Zitat von StehtImWald:Es ist verpönt in unserer Gesellschaft als Mutter zu äußern, dass man gerne (mehr) Freizeit hätte. Subtil wird verlangt, dass man als erwachsener Mensch mehr oder weniger die Gesellschaft verlässt und sich am besten mitsamt den Kindern abkapselt.
Das würde ich nicht unterschreiben. Ganz im Gegenteil. Ich würde jedes Elternteil, das nicht auch darauf achtet, ein "Erwachsenenleben" zu führen, ermuntern, auch an sich zu denken. Aber viele Mütter denken, sie wären schlechte Mütter, wenn sie das täten und scheinen sich ganz ausschließlich über ihre Kinder zu definieren. Da 100.000 Gründe, warum das so sein muss, die sich Dritten nur ganz schwer erschließen. Das wäre ja auch okay, wenn sie den Eindruck erwecken würden, dass das ihre Erfüllung ist, aber stattdessen wird darüber geklagt. Doch wie sollen Kinder mit derart unglücklichen Eltern glücklich aufwachsen?
Zitat von verg:und die Gerichte kein Bock Frauen zu helfen. Das ist Fakt.
Das ist nicht richtig und auch nicht fair. Die Gerichte leiden unter extremen Personalmangel. Viele dort Beschäftigten sind genauso am Limit wie Du - nur aus anderen Gründen. Das macht es im Ergebnis für Dich nicht besser. Aber es macht Deine Stimmung auch nicht besser, allen und jedem böse Absichten zu unterstellen.
Bitte suche Dir professionelle Hilfe für Deinen psychische Verfassung. Falls das bereits der Fall ist und ich es überlesen habe, entschuldige bitte. Aber Du bist so dermaßen in einem Tunnel unterwegs, in dem Dir nach Deiner Wahrnehmung jeder nur Schlechtes will, dass Du Euch damit schadest.
Viele von uns haben sich auch ihr Leben anders vorgestellt, sind auf die Schnauze gefallen und ungerecht behandelt worden, ihnen wurde Leid zugefügt und (dass muss man auch sagen dürfen) sie haben sich selber welches zugefügt, doch sie sind wieder aufgestanden bzw. haben wieder aufstehen müssen, weil es dazu einfach keine Alternative gibt. Du schaffst das auch, aber wie schon mehrfach geschrieben, führt der Weg darüber zu akzeptieren, dass von Deinem Ex in Sachen Gewissen und Geld derzeit nichts zu holen ist.
Möglicherweise wird er eines Tages zur Besinnung kommen. Vielleicht aber auch nicht. Du wirst mit beidem zurecht kommen müssen. Bitte sag Deinem Umfeld, es soll Dir nichts von ihm oder über ihn zutragen. Jede neue Info ist Salz in Deinen Wunden und bestätigt Dein Weltbild. Grenz Dich davon rigoros ab. Sein Leben ist nicht mehr Deine Baustelle und dass er das Leben seiner Kinder nicht mehr als seine Baustelle ansieht, kannst Du nicht beeinflussen. Du kannst nichts anderes machen, als den Rechtsweg zu beschreiten. Damit tust Du alles, was Du tun kannst. Mehr geht nicht. Das ist anstrengend, es ist langatmig und leider ist es nötig, aber eine darüber hinaus gehende Auseinandersetzung damit, wie er sein Leben gestaltet, ist nicht nötig und vor allem nicht zuträglich.
Zitat von verg:Seine Neue findet das gut..und das kann ich sogar nachvollziehen (nicht verstehen) weil es nicht ihre sind und sie weiß, dass sie diejenige ist, die das zerstört hat.
Das verstehe ich nicht. Ich war auch schon Partnerin von Männern mit Kindern aus voran gegangenen Beziehungen und ich habe immer dahin gehend interveniert, dass die Kinder zu ihrem Recht kommen und mir war auch immer klar und bewusst, dass die Kinder die Nr. 1 der Väter sind und im Zweifel mir vorgehen.
Damit will ich lediglich sagen: das Leben ist nicht grundsätzlich schlecht, die Menschen haben nicht grundsätzlich kein Unrechtsbewusstsein oder keine Vorstellung von Prioritäten. Wer in der Beziehung Deines Ex wie agiert, kannst Du nicht abschließend beurteilen. Mitunter sind die Dinge anders als sie scheinen. Vor allem aber solltest Du nicht nach Ursachen suchen, da es sowieso keine verbindlichen Antworten geben wird sondern Dich darauf beschränken, mit der bestehenden Situation zurecht zu kommen statt zu spekulieren. Denn das allein ist doch schon Herausforderung genug. Lass Deine Energie nicht in all den Blödsinn verpuffen, den Dritte Dir erzählen wollen, oder in Dein Kopfkino.
Seine neue Partnerin hätte nichts zerstören können, wenn es ihm so viel wert gewesen wäre, dass es heil bleibt. Das war es aber nicht. Objektiv betrachtet, hat sie vielleicht nur um das gekämpft, was sie für ihr Glück hielt. Das ist legitim und nicht verboten. Ob man es für moralisch angemessen hält oder nicht, ist eine andere Geschichte.