Lieber TE,
Zitat von Petrosso: Gestern hatte mir meine Mutter wiederholt gesagt, dass ich ihnen ja nur etwas Böses will und ich ihnen was auswischen will.
Du dürftest mittlerweile durch die Therapie schlau genug sein, um zu erkennen, dass das nichts weiter als handelsübliche narzisstische Schuldumkehr ist, Motto: Ich bin ok, du bist nicht ok.
Es ist eine der prototypischen Reaktionen egozentrisch-narzisstischer Eltern, wenn sie mit der Wahrheit konfrontiert werden. Die wollen sie allerdings nicht hören, weil das ihre gesamte Weltsicht zerstören würde, in der sie sich als die besten Eltern der Welt sehen, die es doch immer nur gut gemeint haben.
Zitat von Petrosso: Ich reflektiere mich nicht als böswilligen Menschen und werde offenbar von allen anderen auch nicht so wahrgenommen.
Das ist der beste Beweis, dass deine liebe Mutter dir mit Gaslighting die eigene Wahrnehmung madig machen will.
Zitat von Petrosso: Ich kann leider nicht wütend sein und kenne meine Grenzen nicht.
Das wurde dir ja durch die narzisstische Propaganda deiner Erzeugerfraktion, die dich in extreme Anpassung getrieben hat, erfolgreich abtrainiert.
Zitat von Petrosso: Die Therapie hat leider dazu geführt, dass ich meine Eltern nicht mehr so viel unterstütze wie früher.
Und genau da liegt der Hase im Pfeffer: Du kommst dem Versorgungswunsch nicht mehr in dem Ausmaß nach, wie es dir die Erzeuger introjiziert haben - ergo: Du bist undankbar, böse und störst das ganze schöne System eurer nach außen hin sicher heil scheinenden Familie.
Zitat von Petrosso: Ich fühle mich dabei auch unglaublich schlecht! Immer mal wieder versuche ich auf sie zu zugehen, doch sie erklären mir immer wieder, dass ich eine richtige Enttäuschung für sie bin.
Und genauso wird das System weiter funktionierten, wenn du den Kontakt beibehälst: Sie machen dir das schlechte Gewissen, du denkst, das ist richtig so und klappst wieder zusammen.
Bitte mach dir klar, dass du der Erzeugerfraktion NICHTS, aber auch GAR NICHTS schuldig bist.
Das ist nur das, was sie versuchen, dir einzureden, damit du weiterhin funktionierst.
Zitat von Petrosso: Natürlich möchte ich herausfinden, was ich falsch mache und warum ich denn den Eindruck erwecke, dass ich Ihnen offenbar was böses will. Auf Nachfragen kommt halt nur allgemein, dass ich meine Eltern nicht liebe und ich mich nicht mehr melde.
1. Niemand ist verpflichtet, die Menschen, die einen zufälligerweise in die Welt gesetzt haben, deswegen zu lieben.
2. Du bist böse, weil du ihnen - in ihrer Weltsicht - nicht den Respekt und die Aufmerksamkeit zollst, den sich glauben Kraft ihrer Wassersuppe verdient zu haben. - Realistisch betrachtet: Schwerer Irrtum!
3. Nochmal: Diese angebliche Schuldaufrechnung geht nicht auf, denn du bist zu absolut nichts verpflichtet!
Zitat von Petrosso:
Mein Vater ist ein sehr autoritärer Mensch. Er kennt keine Empathie. In meiner Kindheit musste ich immer sehr artig und ruhig sein. Handgreiflichkeiten gehörten zur Erziehung. Da mein Vater recht launisch war, konnte ich sehr schwer vorhersagen, wann ich wieder „bestraft“ wurde. Manchmal kam es für mich einfach aus dem nichts!
Dein Vater hat ausgeprägt narzisstische Züge und was da passiert ist, ist eine nicht-bedürfnisorientierte Erziehung mit Methoden der schwarzen Pädagogik.
Zitat von Petrosso: Gesund wäre, mich von der Elterlichen Beziehung zu trennen.
Dann tu es!
Diese Menschen haben dir noch nie gut getan, werden es nie und werden sich auch nicht ändern.
Setze Grenzen und mache die Erfahrung, dass dabei nichts wirklich Schlimmes passiert.
Je klarer der Schnitt, desto besser für dich und deine psychische Gesundheit.
Zitat von Petrosso: Meine Werte und meine Gutgläubigkeit stehen mir für eine Trennung sehr im Weg.
Werte kann man in Frage stellen, wenn sie sich als offensichtlich nicht hilfreich herausgestellt haben.
Denk jetzt mal in erster Linie an dich und dein Leben!
Zitat von Petrosso: Ich habe/hatte eine soziale Phobie.
Das ist sehr wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs.
Menschen die solche Dinge mit ihren Eltern erlebt haben, tragen davon in aller Regel schwere Bindungstraumatisierungen davon, also handfeste Traumafolgestörungen. Depression, Angststörungen oder andere Symptomatiken sind dabei gerne Begleitmusik, die sich noch oben drauf setzt.