Hallo liebe Threadteilnehmerinnen,
Vielen Dank für eure Anregungen.
@ Razzi: ja, beide loslassen und einen echten Neustart wagen, das spüre ich ja auch schon in mir. Natürlich mit der Einschränkung, dass mein Mann immer als Vater meines Sohnes präsent bleiben wird. Mit ihm und unseren Gefühlen füreinander werde ich mich weiterhin auseinandersetzen müssen. Tröstlicherweise haben wir uns eine lebenslange Freundschaft versprochen, sollten wir es als Paar nicht mehr hinkriegen.
Im Moment ist es noch so, dass ich ihn sehe und mir sofort Tränen in die Augen schießen. Weil mir alles so Leid tut. Weil diese Vorstellung einer heilen Familie kaputt ist. Weil ich die Ursache dafür gesetzt habe. Ich bin ihm nicht böse wegen seines Ausbruchs. Auch wenn ich mich in all den Jahren immer für ihn, für unsere kleine Familie entschieden hatte, und er im Zuge seiner Verknalltheit ratzfatz weg war.
Der Andere... Mit dem habe ich wahrscheinlich echt den Moment verpasst.
@ AndemMeer: Danke. Es tut gut zu spüren, dass man nicht alleine ist in dieser Zerissenheit...
@ Phila: Du hast einige wichtige und wahre Worte gesprochen.
Ja, ich weiß durch jahrelanges nach Innen schauen ( weil sich der Andere ja immer entzogen hat), dass dieser Mensch mir für irgendein Bedürfnis Projektionsfläche geworden ist.
Ist das der Grund, warum ich emotional so an ihn gebunden bin?
Ist das nicht der Grund, warum die meisten hier in diesem Thread an den jeweiligen Männern hängen?
Sind die Typen so der Kracher?
Natürlich nicht!
Einige sind raffiniert, meinen das, was sie sagen, wahrscheinlich auch in dem Moment, weil auch sie uns als Projektionsfläche ihrer eigenen Sehnsüchte nutzen. So mag das bei meinem "Anderen" sein, der mir oft gesagt hat, wie sehr er sich von mir geliebt fühlt. Um mir dann wieder zu unterstellen, ich sei nicht aufrichtig zu ihm.
Auch Razzis Mensch scheint zu der Kategorie zu gehören. Mit Einschränkungen, denn zwischen die Beine fassen ist doch eine recht plumpe Art, sich Bestätigung holen zu wollen ( auch wenn das in dem Moment vielleicht wirklich ein hilfloser Ausdruck war, seine Emotionen zu zeigen. Hat er es je besser lernen können?).
Andere sind da eher grobschwingender Natur, dazu würde ich deinen- wie sagen deine virtuellen Freundinnen etwas uncharmant

"Kneipenhorsti" zählen, Phila, und vor allem den in erster Linie bemitleidenswerten, von innerem Mangel nur so triefendem Klotz von Liva.
Dann gibt es da noch die "klassischen" Affärenmänner wie den von sonnenblume66, der stark vermeidende Persönlichkeitszüge zeigt und den Weg des geringsten Widerstandes gehen möchte. Das sind die, die sich oft aufrauchen zwischen den vermeintlichen Pflichten als Ehemann und Vater und der Erkenntnis, dass "dies doch nicht alles gewesen sein kann im Leben".
Was ich aus der ganzen Geschichte gelernt habe, und das hat meiner Ansicht nach auch luckyhappy ganz richtig erkannt, ist, dass ich bei all den offenen Fragen, die in mir durch diese Geschichte entstanden ist, bei mir bleiben muss.
Was der Andere denkt, fühlt oder tut, hat viel weniger ( als mir lieb sein mag) mit mir zu tun, sondern mit ihm selbst.
Und wenn ich ehrlich mit meinen Sehnsüchten umgehe, ist es bei mir doch auch so. In erster Linie geht es um das "Erkannt werden". Um die Wertschätzung meiner Selbst.
Und da haben wir aufrichtig geliebt oder uns zumindest jemandem hingegeben, und dann erkennt er uns nicht! Er erkennt unseren Wert nicht!
Ja, wie denn, wenn wir selber nicht wissen, was wir wert sind?
Und wenn er unsrem wahren Selbst doch auf der Spur ist: nehmen wir das überhaupt wahr? Oder erkennen wir die Signale gar nicht aufgrund unserer fast lebenslang aufgebauten Filter und Mauern?
Und wie verhalten wir uns, wenn wir Signale der Wertschätzung tatsächlich empfangen?
Sind wir erfreut? Oder erschreckt? Oder misstrauisch?
Nun, das sind alles Fragen, die mir in den letzten Jahren, auf dem Weg meiner Selbstfindung, immer wieder kamen.
Und als ich diesen Thread hier gelesen habe, hat sich das noch mal verstärkt.
Denn hier sind fast nur sehr tiefsinnige Frauen, die sich auch unangenehmen Wahrheiten stellen, die die Verhaltensweisen ihrer "Honks" und "Horstis" doch recht genau analysieren und trotzdem immer wieder ihren eigenen Sehnsüchten erliegen.
Und was ich ganz toll finde: auch wenn man bei sich selbst doch mit dem blinden Fleck zu kämpfen hat, die anderen hier im Forum sehen den Balken im Auge der Anderen doch recht deutlich.
Und das wird uns allen auf Dauer helfen, da bin ich mir sicher
