dazu kommst, herauszufinden, was du eigentlich willst und brauchst.
Dass weiß ich tatsächlich schon. Mein Bedürfnis nach Sicherheit. Ein sehr sehr starkes Bedürfnis. Was ich aber bekämpfe weil Sicherheit eben nicht existiert.
😥 Weil ich nicht so bedürftig sein will, nicht so abhängig von anderen Menschen.
Ich möchte hoffen, glauben können, dass er mich auch in 10 Jahren noch in Arm nimmt und ich mich da entspannen kann, ich mich dort zuhause fühle. Dort mein sicherer Platz im Leben ist. Dass wir abends zusammen kochen, mit den Hunden spazieren gehen, er jammert, wie aufopferungsvoll er doch ist weil er spazieren doch eigentlich hasst und wir beide darüber nur schmunzeln und uns necken, manchmal aber auch schweigend dahin stapfen.. Dass wir noch viele wunderschöne Reisen unternehmen werden, Wochendtrips, Thermenbesuche, tolle Tage mit den Kindern..
Aber dass ist eben mein übermäßiges Bedürfnis, Sicherheit ist für mich einfach unsicher und es erdrückt ihn und deswegen entzieht er sich dem, indem er was von anderen erzählt und ich könnte ja morgen auch wen anders treffen usw. Rational weiß ich dass alles aber ich will es nicht hören, es tut mir weh, diese Angst wieder verloren in der Welt zu sein halte ich (noch?) nicht aus. Wenn man einmal gesehen hat was möglich ist, möchte man nicht zurück.
In der Hinsicht möchte ich wohl insgeheim doch belogen werden, nochmal an den Weihnachtsmann glauben können. Und bevor ich diese Angst aushalten muss, dass es morgen soweit sein könnte.. fantasiere ich mir lieber selbst zusammen, es zu beenden, die Kontrolle zurück zu bekommen, mein altes Leben wieder zu führen, was ja doch ganz gut war, freier, unabhängiger. Doch das liegt ja in Scherben, war in vielen Punkten eine Illusion, ein Selbstbetrug.
Zitat:Du hast doch eigentlich Angst, dass er eine andere hat und dich verlässt. Das sagst du aber nicht, sondern machst Vorwürfe und sprichst Drohungen aus, die für eine selbsterfüllende Prophezeiung sorgen können.
Hier, so Ernst es ist, musste ich schmunzeln. Drei Monate Klinik und von selbsterfüllender Prophezeiung haben die auch immer wieder erzählt aber jetzt heute, an dem Beispiel hab ichs verstanden.
😅 Ich dachte so beim ersten Lesen.. boah, bloß nicht, begeb ich mich doch in schwache Position und er ist mir doch was schuldig, er hat doch Mist gebaut!
😤 Beim zweiten Lesen.. nunja.. ja.. aber ihm geht es nicht schlecht damit. Er versteht nur das Drama nicht. In seinem Universum ist es wahrscheinlich nicht verkehrt, dass er mit der Exaffäre weiter flirtet, für ihn ist es völlig normal. Wenn ich nicht sage, dass ich Angst habe ihn zu verlieren.. gebe ich ihm nicht die Chance mir zu erzählen, dass es den Weihnachtsmann gibt. Auch hier einfach danke.
Zitat:Da möchte ich dich schütteln. Wie unauthentisch du agierst. Eigentlich bist du nämlich sehr dankbar, dass du ein Gespräch bekommst.
Ja war ich und gleichzeitig hatte ich Angst davor. Deswegen hat er wahrscheinlich von wegrennen geredet, ich hab mich zwar bemüht normal zu gehen aber von Körpersprache her war ich wahrscheinlich schon vorher "auf der Flucht".
Zitat:Aus seiner Perspektive hat er geklärt. Er ist aber nicht wieder in die Bindung mit dir, was kein Wunder ist nach deinem Verhalten der Drohung, Vorwürfe und Grenzüberschreitung.
Zitat:Ja. Es gibt nichts, was dich zufrieden stellt. Da kann er nur aufgeben
Danke für die ehrliche und andere Perspektive. Dass erklärt seine Wut. Eine Rückfrage- mmhh..
Also er hat geklärt aus seiner Sicht ja. Ob er mir die Wahrheit aufgetischt hat oder gelogen- wahrscheinlich erstmal irrelevant. Entweder ich vertraue ihm oder nicht? Meine innere Stimme schrie eben, dass er da etwas auslässt, vertuscht, klein redet. Darf ich dass so sagen? Ich habe das Gefühl, dass du mir nicht alles gesagt hast? Wie formuliert man sowas? Weil dass war durchaus mein Ziel für das Gespräch. Klarheit um dann entweder eine gemeinsame Lösung zu finden oder wenn er sagt lebe damit, mir egal mich eben der Angst wieder allein zu sein zu stellen. Weil dass war meine Grenze, die ich mir vorgenommen hatte zu ziehen und zu verteidigen. Wahrscheinlich habe ich mich zu sehr auf diese versteift, um sie nicht wieder mit falschem Verständnis und aus Angst aus den Augen zu verlieren.
Aber auch hier denke ich grade- nun ja, keine Glanzleistung aber hey, kann nur besser werden. Vor paar Wochen hätte ich mich noch als Versager beschimpft. Ich glaube auf dem Weg der Selbstakzeptanz bin ich doch schon ein bisschen weiter.
Verlassen können, ja bis zu einem gewissen Punkt wahrscheinlich. Aber ich möchte einfach nicht mehr jedes Mal weglaufen. So kommt man doch nie zu einem Ergebnis? Ich kann doch nicht aus jeder unangenehmen Situation gehen? Werde ich dann überhaupt noch ernst genommen? Arbeit Kollege beschimpft einen, ich gehe? Ich fühle da nochmal rein aber dass löst jetzt Panik aus.
Auf jeden Fall herzlichen Dank und
💐 Ein ganz großen virtuellen Blumenstrauß.
😘