Zitat von hahawi:Liebe Tringi
Als ich damals unfreiwillig ins Singleleben geworfen worde ging es mir auch so ähnlich.
Ich habe dann begonnen, mich selbst zu verwöhnen, für mich Mehrgängig zu kochen, meinen eigenen Tagesrhythmus zu leben, habe mir Musik gekauft, von der ich wusste, die kann ich sonst niemanden zumuten, meine Wohnung regelmässig umgebaut, habe dann sogar angefangen, die Zeit für mich alleine zu geniessen.
Niemand schert es, wenn man sich um 3 in der früh ein Steak zum Frühstück brät, eine umfangreiche Grappasammlung anlegt, seine Wände mit lustigen Motiven bemalt.
Ich habe das so genossen, dass es bei meiner nächsten Beziehung beinahe zum Problem wurde, wenn da nur eine fremde Zahnbürste meine persönliche Herrlichkeit störte.
All das, was Du beschreibst, sollte man größtenteils auch machen können, wenn man mit jemandem zusammenwohnt, oder?
Gut, seinen Partner nachts mit Opern-oder Metalmucke aus dem Schlaf zu reißen fällt weg. Und das Bemalen der Wände reduziert sich auf das (unverzichtbare) eigene Zimmer.
@Tringi89
Was fehlt, ist das Gegenüber - das können die besten Freunde nicht ersetzen. Jemand, dem das, was Dich betrifft, genauso wichtig ist wie Dir selber:
- der Stress mit dem Ablaufhahn im Bad und der Klempnergewährleistung
- Dein immer wieder auftretendes Jucken unter der Fußsohle,
- Deine Mutter, die immer wieder das selbe schei. Wort am Telefon verwendet
(Deine Liebste kennt ja die Hintergründe aus Deiner Kindheit und zieht unisono mit Dir die Augenbrauen hoch) - Deine Hochgefühle nach einem Erfolgerlebnis
- Deine Kopfschmerzen nach einer Erniedrigung
- Dein Ärger über jene blödsinnige politische/künstlerische/lebensphilosophische Einschätzung von Thema X durch den gemeinsamen Freund Y
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usw etc
Gleichzeitig ein Mensch, dessen Themen Dir selber so nahe sind wie Deine eigene Haut.
Von der körperlichen Nähe und 6 will ich mal gar erst nicht reden!
Ich halte es in solchen Lebensphasen ja umso verstärkter mit der Literatur. . - Ab in andere Welten!
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