@Angi2
Zitat:Nein, ich formuliere es nicht nur im Forum so, und ich bin auch nicht verzweifelt...ich frage nur und habe hier nur fragen wollen, ob es der richtige Weg ist, sich abzugrenzen.
ich glaube Dir, dass Du gerade keine Verzweiflung empfindest. Aber das Drama schlängelt sich ja wie Lava im Untergrund.
In dieser Familie mit dem verrückt gewordenen Teenie empfindet auch niemand seit eh und je Verzweiflung.
Ich erlebte die Erziehung etwas mit und hatte immer den Eindruck extrem engagierter und verantwortungsvoller Eltern. Klar mit Schwachstellen. . ., aber mir war es ein Rätsel, wie es unter diesen anscheinend harmlosen Umständen zu solch einem Drama kommen kann. Details möchte ich hier nicht erzählen, aber etwas leidvolleres kann ich mir kaum vorstellen.
Weil ich es nicht begriff, dachte ich viel nach. . .Und da ich die Eltern auch schon vor der Geburt des Kindes kenne, fiel mir dann doch etwas ein: vor allem die Mutter hat eine sehr tragische Kindheit. Ich finde, dass sie das beste daraus gemacht hat. Sie hat sehr viel im Leben erreicht und gab ihren Kindern, was sie selbst nichtmal im Ansatz bekam.
Aber sie ist stets sehr "gedeckelt". Alles verzweifelte, all diese irren Kämpfe, die Aggressionen usw. wurden verständlicherweise radikal aus ihrem Leben und Bewusstsein verbannt. Keine spontane Regung oder ein starkes Gefühl entgleitet ihr je. Kontrolle pur und natürlich und wieder verständlicherweise Ablehnung jeder impulsiven Regung.
Und dieses kranke Teeniekind lebt nun all das bis zum Exzess aus. In einem Ausmaß, das mir den Atem verschlägt.
Übrigens verurteile ich die Mutter nicht, sondern sie tut mir wahnsinnig leid. Sie leidet wie ein Schwe in und kämnpft um ihr Kind. Sie ist sogar beim Leiden beherrscht, wo ich in dieser Situation nur noch schreien würde und mich gemeinsam mit meinem Kind einweisen lassen würde.
Beherrschung ist wichtig, aber in diesem Fall habe ich den Eindruck, dass das Kind es so weit treibt, bis die Mutter all ihre Verzweiflung mal zum Ausdruck bringt.
Darüber hinaus finde ich es sagenhaft, wie wir alle auf so subtile Weise mit unseren Schatten konfrontiert werden.
Ich sehe es auch in meiner Familie. Lange Zeit suchte ich immer Vatermuster bei meinen Männern, erkenne aber heute Brudermuster. Und meinem Bruder geht es genau so. Bis ins Detail ähnelt mir seine Frau. Es ist kaum zu glauben weil das schon seeehr spezielle Dinge sind. Sie ist ein perfekter Spiegel für meine problematischen Seiten.