Petrosso
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schon mal vielen Dank, dass vielleicht einige ihre Lebenszeit opfern und eventuell meinen Text lesen!
Ich habe seit ca. 2 Jahren ein sehr angespanntes Verhältnis zu meinen Eltern! Ausgelöst hatte es eine sehr lange Nachricht, in der ich meinen Eltern offenbarte, dass ich eine sehr schwierige Kindheit hatte. Davor glaubten sie immer, dass ich ein sehr glückliches Kind war. Tatsächlich war/bin ich auch ein recht fröhlicher und optimistischer Mensch. Vor 2 Jahren habe ich mich noch glücklich und im „Reinen“ gefühlt. Ich hatte kaum Bedürfnisse und war dadurch recht zufrieden mit den Dingen, die ich hatte. Ich wusste, dass meine Nachricht meine Eltern sehr verletzen wird, deshalb widmete ich auch den ersten Absatz nur darum und versuchte zu erklären, dass es natürlich nicht mein Ziel ist, sie zu verletzen, sondern dass ich nur MEINE gefühlte Realität loswerden möchte, um endlich eine ehrliche und tiefgründige Beziehung zu führen.
Kurz nach dieser Nachricht konnte ich auch eine Therapie anfangen. Ich habe/hatte eine soziale Phobie. Mir würde das niemand ansehen! Ich bekomme immer wieder das Feedback, dass ich ein sehr offener Mensch bin! Ich bekomme auch alles super alleine geregelt und bin sehr selbstständig! Ich bin mittlerweile 38 Jahre und hatte nie Freunde. Ich bekomme viel positives Feedback, doch wenn jemand mich scheinbar wirklich gut findet, dann fängt mein Kopf an zu arbeiten und ich verstehe nicht, wie man mich gut finden kann. Ich scheine dann distanzierende Signale zu senden. 2 längere Fernbeziehungen hatte ich (4 u. 7 Jahre). Die Beziehungen empfand ich auch als schön. Beide Frauen schienen mich auch wirklich sehr geliebt zu haben und ich durfte unglaublich tolle starke Wörter und versprechen hören. Bei mir war es sogar andersrum als bei den meisten anderen Beziehungen, bei denen es nach der ersten Verliebtheitsphase und der Normalisierung der Hormone plötzlich bergab geht. Ich fühlte mich mit der Zeit immer sicherer und zeigte mich viel mehr, was offenbar sehr gefiel. Ich bin im inneren ein sehr optimistischer und quatschiger Mensch! Ich liebe es, wenn andere Menschen glücklich sind!
Da ich mich selbst nicht liebe, konnte ich leider kaum Körperliche Zuneigung zeigen, obwohl ich große Lust darauf hatte/habe! Ich wollte einfach nicht meinen Körper jemanden „antun“. Dadurch habe ich meine damaligen Freundinnen wohl sehr verletzt!
Als Kind und Erwachsener hatte ich einen sehr guten Weg gefunden glücklich zu werden, indem ich mich Isoliert hatte! Ich brauchte niemanden und habe mich bis vor 2 Jahren auch nie einsam gefühlt! Mit 20 Jahren bin ich vom Elternhaus ausgezogen, dass löste in mir ein unglaublich tolles Freiheitsgefühl aus! Ich war so glücklich frei zu sein (auch wenn ich es nicht nutzen konnte)!
Manchmal überlege ich, ob ich die Therapie bereue, weil sie in mir so einige Bedürfnisse geweckt hat, die unerfüllt sind und ich dadurch nicht mehr so glücklich bin! Ich vermisse meine tiefgründige Bescheidenheit sehr! Ich glaube aber, dass es trotzdem der richtige Weg ist und Veränderung nun mal auch anstrengend ist! Ich habe die Therapie kurz vor dem eigentlichen Therapieende abgebrochen, da ich das Gefühl hatte, meiner Therapeutin zu viel stressige Arbeit zu verursachen. Mir ist trotzdem mittlerweile bewusst geworden, dass ich mich scheinbar viel zu sehr verantwortlich für das Wohlbefinden anderer fühle.
Sorry! Nun versuche ich zum eigentlichen Thema zu kommen! Gestern hatte mir meine Mutter wiederholt gesagt, dass ich ihnen ja nur etwas Böses will und ich ihnen was auswischen will. Ich reflektiere mich nicht als böswilligen Menschen und werde offenbar von allen anderen auch nicht so wahrgenommen. Ich kann leider nicht wütend sein und kenne meine Grenzen nicht. Die Therapie hat leider dazu geführt, dass ich meine Eltern nicht mehr so viel unterstütze wie früher. Ich merke schmerzhaft, dass mir meine Eltern nicht guttun und dadurch habe ich auch kaum noch Kontakt. Ich fühle mich dabei auch unglaublich schlecht! Immer mal wieder versuche ich auf sie zu zugehen, doch sie erklären mir immer wieder, dass ich eine richtige Enttäuschung für sie bin. Ich möchte guten Kontakt, aber das bekomme ich leider nicht hin und ich scheine sie nur zu verletzen und sie mich auch.
Natürlich möchte ich herausfinden, was ich falsch mache und warum ich denn den Eindruck erwecke, dass ich Ihnen offenbar was böses will. Auf Nachfragen kommt halt nur allgemein, dass ich meine Eltern nicht liebe und ich mich nicht mehr melde. Mit dem Nachrichtenverlauf auf meinem Handy konnte ich direkt das Gegenteil beweisen. Ja, mittlerweile lasse ich mir auch mal 2 Tage Zeit um zu Antworten und meine Nachrichten sind auch nicht mehr so wohlwollend wie früher. Im Nachrichtenverlauf bin ich aber längerfristig stets der Letzte und ich „warte“ oft Wochen, bis von ihnen was kommt. Meine letzte Nachricht an meinem Vater steht schon seit 17. August als letztes im Verlauf. Auch mache ich Ihnen immer wieder kleine Geschenke als friedliche Geste, die auch ehrlich gemeint sind.
Mein Vater ist ein sehr autoritärer Mensch. Er kennt keine Empathie. In meiner Kindheit musste ich immer sehr artig und ruhig sein. Handgreiflichkeiten gehörten zur Erziehung. Da mein Vater recht launisch war, konnte ich sehr schwer vorhersagen, wann ich wieder „bestraft“ wurde. Manchmal kam es für mich einfach aus dem nichts! Ich passte mich unglaublich an und versuchte das zu machen, was von mir verlangt wurde. Schon als kleines Kind wollte ich einfach nur von der Welt verschwinden und hatte mehrmals versucht zu ersticken. Lob gab es in meiner Erinnerung nicht. Obwohl ich schon sehr früh viel im Haushalt machen musste, bekam ich ständig Kritik. Der Lieblingsspruch von meinem Vater war immer, dass wenn er was sagen muss, es doch schon zu spät sei und ich die Hausarbeit doch schon längst gemacht sein müsste. Er machte sich oft lustig über mein Aussehen. Er behauptet oft, was ich eigentlich denke. Wenn ich etwas sage, hat es keinen Wert, da ich ja angeblich anders denke.
Gesund wäre, mich von der Elterlichen Beziehung zu trennen. Mit 18 Jahren hatte ich Übrigens über einen Brief erfahren, dass mein Vater eigentlich nur mein Stiefvater ist und meine Eltern mich die ganze Zeit angelogen hatten (meinen echten Vater kenne ich nicht). Meine Werte und meine Gutgläubigkeit stehen mir für eine Trennung sehr im Weg. Vielleicht bekomme ich noch eine gute Beziehung hin!
Ich versuche zu verstehen, dass ich auch für andere Menschen eventuell wertvoll sein könnte. Ich wurde von der Gesellschaft immer gut aufgenommen und wurde zum Glück nie gemobbt oder ähnliches. Ich stehe mir unglaublich im Weg und habe so viele tolle Menschen und Entwicklungsmöglichkeiten ziehen lassen! Langsam geht mir die Zeit verloren, mein Leben zu leben.
Mittlerweile weiß ich aber, dass ich sehr alt werde und ich werde weiter an einem selbst bestimmten Leben arbeiten
Danke, dass ich das einfach mal los werden durfte!