Benita
Gast
du hast auch deinen Anteil daran, daß deine Glaubwürdigkeit angezweifelt wurde, denn du warst nicht ehrlich, z.B. darin daß du behauptest alles verarbeitet zu haben, deine Reaktion war eben anders und wie du jetzt schreibst es hatte dich getriggert, was absolut nachvollziehbar ist, bei dem, was du hinter dir hast. Einige hier haben dir auch den Spiegel deiner Aggressionen vorgehalten.
Keiner hier ist deinen Weg gegangen und kann deshalb nicht wissen wie es in dir aussieht, ich kann es auch nur ahnen, selbst wenn jemand ähnliche Erfahrungen gemacht hat ist er anders und verarbeitet es deshalb anders, hat ein anderes Umfeld.
Leider sind deine Erfahrungen gar nicht so selten, auch in der Form, daß die Mißbrauchsopfer auch später immer wieder an Partner, Ärzte, Therapeuten, etc. geraten die sie retraumatisieren weil der Mißbrauch sich wiederholt und auch später wieder mal die Taten nicht geglaubt werden, allein die Vernehmung dieser Opfer findet unter den schlimmsten Bedingungen und wenig professionell und einfühlsam statt, auch wenn die Opfer Kinder/Jugendliche sind und sie bekommen dadurch oft das Gefühl Komplizen der Täter gewesen zu sein, was wiederum ihre Scham- und Schuldgefühle verstärkt und sie wieder mal allein damit gelassen werden.
So sind jedenfalls meine Eindrücke gewesen weil ich vor vielen Jahren mit Mädchen- und Frauen mit Gewalterfahrungen zu tun hatte, ich weiß zwar, daß sich inzwischen einiges im Umgang mit ihnen verbessert hat, aber leider nicht genug.
Überwiegend findet der Mißbrauch in der Familie oder durch deren Angehörige statt, was für die meisten Menschen einfach unvollstellbar und unaushaltbar ist, das macht alles nur noch schwieriger.
Nicht jeder muss mich mögen und nicht jeder muss mir glauben, ich glaube an mich und meine Fähigkeiten mein Leben so zu gestalten, daß es mir gut darin geht, wenn auch Spuren bleiben werden prägen mich die meisten nicht mehr. Mein Lebensweg war auch nicht leicht, ich habe mit vielem Frieden machen können und damit ist auch mehr Lebensfreude eingekehrt.
Innere Härte verschließt vor dem Leben, damit nimmst du dir selbst sehr viel, unterbreche du den Faden, damit die Folgen von dem, was du selbst erlebt hast, all deine Ängste, Schuld und Scham, Selbstzweifel u.v.a. nicht mehr an andere weitergegeben/übertragen werden können.
Gehe einen Schritt nach dem anderen, welche Ziele willst du erreichen ? Und wie willst und kannst du diese Umsetzen und wer kann dir dabei helfen, dich darin unterstützen ?
Viel Glück !