Margerite
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Zitat von Sanyata:Ich glaube es ist an der Zeit mich unabhängig zu fühlen... Und das mit 53 Jahren!
Toll, ich war auch Anfang 50 bis ich mehr über mich lernte und mehr zu mir stand. Es ist nie zu spät. Ich glaube sogar, dass wir erst über uns richtig nachdenken, wenn wir schon etwas in die Jahre gekommen sind. Früher, in der Jugend, während des Erwachsenwerdens hat man dafür keinen Sinne und auch die späteren Jahre sind oft so voll, da wir uns beruflich und privat etablieren, dass wir das Nachdenken und auch Nachfühlen über unser Leben beiseite schieben.
Zitat von Sanyata:Ihm ging es genauso und wir haben uns getrennt. wollten aber Freunde bleiben.
Sehr schwierig, weil die Emotonen ihren eigenen Weg gehen. Keiner kann von heute Beziehung, morgen solo einfach so umsteigen. Es ist alles ein Prozess der zudem nicht linear verläuft.
Und wenn der Ex. schon eine Neue am Start hat, fühlt man sich einfach verraten und vergessen, traurig und weggeschoben.
Dann ist es doppelt schmerzhaft, eigentlich unmöglich.
Es sind oft so Vorsätze, wir bleiben Freunde, haben uns ja auch immer sehr geschätzt, die dann in der Realität an den sich wiederholenden Schmerzen scheitern. Wenn du mit ihm redest, weißt du, dass du nur EINE Freundin bist. Wenn er dir was erzählt, fragst du dich, wie vollständig und ehrlich die Info ist und kannst dich im Schmerz baden.
Du hast ihn emotional nicht losgelassen und das steht einer belanglosen Freundschaft im Weg. Oft ist die "Freundschaft" auch ein Mittel doch noch eine Rolle in seinem Leben zu spielen und noch ein wenig Kontrolle über sein Leben zu haben.
Ich hab das auch probiert, es geht nicht. Stattdessen tat ich mir selbst immer wieder von Neuem weh, wenn er von interessanten Veranstaltungen erzählte, wobei er aussparte, ob er allein oder in Begleitung dort war, während ich dann mein trauriges Schmalspurleben anschaute. Eifersucht, ständige unausgesprochene Fragen und sich wiederholende Traurigkeit waren der Lohn einer "Freundschaft" mit ihm.
Lieber ein Ende mit Schrecken als umgekehrt. Freunde kann man erst werden, wenn man sich richtig entliebt hat. Und wenn man das geschafft hat, hat man meist kein Interesse mehr an einer Freundschaft mit dem Ex., sondern ist froh dass man es gschafft hat ihn loszulassen.
Du wirst die Ablösung schaffen, keine Frage, aber sie kann langwierig sein. Er hinterlässt eine große Lücke, die jetzt erst mal leer bleibt und sich nicht kompensieren lässt. Du denkst an frühere Zeiten und weinst wieder mal, weil er dir fehlt. Und du dich fragst, was er jetzt wohl mit wem macht ...
Ablösung tut sehr weh und zeigt einem die eigene bescheidene Lebenssituation immer wieder auf. Während er mit Nextie tolle Sachen erlebt und keinen Gedanken mehr an dich verschwendet.
Es wird besser, schrittweise und allmählich und der Trennungsschmerz ist der erste Schritt der Ablösung. Nicht selten schließt sich dann eine Wutphase über ihn und einen selbst an, ehe man in das gemächlichere Fahrwasser der Akzeptanz übergeht, die aber auch noch von Trauer durchsetzt ist.
Der Mensch ist ein wundersames Wesen. Sich zu verlieben, geht megaschnell, sich zu entlieben, dauert viel viel länger.
Wichtig ist es, sich nicht nur hängen zu lassen, sondern sich selbst auch mal einen Tritt zu geben und sich aufzuraffen. Jede Unternehmung allein ist ein Fortschritt, mit dem man sich beweist, ich kann es auch allein. Und auch wenn es mir nicht gut geht, so lasse ich mich doch nicht hängen.
Der Kontakt mit Freundinnen kann sehr wohltuend und hilfreich sein, auch wenn man nicht DARÜBER spricht. Aber ein Abend mit Gesprächen, Lachen ist sehr hilfreich. Und man merkt, es gibt Menschen denen man doch noch ein bißchen wichtig ist, auch wenn der Eine ...
Stell Dir mal folgende Situation vor. Es ist kurz nach der Trennung von ihm, diesem miesen Verräter, Du bist voller Schmerz und hast Mühe, in der Öffentlichkeit deine Tränen zurückzuhalten. Du gehst etwas widerwillig, aber auch weil du eh nichts besseres zu tun hast, zu einem Treffen mit drei Freundinnen, deren Leben offenbar in Ordnung ist, während deines ... du weißt schon. Und dann fällt dein Blick auf ein offenbar frisch verliebtes Pärchen am Thresen. Sie lachen, kichern, können die Finger nicht voneinander lassen und du wünschst dir nur, dass du mit ihm dort so sittzen würdest.
Es zerreißt dir förmlich das Herz, dieses Glück anzuschauen. Du sagst nicht viel, hörst nur zerstreut vor und fragst dich ob dich das Leben verar... will.
Das ist mir passiert, 5 Tage nach dem Beziehungsaus. Am liebsten wäre ich aufs WC gerannt und hätte geheult und geheult. Ich habe es damals überstanden, was auch sonst, aber mich auch gefragt, ob mich das Schicksal noch extra quälen will.
Du schaffst das und dann wird er eines Tages im Nebel der Geschichte verschwunden sein. Oder ihr werdet doch noch Freunde und diese reduzierte Form einer Beziehung tut nicht mehr weh.