kreole64
Gast
ich bin neu und wende mich an Euch, weil ich dringend Hilfe brauche.
Vor zwei Jahren habe ich mich von meinem Mann getrennt, weil er sehr egoistisch ist.
Er ist mein zweiter Mann und ich seine dritte Ehefrau.
Ich habe eine nicht so leichte Kindheit gehabt, mein Vater war gewalttätig gegen meine Mutter und vieles vor meinen Augen, leichte Übergriffe an mir gab es leider auch, man nennt es in der Klinik "intime Grenzüberschreitung".
Mein erster Mann hat mich leider immer wieder betrogen bis er irgendwann ging.
Mein jetziger Nochmann ist ein Freund von uns gewesen, ich fand ihn chamant und gutaussehend, er ist Nebenerwerbslandwirt.
Nun habe ich Therapie genug hinter mir und habe selbstständig an mir weiter gearbeitet um alles zu verstehen.
Ich habe wirklich alles für ihn getan, ging arbeiten, versorgte meine Kinder und ihn, habe bei freier Zeit in der Landwirtschaft unterstützt. Ich war die ersten vier Jahre zufrieden aber auch überfordert mit allem. Da ich ein Eigenheim habe, musste ich hier ja auch all meine Energie reinstecken und ein Hund war auch da.
Weil er es gewohnt war und mich darum gebeten hat, habe ich ihm seine Arbeitsbrote geschmiert und war immer da für ihn.
Wenn ich alle fünf oder sechs Wochen meine Freundin besucht habe, hat ihm das nicht gefallen,und meine Familie (Mutter und Brüder) haben ihn auch nie wirklich interessiert.
Nach wenigen Jahren fing er an mich auf distanz zu bringen indem er meine Nähe oft ablehnte. Ich machte dann Spass mit ihm und dann fing er an agressiv zu werden...., vorbei war der Spass.
Er mähte ab und zu den Rasen und schnitt die Hecke, aber ansonsten hatte ich keine Unterstützung. Renovierungen blieben an mir hängen.
Machte ich Vorschläge für sonntags lehnte er sie meistens ab und meinte das ich immer machen müsste was andere auch tun oder was ich in der Zeitung erlese.
Ich hingegen habe ihn immer begleitet wenn er auf landwirtschaftliche Ausstellungen fuhr.
Er war auch gerne futterneidisch auf meine Kinder, vor allem auf meinen Sohn, so das ich stets darauf achtete das er nicht benachteiligt wurde.
Ich habe wirklich gelitten, mich abgelehnt gefühlt, nicht geliebt.
Als sein Neffe vor Jahren beerdigt wurde gab er keine Träne, er war wie erstarrt.
Seine Mutter behandelt er sehr lieblos. Mich hat er gerne vorgeführt wenn ich irgendwo zuviel naschte, oder wenn ich zu lustig war.
Meine Erkenntnis:Ich habe jetzt zwei Jahre Zeit gehabt und gegrübelt und gegrübelt. Ich konnte es nicht verstehen, ich war doch immer da für ihn.
Er ist allen Anschein nach ein Beziehungsphobiker.Durch die Landwirtschaft zu Hause und den Verhältnissen von damals hat er diese Urnähe nicht bekommen und deshalb so glaube ich, kann er mit Nähe nicht umgehen, sie macht ihm Angst, es bedeutet für ihn Freiheitsverlust.
Damals ist niemand so auf ihn eingegangen da die Zeit fehlte. Seine Schwester war beim Vater die bevorzugte,so das er heute noch wenig Empathie für sie hat.
Nach einer Schulter-OP vor Jahren hat er mich spüren lassen das ich ihn nicht mehr aus Lust an der Freude unterstützen konnte.Er war nicht mehr so für mich da. Sein Auto durfte ich auch nur unter Diskussionen fahren.Es gab immer wieder Machtkämpfe.
Das führte irgendwann dazu das ich in eine Affäire rutschte und er hat es rausgefunden.Ich habe mich dann für vier Monate von ihm getrennt aber dann habe ich ihn zurück geholt und er versprach Besserung. Ich war wieder beruhigt das er wieder da war. Ich hatte totale Panik. Leider ging nach sechs Wochen alles von vorne los.
Heute verstehe ich sein Verhalten bzw. kann es deuten. Er hat nie wirkliche Nähe und Liebe erfahren. Was er nicht gelernt hat, was man ihm nicht vorgelebt hat ,kann er nicht geben, weil er es nicht kennt, weil er nicht weiss wie es geht. Er konnte selbst seinen Kindern gegenüber nur wenig zeigen.
Also weiss ich jetzt das er mit all seine Beleidigungen und Verletzungen an mir nicht wirklich verletzen wollte, sondern das es eine Projektion aus seiner Vergangenheit ist. Es ist nicht meine Verantwortung, so wie ich immer dachte, aber ich habe Schuldgefühle das deswegen unsere Ehe zerbrochen ist, weil es absolut unnötig wäre.
Wir haben noch Kontakt, meistens telefonisch und ich weiss das er noch zurückkommen würde. Aber ich bin hin und her gerissen. Was ist richtig? Durch die Übergriffe meines Vaters die ich vierzig Jahre mit mir geschleppt habe, konnte ich nicht lernen zu unterscheiden von richtig oder falsch.
Ich bin ehrlich, Angst vor Altersarmut habe ich auch, aber das alleine ist nicht der grund. Ich hänge noch an meinem Mann, er kann auch nett und charmant sein.
Nach meinem ersten Mann ist nichts besseres nachgekommen. So heißt es doch, das eben nichts besseres kommt. Auch von anderen Frauen die sich partnerschaftlich verändert haben weiss ich das sie hätten auch beim anderen Partner bleiben können, das es eher schlechter geworden ist.
Soll ich zu ihm zurück gehen? Jetzt weiss ich ja wie man solche Männer anpacken muss,wie man Stress vermeiden kann. Ich muss nur darauf achten das ich bei mir bleibe und trotzdem meine Bedürfnisse stille, zur Not ohne ihn.
Was meint Ihr?, bitte helft mir. Wenn man eine Ehe retten kann, dann sollte man es tun.
vlg
kreoel