Lieber @Petrosso
Dein Text hat mich sehr berührt.
Zitat von Petrosso: Ich bin im inneren ein sehr optimistischer und quatschiger Mensch! Ich liebe es, wenn andere Menschen glücklich sind!
Das ist meine Lieblingsstelle
🤗 Dein Ziel muss es sein, dass du innen so bist, wie außen - mit Abstrichen natürlich, weil wir alle auch noch eine innere Gefühlslage haben, die wir für uns behalten und nicht nach außen tragen wollen. Du solltest unbedingt weiter machen mit der Therapie, denn ich glaube, das alleine aufzulösen wird nicht möglich sein.
Zitat von Petrosso: In meiner Kindheit musste ich immer sehr artig und ruhig sein. Handgreiflichkeiten gehörten zur Erziehung. Da mein Vater recht launisch war, konnte ich sehr schwer vorhersagen, wann ich wieder „bestraft“ wurde. Manchmal kam es für mich einfach aus dem nichts! Ich passte mich unglaublich an und versuchte das zu machen, was von mir verlangt wurde. Schon als kleines Kind wollte ich einfach nur von der Welt verschwinden und hatte mehrmals versucht zu ersticken.
Die Schuldfrage ist letztendlich ja immer irrelevant, aber man muss sich nicht fragen, wo das Dilemma angefangen hat. Deine Eltern sind verantwortlich gewesen für dich und auch wenn sie vielleicht nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt haben, haben sie hier schlichtweg versagt. Und es ist ihnen offensichtlich nicht möglich, das zu reflektieren und sich für ihre Fehler in der Vergangenheit zu entschuldigen. du bist fast 10 Jahre jünger als ich und in meiner Zeit war es schon so, dass es sich herumgesprochen hatte, dass es die sogenannte "g'sunde Watsche" nicht gibt. Also ist das in einer Zeit passiert, wo deine Eltern es schon besser hätten wissen müssen.
Auch in einem "gesunden" Elternhaus kann es passieren, dass Erziehungsmuster und ein Kind nicht zusammenpassen und Eltern ihrem Kind trotz besten Absichten schaden, aber das Verhalten deines Stiefvaters ist ganz weit weg von gesund. Sein kontrollierendes, abwertendes Verhalten und deine offenbar nicht einschreitende Mutter haben bei dir tiefe Wunden hinterlassen.
Wenn sie dir trotzdem weiter wichtig sind, dann kannst du versuchen, für dich einen Weg zu finden, wie du mit ihnen umgehst. Aber du musst davon ausgehen, dass sie in ihrem Alter nicht mehr einsichtig werden und du das "böse" Kind bleibst. Man kann Umgang miteinander pflegen und darüber hinwegsehen, das erfordert allerdings eine gewisse Gleichgültigkeit, die ich bei dir momentan noch nicht sehe. Gleichgültigkeit im Sinne von "ich liebe meine Eltern, ich weiß um ihre schlechten Seiten, aber ich ignoriere diese, sie sind mir egal". Schwer zu erklären, kann man sich in der Therapie erarbeiten und das klappt erstaunlich gut, auch wenn es sehr paradox klingt. Aber es funktioniert auch nicht für jeden, für manche ist der Kontaktabbruch gesünder. Wenn man aber mit den Eltern in Kontakt bleiben möchte, und das ist ja auch legitim, dann wäre das ein Weg, den man einschlagen kann.
Alles Gute für dich!