Hallo zusammen,
ich möchte mich zunächst einmal bisher bei denen bedanken, die mir durch ihre Worte
und Erfahrungen Unterstützung zugesprochen haben! Das ist mir viel wert!
Nun ist Tag 7 der Kontaktsperre, nachdem es am letzten Sonntag zu einem heftigen Kontakt
zwischen uns kam, der in einem wirren, agressiven Anruf von ihr endete. Seitdem null Kontakt,
auch nicht auf der Arbeit über den Weg gelaufen.
Gestern ging es mir bis in den frühen Abend rein total schlecht. Ich war immer wieder in Versuchung ihr
zu schreiben, ob das jetzt am Sonntag das letzte Wort zwischen uns gewesen sei bzw. warum sie mich
dauernd abwertend behandelt hat, seitdem ihr klar war "oh bei dem sind ja wirklich noch Gefühle". Die
Art wie ich an die Nachricht ran gehen wollte zeigt, dass es gut ist, dass ich es nicht getan habe.
Am Abend dann ins Auto gesetzt, los gefahren, rumgeschrien und geheult. Mir immer wieder gesagt, dass
ich mir von "Dir" das Leben nicht kaputt machen lasse und dass ich etwas wert bin. Danach war mir völlig
klar, dass ich ihr Gerede doch überhaupt nicht ernst nehmen darf. Schließlich war sie ja wirklich in den
ersten zwei Tagen sehr verständnisvoll, für ihre Verhältnisse mitfühlend, das kann sie nicht spielen,
ich habe mit ihr telefoniert, sie war nicht bösartig zu diesem Zeitpunkt. Sie habe seit meiner Trennung
versucht, jegliche Gefühle zu mir abzutöten, damit ich auch nicht mehr nett zu ihr sei, wenn ich mich
melde. Sie habe sich halt gefragt, wenn ich sie liebe, warum ich sie dann, als sie denn bereit war für
mich, ich sie abweise. Und das sei für ihr ohnehin nicht vorhandenes Selbstwertgefühl nicht gerade förderlich
gewesen. Daher gehe sie davon aus, ich habe sie nie geliebt.
In den Tagen später hat sie abgestritten, dass es ihr damals groß etwas ausgemacht habe. Ab dem Punkt, wo
sie gemerkt hat, dass ich sie wirklich zurück will, hat sie dicht gemacht, eine unglaubliche Fassade aufgebaut und
mich ständig abgewertet ("kompletter Kompromiss" , "Zwischenlösung" z.B.). Gleichzeitg, dass ich für sie etwas
ganz besonderes und wichtig sei, nur jetzt bitte an einem anderen Platz. Ich glaube ihr das wirklich, es war
vor den heftigen Auseinandersetzungen, die sicher auch dadurch begründet waren, dass ich ja versucht habe,
auf Freundschaft zu machen, aber irgendwie musste ich ihr dann immer wieder sagen, dass ich sie noch liebe.
Je mehr ihr bewusst wurde, dass das kein Hirngespinst ist (sie hat es mir zu Anfang schlicht weg nicht geglaubt)
je mehr hat sie komplett dicht gemacht und ihren Freund toll geredet.
Was mich gerade so fertig macht, ist nicht zu wissen, welche Erkrankung sie denn tatsächlich hat. Dass sie eine
hat, hat sie mir ja bereits ganz früh erzählt. Die Symptome passen zu so vielen psychischen Erkrankungen.
Aussagen von ihr über sich selbst (Auswahl):
Ich bin hässlich.
Ich bin zu dick (objektiv nein!).
Ich bin dumm.
Ich bin schlecht.
Ich bin sozial inkompetent.
Ich werde immer alleine bleiben.
Ich kann nicht glauben, dass du mich liebst.
Ich bin unsicher.
Ich bin entscheidungsunfähig.
Ich kann um nichts kämpfen.
Gleichzeitig nach aussen immer eine unheimliche Fassade am halten.
Weiß mir in Erinnerung geblieben ist, da lief einmal der Film "Black Swan".
Da hat sie mich angerufen und gesagt, dass wenn ich verstehen möchte,
wer sie ist, ich diesen Film anschauen soll. Sie spiele die Hauptrolle.
Diese ganze NEGATIVITÄT hat mich schließlich dazu bewogen, mit ihr Schluss
zu machen. Weil ich auch irgendwann ausgelaugt war.
Sie hat mir nie versucht, irgendwelche Vorschriften zu machen, weil von Anfang
an war ihr klar, dass das bei mir nichts bringt. Trotzdem hat ihr mein "Lebensstil" nicht
so gefallen, so hat sie es ausgedrückt.
Es war auch nicht von Anfang an die "große Liebe", so dass wir übereinander her gefallen
sind. Zuerst war es eine tiefe Zuneigung / Freundschaft (Altersunterschied 13,5 Jahre), sehr intensiv. Bis ich mich dann
in sie tatsächlich verliebt habe und sie sich in mich ("wie konnte das nur passieren, ich
glaube, ich habe mich in dich tatsächlich verliebt"). Dann wurde Liebe draus und die war definitiv echt.
Sie hat mir auch nie Szenen gemacht oder sonst irgendwie etwas.
Wie gesagt, hat mich ihre Negativität über sich selbst irgendwann zermürbt. Ihre Aussagen, dass sie es nicht wert
sei, die Beziehung auf richtige Füße zu stellen, also offiziell zu machen, haben ihr übriges dazu getan. Exemplarisch hier
mal eine typische Nachricht von ihr.
Meine Frage lautete: Warum kannst Du mir nichts geben? (Zuvor hatte sie geschrieben, dass sie mir nichts geben kann).
Ihre Antwort lautete (Text abgeschrieben):
"Weil ich unfähig bin, was das angeht.
Du ganz andere Erwartungen und Vorstellungen hast.
Weil ich zu egoistisch bin.
Weil ich kein guter Mensch bin.
Weil ich alles so kompliziert mache.
Weil ich nur für mich lebe.
Weil ich nichts habe, was dir gut tun würde.
Weil ich nicht absolut die Entscheidung für dich treffen kann.
Weil mir so vieles nicht passt.
Weil ich unglaublich verletzend bin.
Weil ich einfach nichts habe, was jemand haben möchte.
Weil ich immer das schlechteste tu.
Weil es nichts gibt, wofür ich kämpfen würde.
Weil ich ein absolut unfähiger Mensch in allen Dingen bin.
Du hättest nichts von mir.
Und ich würde dir deine Wünsche nicht erfüllen können."
Das hat mich damals schon ein wenig sprachlos gemacht.
Sorry, dass ich das alles so vor mich hinschreibe
Es sind halt die Gedanken, die ich mir seit Tagen jetzt mache. Was hat diese Frau? Was nur?