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Ich bin gegangen, obwohl ich bleiben wollte

Arnika
Zitat von Sakura_:
Davon abgesehen sind Therapeuten keine Mediziner. Zumindest nicht psychologische Therapeuten. Die Gleichsetzung ist also schon falsch.

Im Wortstamm durchaus. Die Nicht-Gleichsetzung ist also falsch.

#46


Sakura_
Zitat von Arnika:
Im Wortstamm durchaus. Die Nicht-Gleichsetzung ist also falsch.

Auch vom Wortstamm her stimmt diese Gleichsetzung nicht. Therapeut bedeutet sinngemäß behandeln, pflegen oder dienen. Daraus wird aber kein Synonym für Mediziner. Nicht jede Therapie ist eine medizinische Behandlung und nicht jeder Mensch, der therapeutisch arbeitet, ist deshalb Mediziner. Psychologische Psychotherapeuten sind beispielsweise keine Mediziner und dürfen auch keine Medikamente verschreiben. Sie haben nicht mal Medizin studiert. Paartherapeuten müssen nicht einmal Psychologische Psychotherapeuten sein.
Du kannst den Begriff Mediziner natürlich für dich selbst sehr weit definieren. Im üblichen fachlichen und sprachlichen Gebrauch bezeichnet er aber jemanden mit medizinischer Ausbildung bzw. Medizinstudium. Die Aussage, Therapeuten sind vom Wortstamm her Mediziner, lässt sich daraus schlicht nicht ableiten.

Davon abgesehen hat das inhaltlich auch nichts mit meinem Thema zu tun. Du kannst von Paartherapien halten, was du möchtest, oder sie definieren, wie du das möchtest. Das hilft mir nur nicht bei meinem Problem.

x 1 #47


A


Ich bin gegangen, obwohl ich bleiben wollte

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S
Zitat von Sakura_:
Davon abgesehen hat das inhaltlich auch nichts mit meinem Thema zu tun.

🎯

#48


Arnika
@Sakura_ Erstens kann jeder einfach googeln, dass ich Recht habe, was Medizin bedeutet. Und es hat insofern mit deinem Thema zu tun, dass „Ich bin sehr einsam und kann so nicht mehr leben“ traurig und krank genug sein sollte - und deine Reaktion darauf erst recht.

Was immer auch dich dazu geführt hat, dass dein nächster Mitmensch sich so neben dir fühlen muss, lass das Trauerspiel bitte endlich los - oder ändere dich. Da braucht kein mitfühlender Mensch eine Therapie oder andere auswärtige Hilfe dafür, das zu erkennen.

x 1 #49


E
Hallo @Sakura_ ,

das eine traurige Geschichte. Ihr scheint euch zu lieben, aber seid in meinen Augen verletzt und habt leider die Verbindung zueinander verloren.

Du scheinst mir sehr reflektiert zu sein, was vorteilhaft ist, jedoch haben dich Emotionen überrumpelt und zu Kurzschlusshandlungen verleitet. Verstehen kann ich, warum du mit allen Sachen und Schlüsseluebergabe gegangen bist, aber "gut" war das nicht. Das merkst du selbst. Es ist nie gut, aus dem Affekt zu handeln, auch wenn manche das als "dem Bauchgefühl folgen" betiteln.

Nun stehst du da und überlegst, ob er richtig war. Das kann dir niemand sagen. Außerdem kann man eine Sache als richtig oder falsch empfinden nur in Anbetracht einer Intention. Deswegen rede ich eher von zielführend oder nicht-zielführend. Vielleicht hilft es dir, wenn du die Umstände aus dieser Perspektive betrachtest, du scheinst mir die Fähigkeit zu haben, einen Zustand aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Das ist sehr hilfreich.

Um doch bei allen Perspektiven nicht gänzlich "verloren" zu gehen, können Gefühle als Kompass dienen. Zusätzlich gibt es Binsenweisheiten, die hilfreich sein können. Eine davon fand ich sehr kostbar, ich teile sie mit dir in der Hoffnung, dass sie dir auch gute Dienste leistet:

"Nur weil man sich nach einer getroffenen Entscheidung unwohl fühlt, bedeutet nicht, dass diese Entscheidung falsch sein muss".

Du und dein Partner wart euch nicht immer zugewandt, nicht so zugewandt, wie zwei Menschen seien sollen, die ihr Leben miteinander verbringen wollen. Das ist nur eine Feststellung. Das hat jeder von euch zu spüren bekommen und es hat mit jedem von euch was gemacht. Kriegt ihr das besser hin? Wollt ihr es besser hinkriegen? Dann ab zu Paartherapie.

Wichtig wäre es, irgendwann das Gefühl zu haben, dass es um das "wie" geht und nicht mehr um das "ob" ihr zusammen bleibt.

x 2 #50


W
Also erstens finde ich dich einen sehr reflektierten Menschen!
Du musstest in den letzten Jahren viel schlucken und aushalten und bist trotzdem immer zu ihm gestanden, dass du nun so reagiert hast, finde ich absolut verständlich.

Fremdgehen, Datingapp, deine Gefühle nicht richtig anerkennen. Ganz ehrlich, mich wundert es nicht, dass du in diesem Moment gehen wolltest.

Hast du dich schon gefragt, ob du das alles noch willst? Könntest du weiterhin damit leben, dass er mit anderen attraktiven Frauen spricht und deine Gefühle dabei komplett ausblendet?
Ohne eure Vorgeschichte würdest du ja vermutlich nicht so drauf reagieren. Aber bei dir scheint einiges unverarbeitet und so bist du immer wieder Triggern ausgesetzt. Auch dass er sich im Urlaub kontrolliert gefühlt hat, ist einzig und allein auf seine Handlungen zurückzuführen.
Dabei ist es doch selbstverständlich, dass man während eines Urlaubs gerne noch in Verbindung bleiben möchte. Ich finde auch hier hast du nichts abnormales verlangt und trotzdem scheint es ihm zu viel zu sein.

Ich würde mal ganz tief in mich gehen und fragen, ob du diese Beziehung so wirklich noch willst.

x 3 #51


Sakura_
Zitat von Arnika:
@Sakura_ Erstens kann jeder einfach googeln, dass ich Recht habe, was Medizin bedeutet. Und es hat insofern mit deinem Thema zu tun, dass „Ich bin ...

Da werde ich inhaltlich nicht drauf eingehen und mich schon gar nicht weiter auf diese Ebene herablassen. Du hast offenbar nichts Hilfreiches zu sagen.

x 1 #52


K
@Sakura_

du bist verständlicherweise total aufgewühlt.

Aber reduzieren wir einmal eure komplexe Situation auf den Kern: Er hatte dich betrogen, du bist nie wirklich emotional darüber hinweggekommen. Dennoch willst du an eure Beziehung, du machst ihm vernünftige Vorschläge. Was macht er? Er vermisst deine "frühere Energie", und "weiß nicht, ob das Jahre noch so weiter gehen kann." Darauf hast du ihm seinen Schlüssel zurückgeben und bist gegangen.

Warum war das genau die richtige Reaktion?

x 2 #53


St_Jappi
@Sakura_
In Bezug auf @Arnika: Du hast um unterschiedliche Meinungen gebeten. Dann gehört für mich auch dazu, dass man manche Sichtweise einfach mal aushält und stehen lässt, selbst wenn sie einem nicht gefällt.
LG

#54


Sakura_
Zitat von WildBloom:
Also erstens finde ich dich einen sehr reflektierten Menschen! Du musstest in den letzten Jahren viel schlucken und aushalten und bist trotzdem immer ...

Ich danke dir sehr. Ich versuche, auch meine Anteile zu erkennen, damit ich nicht immer mit dem Finger auf ihn zeige.

Ich würde sagen, er hat auf jeden Fall versucht, viele Dinge anders zu machen, damit es mir gut geht. Das möchte ich ihm nicht absprechen. Auch dass er durch die Therapie herausfinden wollte, was der Ursprung ist, fand ich sehr schön.

Aber sein Umgang mit bestimmten Themen war wirklich sehr hart für mich. Ich hab mich irgendwann gefragt, ob ich nicht einfach übertreibe, was ich an mir ändern muss, damit ich mich nicht mehr so schlecht fühle beim Thema Frauen usw. Ich hab sehr oft extrem an mir gezweifelt. Und gleichzeitig hab ich aber auch viel gemeckert an ihm. Das war für ihn auch nicht schön. Aber ich habe mich durchaus schon ein paar Mal gefragt, ob langfristig nicht mein Selbstwert darunter leidet, wenn er weiterhin so viel Bestätigung von außen braucht und ob ich das so für mich möchte. Dann aber dachte ich mir auch, wenn ich ihm genug Bestätigung geben würde, wäre das Bedürfnis bei ihm vielleicht nicht so groß geworden. Ich war nun mal oft sehr verschlossen, und das hat ihm weh getan und ihn innerlich ausgehungert.

#55


Sakura_
@St_Jappi Ich habe auch sachlich mit ihr darüber diskutiert. Aber nur weil das ein Forum ist, heißt das für mich nicht, dass ich alles einfach schlucken muss. Und ich muss mir auch nicht vorwerfen lassen, dass ich eine Paartherapie oder Therapien grundsätzlich für sinnvoll erachte. Und die ganze Debatte rund um das Thema Mediziner hatte nichts mit meinem Thema zu tun.

#56


Sakura_
Zitat von Kopf_hoch:
@Sakura_ du bist verständlicherweise total aufgewühlt. Aber reduzieren wir einmal eure komplexe Situation auf den Kern: Er hatte dich betrogen, du ...

Wenn du das so sagst, klingt das, als hätte ihn einfach folgerichtig gehandelt. Damit tue ich mich aber so schwer. Ich möchte nicht unterschlagen, wie viel er auch versucht hat, damit es mir besser geht. Nur an den Ursprung wollte er nie heran, und am Ende litt er an den Symptomen. Und die hab ich ihn leider sehr oft knallhart spüren lassen. Er hat aber auch so viele Dinge gesagt und getan, die mich immer wieder zurückgeworfen haben. Aber er hat ja auch viel getan, um sich zu ändern. Ich frage mich oft einfach, ob ich nicht mehr hätte tun können, damit es mir und damit uns besser geht. Ob es nicht einfach meine Schuld ist, dass es so weit gekommen ist. Und dann wiederum tut es mir weh, dass ich überhaupt so lange so viel zugelassen habe.

#57


Arnika
Schau, ich philosophiere wegen meinem eigenem Leben da etwas herum. Aber: Du führst die therapeutie-nötige Beziehung, in der der Partner sich extrem einsam fühlt- und du überdrüssig den Hut draufgehauen hast.

Sollte man es nicht dabei bewenden lassen a la Patient tot - oder wollen wir den Patienten wirklich nochmal wiederbeleben?

Sag an, aber das sind zwei unterschiedliche Ansätze.

x 1 #58


Sakura_
Zitat von Ella:
Hallo @Sakura_ , das eine traurige Geschichte. Ihr scheint euch zu lieben, aber seid in meinen Augen verletzt und habt leider die Verbindung ...

Liebe Ella, ich danke dir für diesen schönen Beitrag. Ich weiß, dass ich sehr überstürzt gehandelt habe. Das tut mir für ihn und für mich wirklich total leid. Ich glaube, wir haben zuletzt nur noch für uns selbst gelebt und gekämpft, nicht dieses gemeinsame „Wir gegen das Problem“. Und ich glaube, wir waren beide einfach müde. Deshalb verstehe ich, wenn die Bereitschaft bei ihm gesunken ist. Was ich nicht verstehe, ist, dass er sich nicht richtig vorstellen kann, 30 Jahre mit demselben Menschen zusammen zu leben. Wenn er meinte, so, wie es ist, kann ich das sehr gut nachvollziehen. Wenn er das grundsätzlich meint, kann ich nichts tun. Deshalb musste ich mich zurückziehen. Das hätte ich nicht so dramatisch und endgültig tun müssen. Aber die Zeit wird zeigen, ob es das Richtige für uns beide war. Ich hab seitdem nichts mehr von ihm gehört. Aber so langsam setzt es sich bei mir, dass es tatsächlich vorbei ist. Und das tut echt weh.

x 2 #59


W
Es tut mir leid, falls meine Worte etwas hart oder direkt sind.

Vielleicht hat er einiges versucht, aber gleichzeitig auch sehr viel kaputt gemacht und absolut egoistisch gehandelt. Er hat dich betrogen und später ist er auch noch auf einer Datingapp angemeldet? Spätestens da wäre es bei mir vorbei und er soll sich seine Bestätigung alleine suchen.

Ich finde, du du suchst die Schuld viel zu sehr bei dir und blendest etwas zu sehr aus, was er sich alles geleistet hat. Dazu genervt sein ab Kleinigkeiten. Und dann wiederum beklagen, dass ihm etwas fehlt. Vermutlich hätte er alles fehlende bei dir, wenn er sich nicht solche Fehltritte erlaubt hätte.

x 1 #60


A


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