The_Photograph
Gast
Ich bin "leider" der Neue hier. Vielen Dank vorab für das Bereitstellen und Supporten von so einer Plattform. Ich denke, es tut vielen und auch mir sehr gut, sich alles von der Seele zu reden. Gerade dann, wenn man keinen hat, bei dem man sich auskotzen kann.
Zu mir: Ich bin 41, und mein Leben war bis vor kurzem soweit ganz okay. Funktionierende Ehe, Spass im Job, kleines Häuschen, etc. alles gut. Ich bin seit 19 Jahren (seit 10Jahren verheiratet) mit meiner Frau zusammen. Mit einem 13Jährigen Kind ist unsere Familie komplett. Wir mussten wie bei vielen anderen auch diverse Rückschläge wie Krankheiten einstecken, was uns aber als Familie noch enger zusammengeschweisst hat. Klingt alles erstmal perfekt.
Vor einiger Zeit habe ich aber dann "Sie" kennen gelernt. Um ein ganzes Stück jünger als ich, attraktiv, offen, der gleiche Humor, umwerfender Charakter. Ich hab mich immer weiter in diese Person verliebt. Bis ich gemerkt habe, wie sch. die ganze Situation geworden ist, war es schon viel zu spät gewesen.
Viele schöne Unternehmungen mit ihr gemacht und viel gelacht. Im Anschluss daran viele traurige Tage, weil ich sie nicht sehen konnte. Ein dauerndes Auf und Ab meiner Gefühle. Mehr als kleine Neckereien sind allerdings nie passiert, kein Kuss, kein Sex oder ähnliches. Ich möchte mir gar nicht ausmalen, wie es mir gehen würde, wenn das ganze weiter als die gemeinsamen Ausflüge gegangen wäre. Noch mehr Liebeskummer und das schlechte Gewissen meiner Frau gegenüber oben drauf.
Natürlich spielt man mit dem Gedanken, alles bisherige hinter sich zu lassen, und mit der neuen Liebe durchzustarten. Das würde aber mein bisheriges Leben komplett auf den Kopf stellen. - Gefühlsmäßig, finanziell, komplett alles würde sich ändern.
Meine Familie, mein Kind wegen einer Jüngeren zu verlassen? Ich könnte weder meinem Kind, noch meiner Frau mehr in die Augen sehen. Vom Blick in den Spiegel ganz zu schweigen. Bei dem Gadanken, was mein Kind ab dem Zeitpunkt von mir halten würde bekomme ich kalten Schweiß.
Meiner Frau, (wir besprechen fast alles zusammen) ist natürlich auch schon aufgefallen, das mit mir was nicht stimmt. Umso härter ist es, dass ich mit Ihr darüber nicht sprechen kann.
Da es mir nach jedem Treffen, nach jedem Kontakt per WhatsApp immer mieser gegangen ist, hab ich heute die Reissleine gezogen, und ihr geschrieben, dass wir uns nicht mehr sehen können.
Verdammt, tut das weh. Ich sitz hinterm Haus und heule mir die Augen aus. Ich komme mir so erbärmlich vor, als 42 jähriger Kerl mit einem gefestigten Standpunkt im Leben so einzuknicken.
Ich hoffe, der Schmerz und die Traurigkeit lassen irgend wann nach. Ich würde gerne wieder der lustige Typ sein, der mit seinem Leben zufrieden ist.
Gefühle können so toll und gleichzeitig so sch. sein.
Sorry für den langen Text.
S.