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Ich lernte einen Mann durch seine Abwesenheit kennen

P
Zitat von Amb25:
Manche Menschen sterben nicht, weil sie schwach sind, sondern weil sie zu früh gelernt haben, nie zu fragen.

Und selbst wenn 'diese' Menschen fragen oder auf sehr seltene Rückfragen antworten - werden sie nicht wirklich gehört. Weil ihre 'Aufgabe' es ist, für andere da zu sein. Auch in den Augen der anderen. Da wird irgendwie schnell drüber weggegangen obwohl man selber das tiefere Verständnis in Anspruch genommen hat.
Alles schon erlebt und öfter beobachtet.
Es gab zuletzt auch diesen Fall, wo 'solch' eine Person aus lauter Verzweiflung den Mund immer weiter aufgemacht hat und die Umgebung hat alles getan, damit 'die alte Ordnung' erhalten bleibt, heißt, helfen tut nur eine Seite. Die andere Seite bleibt Nutznießer. Das war sehr, sehr hart, gegen ganze Gruppe anzukommen. Da gab es auch einen schweren Zusammenbruch.

x 3 #16


S
Zitat von Worrior:
Ja das stimmt, Männer brechen still.

und
Zitat von Arella:
Das Leben ist leichter mit Menschen, die sich öffnen und das auch wollen.
Und können.
Und es macht Spaß.

Ja, absolut richtig.
Ich gebe aber zu bedenken, dass man leider Eigenschaften unbewusst übernommen hat von seinen Eltern, die man besser nicht hätte übernehmen sollen.

Bei mir früher in der Familie hat man nicht über Gefühle gesprochen.
Viele hängt auch immer noch mit dem 2 WK zusammen...
...mein Vater hat noch den Krieg mitbekommen - da gibt es einige Traumas die bei bewältigt wurden.

#17


A


Ich lernte einen Mann durch seine Abwesenheit kennen

x 3


Vivi_
Zitat von Perzet:
Und selbst wenn 'diese' Menschen fragen oder auf sehr seltene Rückfragen antworten - werden sie nicht wirklich gehört. Weil ihre 'Aufgabe' es ist, für andere da zu sein. Auch in den Augen der anderen. Da wird irgendwie schnell drüber weggegangen obwohl man selber das tiefere Verständnis in Anspruch genommen hat.

👍

x 1 #18


Sonnenschein85
Zitat von Schnuddel74:
und Ja, absolut richtig. Ich gebe aber zu bedenken, dass man leider Eigenschaften unbewusst übernommen hat von seinen Eltern, die man besser nicht ...

Das stimmt. Bei uns wurde auch fast nie über Gefühle gesprochen..und das übernimmt man meistens auch.

Ich musste das erst langsam im Erwachsenen Alter erlernen darüber zu sprechen und Gefühle überhaupt zeigen zu können.

x 3 #19


S
Zitat von Sonnenschein85:
Ich musste das erst langsam im Erwachsenen Alter erlernen darüber zu sprechen und Gefühle überhaupt zeigen zu können.

War bei mir auch so und ich erwische mich immer wieder wie ich meinen alles mit mir selbst ausmachen zu müssen...
...und das schlimme, mein Sohn macht das auch so 🙈.

x 2 #20


Sonnenschein85
Zitat von Schnuddel74:
War bei mir auch so und ich erwische mich immer wieder wie ich meinen alles mit mir selbst ausmachen zu müssen... ...und das schlimme, mein Sohn ...

Hast du deinrm Sohn gesagt das er immer zu dir kommen kann und du mit ihm über alles was ihn bedrückt reden kannst.
Ich versuche das meinen Kindern zu vermitteln. Allerdings geht jeder anders damit um. Meine Große macht gerne Dinge mit sich selbst aus, während meine andere Tochter alles kommuniziert. Ein wenig ist es auch Typ Sache, ob man sich anderen öffnen mag.

x 3 #21


hotte
Zitat von E-Claire:
Finde ich sehr cool, dass Du Dich da engagierst. Nur ein kleiner Reminder: Partner sind keine Therapeuten. Es ist nicht die Aufgabe des Partners Kindheitstraumata zu lösen oder zu heilen.

Du hast vollkommen recht. In unserem Fall ist es ausgeartet das ich dinge zu hören bekommen habe wie "das ist nicht so" oder "das siehst du falsch" und ähnliches. Heute sehe ich das als Gaslighting damals habe ich mich dadurch immer wieder in Frage gestellt und gezweifelt.

Ein Partner sollte ermutigen und optimalerweise darauf hinweisen im sinne von "ich sehe wie dich das belastet, ich bin hier für dich aber wirklich helfen kann ich nicht. Dafür müsstest du dich einen Spezialisten suchen" (oder halt etwas in der Art). Dummerweise ist, wenn das länger andauert, der/die Partner/in halt auch genervt oder betroffen so das dies dann in der Regel nicht stattfinden kann weil man dazu einfach etwas abstand braucht.

Auch solche erfahrungen führen übrigens dazu das sich ein Mann (ich vermute allerdings dass das anders herum genau so wäre) in sich selbst zurückzieht.

#22


_Gartentante_
Zitat von Sonnenschein85:
Bei uns wurde auch fast nie über Gefühle gesprochen..und das übernimmt man meistens auch.

Ich glaube, ich war die einzige die sich ab und an Luft gemacht hat. Oft bin ich auf Unverständnis/Ablehnung gestoßen, sah aber nicht ein, mir privat so viel reinzufressen.
Zitat von Sonnenschein85:
Gefühle überhaupt zeigen zu können

Meine demente Mama kann gerade richtig schön Gefühle zeigen. Das ist zwar manchmal anstrengend, aber die positiven Momente überwiegen.
Früher kannte ich sie nur bärenstark und meine Freunde hatten immer Respekt vor ihr.

Gefühlvolle und fürsorgliche Männer mochte ich immer schon.

x 1 #23


S
Zitat von Sonnenschein85:
Hast du deinrm Sohn gesagt das er immer zu dir kommen kann und du mit ihm über alles was ihn bedrückt reden kannst.
Ich versuche das meinen Kindern zu vermitteln.

Ja, das schon, aber frag ihn mal meinen Sohn wie es ihm geht, er sagt immer "gut"....

x 3 #24


Arella
Zitat von Perzet:
Und selbst wenn 'diese' Menschen fragen oder auf sehr seltene Rückfragen antworten - werden sie nicht wirklich gehört. Weil ihre 'Aufgabe' es ist, für andere da zu sein. Auch in den Augen der anderen. Da wird irgendwie schnell drüber weggegangen obwohl man selber das tiefere Verständnis in Anspru

Das ist verständlich, wenn Menschen gelernt haben, dass sie sich nicht äußern dürfen. Natürlich ist es im Laufe eines erwachsenen Lebens, trotzdem an einem jeden selbst, dazu zu lernen, und sich in angemessener Weise zu äußern. Denn nur, wer sich äußert, kann auch merken, ob es das Umfeld überhaupt interessiert und wie dieses reagiert.

#25


Arella
Zitat von Schnuddel74:
Ja, das schon, aber frag ihn mal meine Sohn wie es ihm geht, er sagt immer "gut"....

Versuch doch mal mit deinem Sohn zusammen etwas zu machen, etwas werkeln, etwas basteln und dann fragst du ihn so nebenbei mal. Während ihr beide beschäftigt seid. Für Jungs ist das oft besser, als wenn man einen wirkliches Gespräch führen will. Wäre ein Versuch wert. Du kannst dann auch über dich sprechen. Vielleicht, wenn ihr zusammen irgendwas schraubt.

x 1 #26


ElGatoRojo
Was können dir andere bei Emotionen helfen? Letztlich mit Worten, die dir auch deine schiere Ratio ebenso vorgibt. Und mehr als mit Worten ist eben selten und zu oft einfach nicht angebracht. Dass ein Indianer keinen Schmerz kennt, ist nicht immer nur als Nachteil zu sehen, denn dieses Mindset gibt dir eine gewisse Unabhängigkeit und Resilenz.

Das andere ist - was siehst du? Wie siehst du jemand mit Problemen? Und klar ist es einfacher, auf ihn zu reagieren, wenn er dich anspricht. Aber wenn er sich verschließt - willst du so bequem sein und trotzdem schweigen. Hier ist man gefordert.

#27


Sonnenschein85
Zitat von Schnuddel74:
Ja, das schon, aber frag ihn mal meinen Sohn wie es ihm geht, er sagt immer "gut"....

Ja gut, sich seinen Eltern öffnen zu wollen, ist die andere Sache. Meine Teenager Tochter lässt mich auch wenig emotional teilhaben.

x 1 #28


Amb25
@Vivi_
Was Sie sagen, ist absolut richtig und leider bittere Realität.
Wenn wir endlich den Mut finden zu fragen und auf Schweigen stoßen, hinterlässt das tiefe Spuren. Wir lernen dann, stiller zu sein, die Schläge zu ertragen und allein damit fertigzuwerden.
Sie haben auch etwas Wesentliches angesprochen: Viele Menschen wollen gehört werden, aber nur wenige nehmen sich tatsächlich die Zeit zuzuhören.
Vielleicht liegt der erste Schritt, so bescheiden er auch sein mag, genau darin: diese Realität anzuerkennen und jeder auf seine Weise zu versuchen, präsenter für andere zu sein.
Vielen Dank, dass Sie diese Erfahrung so treffend beschrieben haben.

x 2 #29


Amb25
@Perzet
Vielen Dank für dieses aufrichtige und mutige Zeugnis.

Sie haben einer oft unsichtbaren Realität Ausdruck verliehen: der Realität von Menschen, die als stark, widerstandsfähig, fast unerschütterlich wahrgenommen werden und denen unbewusst das Recht abgesprochen wird, zu wanken. Weil sie immer durchgehalten haben, wird angenommen, dass sie es auch weiterhin tun werden. Also hören wir nur halb zu, bagatellisieren, schieben es auf … bis der Druck unerträglich wird. Ihre Beschreibung der Gruppendynamik ist besonders treffend. Wenn eine Rolle feststeht – der Helfer auf der einen, der Empfänger auf der anderen Seite –, wird jeder Versuch, das Gleichgewicht wiederherzustellen, als Bedrohung empfunden. Und diejenigen, die es wagen, ihre Not auszudrücken, finden sich isoliert wieder, manchmal sogar angegriffen, nicht aus Bosheit, sondern aus Angst, die bestehende Ordnung in Frage zu stellen. Krisen entstehen nicht über Nacht. Sie sind oft das Ergebnis eines angehäuften Schweigens, ungehörter Worte und ignorierter Hilferufe. Ihre Beobachtung ist unschätzbar wertvoll, denn sie erinnert uns an etwas Wesentliches: Wahres Zuhören bedeutet nicht nur, Worte zu hören; Es geht darum zu akzeptieren, dass sich Rollen verändern und dass selbst die vertrauenswürdigsten Personen Unterstützung benötigen können.

Vielen Dank fürs Teilen. Ihre Sichtweise hilft uns, Probleme besser zu verstehen und sie vielleicht sogar zu vermeiden, anstatt sie zu spät beheben zu müssen.

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