Ich habe gerade bei Facebook einen Spruch gelesen, den jemand gepostet hat:
Die beste Rache ist es, glücklich zu sein, das Karma wird den Rest erledigen.
Ich suhle mich jetzt auf keinen Fall in Trauer oder Selbstmitleid.
Als ich meinem Nochmann sagte: bitte, nie wieder über diesen Mann etwas erzählen, selbst, wenn er tot ist, war er beeindruckt und meinte, er kennt mich so nicht, und so habe ich mich noch nie angehört.
Als erste Maßnahme habe ich mir bei YouTube lustige Katzenvideos angeschaut. Und habe abgelacht.
Ich bin 45 Jahre alt! 6 Jahre, mein Gott! Keinen einzigen Tag länger werde ich verschwenden an einen boshaftes, feiges, leeres und deshalb bemitleidenswertes Charakterschw...
Er ist gestorben. Die Toten soll man ruhen lassen.
Ich schaue jetzt nach vorne. All diese Energie, die nun frei werden wird, die ich jahrelang in meinem freiwilligen Knast eines falschen Gefühls gebunden habe, nutze ich nun für mich selbst und für jene, die mich wahrhaftig lieben und wertschätzen.
Es gibt ein Buch von Chuck Spezzano. Es ist ganz okay, aber der Titel ist genial.
"Wenn es verletzt, ist es keine Liebe."
Basta. Wer hier in diesem Thread hört das schon gerne. Ich habe es auch nie wahrhaben wollen. In meinem Inneren wusste ich es immer besser. Ich wusste immer, was mir meine Nächsten ständig sagten: Der tut dir doch nicht gut.
Meine Freundin fragte mich gestern, was ich denn so an ihm liebe.
Ich musste nachdenken!
Bei meinem Nochmann, bei meinem Exfreund ( mein bester Freund) fallen mir SOFORT unzählige Eigenschaften ein. Das sind beides ganz helle Gestalten.
Bei dem? Ich fühle mich verstanden. Erkannt. Und dann muss ich schon überlegen. Er ist bestenfalls Durchschnitt in allem, was er sagt, tut oder ist. Überdurchschnittlich sind nur seine boshaften Charakterzüge, wie sein Intrigantentum.
Daraufhin meine Freundin: "Das beherrschen alle guten Manipulatoren, dass man sich von ihnen verstanden fühlt."
Autsch.
Und- und deshalb fühle ich mich hier in Philas Thread auch so verstanden- all das WEIß ich! Seit Jahren weiß ich es. Und sehe es klar. Und handle dann vollkommen anders, kopflos eben. Und besch... mich selbst. Und weiß, dass ich das tue, und will es trotzdem nicht wahrhaben. Wie ein bockiges, unreifes Kind, was Recht haben will.
Was in mir will denn Recht haben?
Es ist mein Ego. Mein innerer Manipulator. Das Dauergefasel in meinem Kopf, der Schmeichler und Kritiker und Angstmacher, der mich auch noch glauben lassen will, er wäre "meine innere Stimme."
Mitnichten! Die ist leise, sie bringt mir Bilder, sie ist assoziativ, sie regt sich in meinem Bauch, sie schenkt mir ein namenloses Gefühl der Gewissheit und der Verbundenheit zu meinem höheren, meinem wahren Selbst, welches vollkommen ohne Konzepte und Bewertungen auskommt.
Und jetzt habe ich das Gefühl, dass ich endlich aufgewacht bin. Und ich gebe zu, auch das ist nicht das erste Mal in den 6 Jahren. Ich fand ihn auch öfter schon schlimm und redete mir in der kontaktlosen Zeit ein, dass es besser so wäre.
Und trotzdem ist es jetzt anders! Ich bin ihm dankbar für seine endgültige Demontierung. Dass er so feige ist. Dass er wieder nur eine erbärmliche Nachricht geschrieben hat. Er ist 47 Jahre alt. Er ist so klein wie eine Amöbe. Er kehrt zurück zu einer Frau, so alt wie seine Tochter. Die ihn bereits angeblich geschlagen hat, mit der er sich so gestritten hat, dass die Polizei anrückte. Was für ein kleines Leben.
Er weiß nicht, was Liebe ist. Was will ich mit so einem.
Mit einem Feigling. Mit Feigheit habe ich echt ein Problem, das entmannt vollkommen... Es ist gut, dass er sie mir so deutlich gemacht hat heute.
Natürlich wird er mit dem jungen Ding scheitern. Das Tolle ist: es ist mir wurscht. Ich werde es auch nie erfahren. Er ist tot.
Ich weigere mich, auch nur eine weitere Sekunde Unglück seinetwegen zu empfinden. Für einen so kleinen Geist.
Und wenn der nächste Schub der Trauer kommen wird, dann betrachte ich sie wie eine Besucherin in meinem Haus der Seele. Heiße sie willkommen und weiß, sie wird auch wieder gehen. Aber sie ist nicht Ich. Ich bin nicht meine Gefühle.
Ich bin Liebe. Liebe ist mehr als ein Gefühl ( auch ein Buchtitel von Safi Nidiaye). Und jeder, der möchte und sie spürt, darf etwas von ihr nehmen, weil sie nicht weniger wird. Ich bin einfach kein Spielball mehr von verlorenen Seelen. Damit ist nun, in meiner zweiten Lebenshälfte, Schluss.
Und auch, wenn es wahrscheinlich genau das ist, was so eine verlorene Seele an mir anziehend findet, nämlich, dass ich Liebe bin und immer Liebe sein werde, so setze ich jetzt Grenzen.
Diejenigen, die von ihrem Ego, von der Angst, zu kurz zu kommen, von der Missgunst und dem Neid getrieben werden, müssen einen anderen Weg zu ihrem Glück finden. Ich stehe als Wegbegleiter nicht mehr zur Verfügung.
Dafür gibt es auch viel zu viele tolle Menschen, die selber voller Wärme und Liebe sind, mit denen ich verbunden sein kann, die mit Freuden meinen- unseren- Weg gehen.
Und ich denke, viele hier fühlen sich da angesprochen... Und dafür bin ich sehr dankbar... Dass dieser Weg sogar für eine gewisse Zeit ein virtueller sein kann...
Wir machen das, ihr tollen Frauen!
