@Partout , mal so unter uns Altersgefährtinnen: Vor gut 30 Jahren war ich in erster Ehe mit einem Arzt verheiratet, der gerade anfing, an seiner Dissertation zu basteln. Sein Thema war so ziemlich das bekloppteste, weil am meisten ausgelutschte, nämlich Alk..
Zu diesem Zweck suchte er (und fand auch - leider

) Probanden, denen er Blut abnahm und an denen er die Aussagefähigkeit verschiedener Alk. testete.
Bekloppt, wie er nun mal war, glaubte er, dass jeder seiner Mitmenschen zur Teilnahme an seiner Fragebogenaktion automatisch
verpflichtet sei.
Ich war bei der ganzen Chose sowohl als Probandin als auch quasi als Assistentin mit dabei und erlebte mehr als oft den Frust der Patienten, denen mein Mann kraft seiner akademischen Wassersuppe unterstellte, Alk. oder zumindest Alk. zu sein - nur weil vielleicht jemandes Haut nicht wie aus Porzellan aussah oder der Proband bei einer Antwort einen Moment zu lange überlegt hatte oder ein Leberwert nicht schulbuchmäßig ausfiel.
Genau und ausschließlich aus letzterem Grund unterstellte mein Mann auch meinem Vater so was. Der wurde, was selten vorkommt, energisch, und das auch völlig zu Recht.
Denn sein Alk. war etwa so wie deiner, @Partout , zwar nicht in Wein, aber in B.. Und er sagte, das wirklich Ausschlaggebende ist die Trink
motivation. Trinkt jemand Alk., weil er dessen
Wirkung will oder sogar
braucht, dann besteht tatsächlich Alk. oder zumindest die Gefahr. Trinkt jemand, weil ihm das betreffende Getränk einfach nur
gut schmeckt, dann nicht. So gesehen, könnte er auch Grapefruitsaft oder Tonic trinken, da auch das beides herb schmeckt. Aber B. schmecke ihm eben besser.
Zitat von meinem Vater:Wenn ich vorhätte, mir einen zu ballern, würde ich Schnap. trinken. Aber da ich mir keinen ballern will, trinke ich keinen Schnap., sondern eben nur B.. Und um so was zu wissen und zu kapieren, brauchste nicht mal Mediziner zu sein. Logischer Menschenverstand genügt da schon.
Aber das war meinem Mann offenbar zu niedrig. Er
wollte Moral predigen, und er
wollte den hochwissenschaftlich hart Arbeitenden 'raushängen lassen, immer schön vom hohen Ross.
Nur darum ging es letztlich. Wie gesagt, er hatte einfach 'n akademischen Sprung in der Schüssel. Deshalb sah ich bereits damals als blutjunge Frau absolut keinen Grund zu besonderem Respekt und sähe ihn heute, als oller Schraubendampfer von 50+, erst recht nicht.
PS: Mein Vater ist inzwischen seit Jahren auf Alk. B. umgestiegen. Seinem damals ach so verdächtigen Leberwert ist das aber egal, der ist immer noch genauso doof.
PPS: Mein Ehemann ist inzwischen längst mein Ex und hat irgendwann nach der Scheidung auch tatsächlich promoviert, ist aber wahrscheinlich immer noch genauso doof.