KaWoom
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Ich traf meine Ehefrau vor ca 15. Jahren. Es war Liebe auf dem ersten Blick (bei beiden). Ich habe davor noch nie eine andere Frau so geliebt oder verehrt. Sind schnell zusammen gekommen und auch zusammen gezogen. Aus unser Partnerschaft sind 3 wundervolle Kinder entstanden (7,9,12). Wir hatten in der Beziehung viele Höhen (wunderschöne) und Tiefen (Todesfälle, Alk. etc.), aber standen immer sehr dicht beieinander und liebten uns sehr. Meine Frau(?) hatte eine sehr schwere Kindheit und aufgrund dessen litt Sie an Depressionen, was Ihr nicht immer leicht machte Gefühle zu zeigen. Ich kannte Sie aber sehr gut und wusste an den Kleinigkeiten zu erkennen wir sehr Sie mich liebte. Aber ich springe jetzt erstmal zu den aktuellen Ereignissen.
Vor 2 Jahren begann Sie wieder sporadisch zu trinken (sie hatte vorher 10 Jahre keinen Tropfen getrunken), innerhalb einen Jahres war sie dann darin gefangen. Sie hat von morgens bis Abends getrunken und immer mehr die Kontrolle verloren. Blackouts, Stürze, Aggressionen etc. skurriler Weise hat Sie mir in dieser Phase so oft viel mehr Nähe und Liebe geschenkt als in den Jahren davor.
Es folgten dann Mitte/Ende letzten Jahres die ersten Entgiftungen/stationären Aufnahmen. Dort hat Sie dann ebenfalls einen "Verbündeten", der auch in Entgiftung war, kennen gelernt. Die Entgiftung hatte dann nix gebracht und sie begann wieder zu trinken. Irgendwann ist mir dann aufgefallen das Sie oft am Handy ist. Habe mir das Handy dann geschnappt und musste feststellen das Sie halt mit diesem Mann schreibt (übrigens 10 Jahre jünger als Sie). Das geschriebene war sehr vertraut und er schrieb auch Sie wäre seine Traumfrau. War schockiert, verletzt und sauer und stellte Sie zur Rede. Ihre Antwort war das er sie so gut verstehen würde da er dasselbe durchmachen würde. Ist aber nix schlimmes und Sie würde nur Liebe /Gefühle für mich haben. Habe mein Leid runtergeschluckt und Sie weiter unterstützt bei Ihrem Heilungsweg.
Trotz trockener Phase etc. wurde die Alk. immer schlimmer. Habe tagelang(über Monate) nicht geschlafen weil ich auf Sie aufpassen musste. Habe 2 mal verhindert das Sie sich das Leben nimmt (wegen Scham und Sie wolle niemanden mehr zur Last fallen). Im Juli diesen Jahres saß Sie dann immer wieder schmunzelnd oft vor Ihrem Handy. Ich ahnte schon was Phase ist. Die beiden schrieben wieder. Dieses Mal aber mehr als vertraut von beiden Seiten. War an dem Abend so verletzt das ich lauter geworden bin woraufhin Sie anfing handgreiflich zu werden. Ich habe dann Ihre Mutter angerufen mit der Bitte Sie abzuholen. Diese hat Sie denn aufgrund Ihrer Verfassung(Promille) zur Notaufnahme gefahren wo Sie eingewiesen wurde.
Ich habe an diesem Abend viel geweint, da ich dachte das wäre es mit der Beziehung. Am nächsten Tag stand Sie dann mit mal bei uns in der Wohnung wie ein Häufchen Elend. Sie hatte Sich selbst entlassen und ist zu Fuss von der Klinik zu uns gegangen. Haben sehr viel geredet, Sie sagte wieder sie würde nur mich lieben und das läge nur am Alk.. Schmerzen und Wut wieder runtergeschluckt. Darauf folgenden sehr schwere Phasen aber auch sehr sehr schöne Moment zwischen uns. Wir hatten eine Rehaplatz zum Anfang September und machten so viele Pläne. Sie versprach mir und den Kinder das Sie an sich arbeiten wolle und Gesund werden will um "alles" wieder gut zu machen.
Wir haben Sie dann Anfang September zur Reha gefahren. Haben Sie sobald es ging besucht, jeden Tag geschrieben und telefoniert. Irgendwann wurde Sie immer kühler etc. Vor ca. 4 Wochen sagte Sie dann das es besser ist für Ihren Heilungsprozess das wir uns trennen sollten, weil Sie doch viel mehr Probleme hätte als sie gedacht hat. War schockiert und gleichzeitig positiv überrascht weil ich dachte Sie wäre nun bereit zu heilen (In den letzten Nächten vor der Reha hat sie mir immer gesagt das wenn Sie dort hingeht, Sie wieder so viele Medikamente bekommen würde das Sie keine Gefühle mehr spürt. Ich Sie aber nicht aufgeben sollte). Habe Ihr dann gesagt das ich immer zu Ihr halten und helfen würde, bis ich sicher bin das es Ihre Meinung ist und nicht durch die Medis impliziert. Aber auch gefragt ob Sie wieder Kontakt mit dem anderen Kerl hätte, was Sie verneint hat. Einen Tag später hatten wir einen sehr merkwürdigen aber schönen Tag mit den Kindern.
Die Woche darauf haben wir sie wieder besucht und sind Essen gegangen. Im Lokal zog Sie Ihre Jacke aus und mich traf der Blitz. Sie trug eine Kette von dem o.g. Leidensgenossen. Habe Sie dann gebeten mit mir eine Zig. vor dem Restaurant zu rauchen. Sie direkt gefragt und gebeten mit offenen Karten zu spielen ob Sie wieder Kontakt hätten. Klares Nein und Sie hätte die Kette selber gekauft. Zurück in der Klinik habe ich dann in Ihr Handy geschaut und Ihr wisst was kommt. Sie hatten natürlich Kontakt und er hatte Sie auch schon dort besucht. Dann habe ich Sie beiseite genommen und mir Ihr gesprochen. Ja, sie wären zusammen und wir hätten uns doch schon lange auseinander gelebt. Ich habe dann die Kinder eingepackt und so diskret wie es geht sind wir nach Hause.
Meine Welt war zusammen gebrochen. Ich habe dann einiges an Nachrichten geschickt wo ich sehr sauer war und sie bat aus Ihrer Illusion aufzuwachen (Thema Kurschatten, Endorphine etc.). Keinerlei Rückmeldung Ihrerseits bis es würde Ihr Leid tun und ich hätte das nicht verdient. 2 Wochen später begründete Sie es dann noch mal mit auseinander gelebt und keine Gefühle mehr.
Ich verstehe die Welt nicht mehr. Sie hat mir und den Kinder so oft direkt vor der Reha gesagt wie sehr Sie uns lieben würde. Wir haben so viele Pläne geschmiedet um aus diesem Loch zu kommen und eine schöne Zukunft aufzubauen. Wie können wir uns auseinander gelebt haben wenn ich die letzten 18 Monaten mich 20 std am Tag um Sie gekümmert habe. Sie wirkt wie eine komplette andere Frau (eher Teenager) und ist so distanziert mir und unseren Kindern gegenüber. Ich versuche so wenig Kontakt mit Ihr zu halten, was aber schwierig aufgrund der Kinder ist. Gestern musste ich Sie anrufen um Sie daran zu erinnern das es wichtig ist sich gerade jetzt jeden Tag bei Ihren Kindern zu melden. Im Laufe des Gespräches kamen dann so aussagen wie die könnten sich ja auch selbst melden! Denke aber die Gesprächen kann ich mir im Moment sparen das Sie eh nur genervt reagiert.
Wie kann jemand sich so schnell verändern, wie kann jemand seine Familie von heute auf morgen mit so einer Liebelei austauschen. Konzentriere mich im Moment darauf meine Kinder aufzufangen, muss aber jeden Moment an Sie denken. Und das verrückteste ist das ich Sie immer noch so sehr liebe obwohl Sie uns dies alles angetan hat. Das einzige was es für mich im Moment ertragbar macht sind meine Kinder und die Hoffnung das das Wie und warum in Ihrer psychischen Erkrankung begründet ist.
Wie kann eine Mutter und Ehefrau so schnell ihre Gefühle abstellen. Jetzt wo sie langsam wieder auf die Füsse kommt und gesundet, werden wir einfach abgeschrieben.
Wollte viel mehr schreiben aber mein Kopf ist zu voll.
Danke für das zu hören.