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Ich schaffe das nicht alleine

Mamelia

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Liebe Forengemeinde,

hoffentlich verstoße ich nicht gleich gegen Forenregeln. Ich habe auch (noch) nicht die Kraft gehabt nachzusehen, ob es hier eine Vorstellungsrunde oder ähnliches gibt.

Gestern Abend habe ich mich nach einen (eigentlich lapidaren) Streit von meinem Freund getrennt. Ein Jahr lang waren wir zusammen. Ich kann einfach nicht aufhören zu weinen. Ich weiß, dass dies so kurz nach einer Trennung sicher normal ist, aber ich habe eine sehr komplizierte Vorgeschichte und es war ein Wunder, dass ich, nach allem was ich erlebt habe, mich überhaupt wieder so auf einen Menschen einlassen konnte.

Ich schaffe das einfach nicht alleine und ich kenne mich und weiß, dass hier die Zeit auch keine Wunden heilen wird.

Es tat so weh zu sehen, dass es ihn scheinbar garnicht berührt und der Gedanke, dass er sich jetzt gleich ins Internet stürzt und meine Nachfolgerin sucht zerreißt mich. Ich weiß nicht, wie ich es schaffen soll, mich um mein Leben, die Arbeit und vor allem um mein Kind zu kümmern. Wäre mein Kind nicht, würde ich allem ein Ende setzen. Sie ist das Einzige, was mich davon abhält, weil sie mich braucht.

Die letzten Wochen in der Beziehung liefen nicht gut; die Situation gestern war nur der Tropfen, der dass Fass zum überlaufen gebracht hat. Eine Versöhnung wird es nicht geben und im Grunde weiß ich auch, dass das wohl besser so ist.

Nach meiner letzten Beziehung habe ich fast ein Jahr gebraucht, um wieder ein Leben zu führen, was man als solches bezeichnen kann. Ich habe eher funktioniert wie eine Maschine. Und diese Beziehung war lang nicht so intensiv, wie diese jetzt.

Ich kriege einfach diese Bilder nicht aus dem Kopf: Den Sommerurlaub hatten wir schon gebucht; dort wird er dann wohl mit einer Anderen hinfahren. Er wird sich schnell eine Neue suchen und gerade das tut so weh. Wenn ich zumindest wüsste, dass es ihn auch verletzt. Und am Ende stehe ich immer alleine da.

13.02.2020 14:39 • #1


Juerchi


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Hallo Mamelia,
fühle dich bitte hier gut aufgehoben. Es gibt in diesem Forum viele dir dir seligen Beistand leisten werden.
Ich weiß wie schlimm du dich gerade fühlst, aber kämpfe bitte für dein Kind und dich.
Vor sechs Wochen war ich am selben Punkt an dem du dich jetzt befindest. Nein, ist ist noch nicht alles schön, aber besser wie am ersten Tag. Auch du wirst dahin kommen, versprochen!
Du bist nicht allein!

13.02.2020 14:44 • x 3 #2


LostGirl1


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Hallo und willkommen,

Zitat von Mamelia:
Wäre mein Kind nicht, würde ich allem ein Ende setzen

Bitte ruf im Ernstfall die Telefonseelsorge oder den Notruf an und hol Dir Hilfe.
Das klingt überhaupt nicht gut.

Zitat von Mamelia:
Nach meiner letzten Beziehung habe ich fast ein Jahr gebraucht, um wieder ein Leben zu führen, was man als solches bezeichnen kann.

Kannst Du irgendwie benennen, warum Dich so etwas so sehr mitnimmt?
Bitte nicht falsch verstehen, ich glaube, jeder hier kennt diesen lähmenden Schmerz.
Das, was Du beschreibst klingt allerdings doch extrem.

Zitat von Mamelia:
Die letzten Wochen in der Beziehung liefen nicht gut; die Situation gestern war nur der Tropfen, der dass Fass zum überlaufen gebracht hat. Eine Versöhnung wird es nicht geben und im Grunde weiß ich auch, dass das wohl besser so ist.

Magst Du hier ein wenig mehr erzählen?

13.02.2020 15:03 • x 1 #3


Mamelia


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Ich bin HSP. Trennungen jeglicher Art fallen mir extrem schwer. Wir hatten so viele Pläne... Am Anfang war es so wunderschön. Das ist es wohl immer. Nach einigen Monaten ließ alles nach von ihm aus. Und als ich ihn gebraucht habe, hatte ich das Gefühl, er wäre nicht für mich da. Er meint, dass wäre nicht so.

Ich habe mich auch nicht mehr wirklich geliebt gefühlt. Es gab kaum noch S.. Gekuschelt haben wir sehr viel, aber ich hatte das Gefühl, dass er mich nicht mehr begehrt hat und habe mich gefragt, wo er sich das geholt hat, was er von mir nicht mehr haben wollte.

13.02.2020 15:11 • #4


regenbogen05


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Zitat von Mamelia:
Ich bin HSP. Trennungen jeglicher Art fallen mir extrem schwer. Wir hatten so viele Pläne... Am Anfang war es so wunderschön. Das ist es wohl immer. Nach einigen Monaten ließ alles nach von ihm aus. Und als ich ihn gebraucht habe, hatte ich das Gefühl, er wäre nicht für mich da. Er meint, dass wäre nicht so.

Kann es sein, dass Du seine Nähe einfach nicht mehr gespürt hast; dass Du immer mehr davon brauchst, damit diese Nähe bei Dir ankommt?

13.02.2020 15:17 • x 3 #5


Mamelia


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Zitat von regenbogen05:
Kann es sein, dass Du seine Nähe einfach nicht mehr gespürt hast; dass Du immer mehr davon brauchst, damit es bei Dir ankommt?


Ja ich habe viel Zuwendung gebraucht. Ich weiß, dass er es auch nicht immer leicht mit mir hatte.

13.02.2020 15:19 • #6


regenbogen05


2808
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Zitat von Mamelia:
Ja ich habe viel Zuwendung gebraucht. Ich weiß, dass er es auch nicht immer leicht mit mir hatte.

Du weißt also selbst, dass Du ein hohes Maß an Zuwendung brauchst. Dann weißt Du auch, dass das für einen Partner sehr anstrengend ist, wenn er Dir stets und ständig seine Zuneigung und Liebe überdeutlich zeigen muss, nur damit Du Dich bestätigt und geliebt fühlst.
Meinst Du nicht, Du solltest Dich mal lieber darum kümmern, wieso das bei Dir so ist? Woran es liegen könnte? Und dieses mal aktiv angehen?

13.02.2020 15:24 • x 3 #7


LostGirl1


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Zitat von Mamelia:
Ich bin HSP.

Ich muss gestehen, mit so etwas habe ich keine Erfahrung. Ich bin eher die Gattung Elefant im Porzellanladen mit Fettnapf am Fuß

Zitat von Mamelia:
Ja ich habe viel Zuwendung gebraucht. Ich weiß, dass er es auch nicht immer leicht mit mir hatte.

Je nachdem, wie Dein Partner unterwegs ist, kann sich das auch anfühlen, als ob man gibt und gibt und gibt und es nie ausreicht, um den Partner von der eigenen Liebe zu überzeugen.
Kann das Bedürfnis nach überdurchschnittlich viel Zuneigung auch mit einem geringen Selbstwert zusammen hängen?

13.02.2020 15:36 • x 1 #8


Mamelia


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Mein Selbstwertgefühl ist gleich null.

Er hat schon sehr viel Freiraum und Zeit für sich gehabt. Darüber hat er sich auch nie beschwert. Ganz im Gegenteil. Wir konnten uns, beruflich bedingt, nicht dauernd sehen. Da war es auxh nicht einfach Zuneigung zu zeigen oder zu bekommen.

13.02.2020 15:49 • #9


regenbogen05


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Zitat von Mamelia:
Mein Selbstwertgefühl ist gleich null.

Das dürfte der springende Punkt sein, weshalb auf Dauer nichts bei Dir ankommt; dass Du dauernd höhere *Dosen* brauchst, um überhaupt etwas von Nähe zu spüren.
Meinst Du, Du kannst es alleine schaffen, Dein Selbstbewusstsein zu steigern? Damit Du auf lange Sicht frei und unabhängig von steter Bestätigung von außen leben kannst?

13.02.2020 15:53 • x 2 #10


Mamelia


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Zitat von regenbogen05:
Das dürfte der springende Punkt sein, weshalb auf Dauer nichts bei Dir ankommt; dass Du dauernd höhere *Dosen* brauchst, um überhaupt etwas von Nähe zu spüren.
Meinst Du, Du kannst es alleine schaffen, Dein Selbstbewusstsein zu steigern? Damit Du auf lange Sicht frei und unabhängig von steter Bestätigung von außen leben kannst?


Nein ;-(

13.02.2020 16:02 • #11


regenbogen05


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Zitat von Mamelia:
Nein ;-(

Hast Du Freunde, die Dich unterstützen; eine Familie, die Dich wieder aufbauen kann?

13.02.2020 16:04 • x 2 #12


LostGirl1


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Zitat von Mamelia:
Nein ;-(

Hast Du schonmal über eine Gesprächstherapie oder ähnliches nachgedacht?

Zitat von Mamelia:
Mein Selbstwertgefühl ist gleich null.

Das wird Dir sonst immer wieder auf die Füße fallen, fürchte ich.

13.02.2020 16:07 • x 1 #13


Mamelia


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Ja ich werde eine Therapie machen müssen.

Ich habe Familie, ein paar Freunde, aber kaum jemand, mit dem ich darüber reden kann.

13.02.2020 16:12 • #14


regenbogen05


2808
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Zitat von Mamelia:
aber kaum jemand, mit dem ich darüber reden kann

Dann ist der Gang zu einem Therapeuten vermutlich der richtige Weg für Dich.

13.02.2020 16:38 • x 1 #15




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