Heloise
Mitglied
- Beiträge:
- 1146
- Themen:
- 3
- Danke erhalten:
- 3188
- Mitglied seit:
Zitat von Petrosso:Liebes Forum, schon mal vielen Dank, dass vielleicht einige ihre Lebenszeit opfern und eventuell meinen Text lesen! Ich habe seit ca. 2 Jahren ein ...
Ich hab das vor 20 Jahren auch gemacht. Und auch darauf geachtet, nur zu schreiben, wie ich sie erlebt habe. Sie waren tödlich beleidigt, redeten 5 Jahre nicht mehr mit mir und meinten, ich hätte ihnen nur Vorwürfe gemacht. Meine Tante hat dann vermittelt, dass das Verhältnis wenigstens oberflächlich wieder zustande kam. Von mir aus hatte ich aber abgeschlossen mit ihnen. . Es wurde nie wieder mit mir über den Brief gesprochen. Untereinander hinter meinem Rücken taten sie es trotzdem.
Als mein Vater starb, ließ mich sein Tod völlig unberührt.
Bei meiner Mutter saß ich 11 Tage am Bett und sah ihr täglich beim Sterben zu. Ich habe von mir aus angefangen und mich trotzdem bei ihr für das Gute bedankt und sie um Verzeihung gebeten. Ich hab sie gefragt, ob sie mir die Worte aus dem Brief verziehen hat. Sie winkte ab. Innerlich hab ich drauf gewartet, dass auch sie mich fragt, ob ich ihr verziehen hab. Aber da kam nichts.
Sie lag 11 Tage im Sterben und bei meinem Letzten Besuch sagte ich ihr, dass alles gesagt sei, dass auch ich ihr verziehen habe und sie loslassen könne. Dann bin ich nach Hause gefahren. Eine halbe Stunde, nachdem ich gegangen war, rief mein Bruder an, dass sie verstorben ist.
Ich bin froh, dass ich das alles gesagt und getan habe. Von meiner Seite war nichts mehr offen und ich erlebte eine wie ich es nenne: „gesunde, normale Trauer“.