Guten Morgen, nach einer schlaflosen Nacht und einem Abend....
Ich starte Mal wieder vorne.
Nachdem ich gestern Mittag so enttäuscht war über diese Aussage:
Zitat von Floora90:Er: Ja. Das muss ich. Aber alles worüber wir geredet haben, war nicht so daher gesagt. Ich wünsche mir, dass ich auch mal der glückliche Papa bin. Aber mir ist jetzt auch klargeworden, dass ich es so nie sein kann.
Ich war darin bestätigt, dass richtige zu tun, das Treffen mit ihm abzusagen, weil ich mich meiner Angst stellen will. Ich schaffe es, denn ich habe einen Willen, damit kann man Bäume ausreißen.
Aber die Aussage hat mich erst einmal wieder auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Ich war gekränkt, ich war traurig, ich kam mir schon wieder so ausgenutzt vor. Ich habe mal wieder gekämpft und was da zurück kan, wollte ich einfach nicht hören.
Um 17:30 bis 18:11 kamen 3 weitere Nachrichten:
Er: Hey. Ich hoffe ich habe jetzt nichts Falsches geschrieben
Danach muss er wohl versucht haben mich anzurufen, aber ich habe ihn blockiert, er kann mich nur über WA erreichen, per Festnetz oder an meiner Tür Klingeln.
Er: ok *beep*. ich glaube das kam falsch rüber. Bitte melde dich, damit ich es erklären kann. Ich wollte damit nichts auslösen

Oh *beep*. Ich war so verzweifelt und Dir so dankbar für deine Hilfe. Ich wollte dir nicht weh tun. Ich wollte eigentlich nur sagen dass ich über alles nachdenke und sehe was ich tun muss
Er: Tut mir leid
Nach diesen Nachrichten bin ich dann wieder mehr oder weniger zusammen gebrpchen. Es war die aufrichtigste Entschuldigung die ich in 6 Jahren von ihm bekommen habe. Das erste Mal hat er gemerkt, was er mir antut.....Es waren lange 3 Stunden, ich war wütend, habe telefoniert, habe geschrieben, hab geweint, war traurig...alles kam wieder hoch. Habe ich das wirklich verdient?
20:30 bin ich dann eingeknickt und habe ihn angerufen, er ging sofort ran, seine Stimme war wacklig und unsicher, aber ich konnte ihm anhören, dass er erleichtert war. Ich sagte nur, bin ich nicht mehr wert als 3 WA?
Er verneinte und kam sofort vorbei.
Was dann passiert.,...naja ich komme mir vor wie im schlechten Hollywood Film....irgendwie...
Er kam meine Wohnung rein, hat direkt angefangen zu weinen, ist aufs Sofa gesackt, hielt mich sofort fest und hat sich so oft entschuldigt wie sehr ihm alles leid tut. Er will mir das erklären, ich habe seinen Satz falsch verstanden.
4 Tage lag er im Bett, konnte nicht aufstehen, konnte nichts essen, hat 1000 Gedanken und ihm ist klar geworden, was ich alles in den letzten Jahren für ihn und die Beziehung getan habe. Er hat das alles so gar nicht gesehen, immer dachte er ich rede ihm ein, dass er eine Therapie machen muss...aber es gar nicht braucht. Er war Samstag auf einer Party und das Mädel mit dem er sich seit paar Monaten trifft war auch da, er war betrunken und alles lief nach "seinem Schema". Er besoffen, wird offen nimmt das Mädchen mit heim, sie ist schon verliebt in ihn und ja.....so war es bei uns auch.
Aber als ihm klar war, was gerade schon wieder passiert, hat er sich eine Taxe gerufen ist heim gefahren und hat dem Mädchen am nächsten Tag den Laufpass gegeben.
Er merkte, dass ich recht hatte, es läuft immer so, nur wenn er besoffen ist, wird er locker.
Wir weinten beide...so unendlich viel, weil ich einfach gemerkt wie schlecht es ihm gerade geht. Niemals zuvor hatte ich ihn so gesehen, dünn, kraftlos, einsam, verzweifelt und so unendlich dankbar, dass ich angerufen habe.
Mit seinen Aussagen:
Zitat von Floora90:Er: Will dich jetzt nicht hängen lassen. Ist vielleicht auch ne Motivation heute mal aufzustehen
Er: Ich muss eh Wasser kaufen. Ich habe keins mehr
Meinte er eigentlich, dass er mich heute braucht und sehen will. Aber er kann mir das nicht sagen oder danach fragen, weil es sich so schämt was er mir angetan hat.
Er geht am Montag für sich selbst zum Therapeuten, weil er so viele Gedanken hat und diese alleine gar nicht geordnet bekommt, dass er langsam Angst bekommt um sein Leben, er hat einfach eingesehen ich habe Recht und es gab keinen Menschen in seinem Leben, der es besser mit ihm meint als ich.
Er vermisst mich, er vermisst die Beziehung und seit 2 Wochen kommen auf wieder diese Gefühle hoch, dass er auch wieder mit mir zusammen sein will. Aber er ist sich auch bewusst, dass er Sicht nicht geändert hat. Also so wie er ist, will er nicht mehr sein, denn er ist nicht glücklich und wird mich auch nicht glücklich machen können.
Er hat extra diese Worte gewählt, weil er weiß wie sensibel er mit mir umgehen muss. Daher hat er gesagt, jemanden glücklich machen. Aber eigentlich denkt er dabei nur am mich.
Puhhh....
schon schwer das zu tippen...
Ich war gerührt und ich wurde von meinem Bauchgefühl nochmal bestätigt, da ist noch was bei ihm und mein Therapeut hatte mal wieder recht, er wird irgendwann wieder kommen, aber ich muss mich dafür zurück ziehen. Nur so wird er merken, dass alles nichts als die Wahrheit von mir war. SO ist es...er hat es gemerkt und ist am Boden, es tut mir weh ihn so zu sehen.
Er kann und wird mir nicht versprechen, dass es eine 2. Chance für uns gibt, obwohl er wie schon gesagt, gerade auch sehr darüber nachdenkt. Aber er will diese Therapie alleine machen, denn er weiß nicht was mit ihm passieren wird, doch er will einfach damit aufhören mir immer wieder weh zu tun, so wie er ist.
Wir haben noch etwas geredet und ich merkte, wie gut es ihm tat. Er konnte irgendwann lachen und ist gegen 23:00 Uhr nach Hause gefahren. Für Weihnachten sind wir verabredet, aber das haben wir schon vor Wochen ausgemacht, da es mein Wunsch war, weil ich an so emotionalen Tagen immer mit diesen Panikattacken zu kämpfen habe.
Ich weiß nicht so genau was ich fühlen soll, soll ich mich darüber freuen?!
Ich habe ihn gern und mein Bauch sagt mir, dass war nicht alles, da ist noch was. Man könnte sagen es ist naiv, aber ich glaube an ihn und ich hatte das Gefühl, dass es ihm gut tut, dass ich ihm gut getan habe. Er ist alleine, denn er hat keinen mit dem er darüber reden kann. Ich hatte das Gefühl ich konnte ihm Mut machen und er will das schaffen. Nachdem ich nun die halbe Nacht wach gelegen habe, weil ich mir überlege was ich nun mit diesen Infos mache, bin ich zu dem Entschluss gekommen, ich mache alles weiter wie bisher.
Ich lebe mein Leben, ich fahre in Urlaub, ich verplane meine Freizeit wie ich es will. Ich werde mich nicht mütterlich um ihn kümmern. Ich mache es so wie die ganze Zeit, der Unterschied ist jetzt nur, dass ich weiß, ich bin es ihm wert. Er verspricht es nur nicht, dass er keine Versprechen mehr brechen will. Ich habe ihm eben geschrieben, dass er Sonntag zum Essen kommen soll, dann können wir noch etwas reden. Er willigte schon ein. Ich möchte ihm für Montag einfach nur Mut machen. Aber ich werde mich jetzt trotzdem so weiter verhalten wie bisher. Er weiß, dass ich da bin und wo er mich findet. Ich lebe mein Leben und wenn es passiert, kreuzen sich unsere Wege, aber ich werde mich jetzt nicht 100 mal melden am Tag....ich werde mein Leben so leben wie es seit Wochen plane und möchte. Ich werde nichts für ihn absagen.
Zitat von mental_timeline:Ich lese aus deinen Zeilen so viel Wut gegen ihn und so viel Enttäuschung weil er dich mit seinen Aussagen innerlich kränkt.
Dein Körper wehrt sich jetzt gegen diesen heftigen Gefühlszustand. Du wurdest damals in Stich gelassen wenn du nicht das tust was dir gesagt wurde - jetzt ist es genau umgekehrt: Du fühlst das du ihn in Stich lässt und das schmerzt dich. Du wolltest in dieser Situation nie so sein wie du es aus der Vergangenheit kanntest. Das setzt dich emotional enorm unter Druck.
Ja in mir ist viel Wut auch jetzt noch. Vorrangig gegen meine Mutter....aber auch gegen ihn, da er ihren Platz stellvertretend eingenommen hat. Mir ist kotzübel gerade. Bin ich es doch wert? Habe ich es doch verdient?
Bei ihr ist da Hopfen und Malz verloren, ich bin fertig mit ihr, aber Wut die habe ich noch. Welche Phase einer Trennug ist ds? 2.? Also ich bin auch noch nicht mit ihr durch.
Zitat von mental_timeline:Du machst das genau richtig, denn jetzt setzt du dich mit Dir und deiner Angst auseinander. Es wird dauern bis du das für dich richtig ordnen kannst aber es wird besser werden.
Ich will da jetzt durch! Das war gestern der erste Schritt, ich habe selbst entschieden alleine zu Hause zu sein. Es war ein ganz besonderer und starker Moment für mich. Ich habe wirklich Ziele und Träume, die ich nun verwirklichen werde, Stück für Stück. Ich werde nicht warten, auf wen denn?
Zitat von E-Claire:h weiß nicht, ob Du grad in der Verfassung bist, aber wenn Du noch ein bisschen Kraft hast, versuch Dir mal den Schmerz wie eine wilde schäumende Welle vorzustellen, die an so einer einsamen Klippe hochschlägt. Irgendein Meer eine Küste, die Du sehr magst.
Dann stell dir vor, wie Du einfach auf dieser Klippe sitzt, ganz ruhig, vielleicht im Schneidersitz. Diese Welle überrollt Dich. Aber Du, Du bleibst einfach nur ganz ruhig weiter sitzen. Wartest.
Und schaust dann zu, wie sich die Welle wieder zurück zieht und mit dem Meer eins wird.
Alles, was Du tun mußt, ist nur ruhig sitzen zu bleiben und zu atmen.
Vielen Dank für dieses Beispiel, ich springe immer noch auf zwischen durch, ich habe noch nicht das Vertrauen zu mir, dass ich wirklich nicht mitgerissen werde.
Zitat von E-Claire:Das hier ist ein ganz schwieriges Thema. Zunächst würde ich Dich bitten, daß genauso, wenn Du das noch nicht hast, auch mit Deiner Therapeutin zu besprechen. Das ist nicht unbedingt etwas, was sich im Forum mit drei Beiträgen und fünf Kopfstreichlern wirklich gut behandeln (!) lässt.
Das weiß mein Therapeut schon, daran arbeiten wir...im Moment zwar nicht mehr so viel, weil alles gesagt ist, ich kämpfe schon seit Wochen an der Umsetzung, aber es geht halt auch nur langsam voran. Manchmal ist auch er etwas ungeduldig.
Aber es ist noch ein langer Weg, den ich aber glaube ich für mich selbst und alleine gehen muss.
Zitat von Femira:Ich kann mir auch vorstellen, dass dir das hilft, auch wenn man sich zunächst dabei komisch vorkommt. Ich hab sehr gute Erfahrungen damit gemacht, mein inneres Kind selbst zu betreuen und mich als gesunden Erwachsenen zu sehen, der seinem Kind helfen muss, mit den schweren Problemen und den angstmachenden Gefühlen umzugehen.
Da stimme ich gerne zu. Ich weiß nur noch nicht wie ich betreuen kann.