Zitat von TimmyTrumpet: Ich tummle mich ein wenig im Trennungsschmerz Thread. Ich habe immer noch damit zu kämpfen. Es wird aber besser. Leider hatte ich vorgestern eine Zufallsbegegnung mit der AF. Wir haben uns vielleicht dann zwei Minuten unterhalten. Danach hab ich mit zittrigen Beinen im Auto gesessen und wusste erstmal nicht weiter.
Dauert - und dauert. Das geht nicht so schnell mit den Gefühlen.
Als ich meinen AM ca. zwei Jahre nach der Trennung unvorhergesehen das erste Mal leibhaftig wieder gesehen habe, durchströmten mich die Stresshormone.
Ich war auch nicht darauf gefasst, wusste aber, ich würde ihm begegnen auf dem Kongress. Wir würden uns irgendwann über den Weg laufen.
Und dann passierte es. Ich hatte ihn die ersten zwei Tage nicht gesehen und die Hoffnung, er sie kurzfristig doch weggeblieben.
Am Vormittag war ein Treffen, zu dem er immer hin ging. Und ich saß neben einem Kollegen in einem Vortrag, der auch auf dem bewussten Treffen war. Ich erkundigte mich quasi nebenbei, ob mein AM auch da gewesen sei, was er bestätigten.
Und genau in diesem Moment geht die Tür zum Vortragssaal auf, die ich im Blick hatte und ich dachte, mich trifft der Schlag. Und der Kollege sagte dann noch: Da ist er ja!
Um Himmels Willen, diese Parallelität aus meiner Frage und seinem plötzlichen Auftauchen brachte mich aus der Fassung. Das gibt es doch nicht!
Ich glaube, dem AF ging es ähnich. Er setzte sich unweit der Tür auf einen Stuhl und ich linste ab und an mal zu ihm und sah seilne versteinerte Mine.
In mir ging alles durcheinander. Ich blieb ruhig sitzen, wollte aber am liebsten weg. Magendrücken, Schwitzhändchen, Herzklopfen und doch äußerlich die Ruhe zu bewahren, verlangte mir einiges ab. ich war wie überflutet von den Hormonen.
Es wurde besser und am Nachmittag, als ich mich gerade sehr lustig mit einer Firmenvertreterin am Stand unterhielt, ging er vorbei und mir fiel wieder sein seltsames Gangwerk auf. Er geht immer etwas schlenkering und dann sein trauriges Gesicht, das aber der Normalzustand bei ihm ist. Heiter war er nie - wieso hatte ich das nicht früher bemerkt?
Er schlurfte also vorbei, unseren Augen begegneten sich. Ich lachte mit der anderen Frau und er sah bedröppelt drein. Ein kurzes Hallo war alles, was von unserer Beziehung übrig blieb.
Ab da wurde es besser, wenn ich ihm begegnete. Ich konnte immer besser und ungerührter damit umgehen. Aber das erste Wiedersehen war eine echte Probe fürs Gemüt.
Solche Dinge passieren und sehen oft nach Absicht des Schicksals aus. Ob es das ist oder nicht, weiß keiner.
Momentan bringt Dich eine Begegnung mit ihr noch aus dem Gleichgewicht, aber es wird von Monat zu Monat besser und irgendwann bleibst Du dann kühl und siehst sie, wie sie ist - ohne Idealisierung. Heute frage ich mich, was mich damals zu dem Ritter von der traurigen Gestalt hinzog - vermutlich weil ich Seelenverwandtschaft und Tiefgang witterte. Tiefgang war nicht da, es war eine Einbildung gewesen und die Seelenverwandschaft beruhte darauf, dass wir ähnliche Defizite mit uns rumtrugen. Aber zwei Lahme können zusammen auch nicht gehen..