Hallo @Mienchen
zunächst tut es mir leid, dass Du Kummer hast und auch ich möchte mich hier kurz zu Wort melden, allerdings nicht, um denjenigen beizutreten, die sich über Deinen Freund aufregen (ich finde es unmöglich, ihn hier als Versager zu bezeichnen, ehrlich gesagt, das geht einfach mal gar nicht!), sondern eher, um etwas anderes in den Raum zu werfen.
Zitat von Mienchen:Er hat schlicht und einfach Angst, weil es nun ernst wird
Genau das glaube ich auch.
Angst hat viele Gesichter und Angst führt zu Abwehrreaktionen, davon gibt es ganz viele. Was wissen wir denn alle schon von seiner Geschichte, von seinen Erfahrungen, von seinen Ansprüchen an sich selbst? Ich weiß darüber ehrlich gesagt gar nichts. Deshalb will ich mir da auch kein Urteil zutrauen.
Ich denke aber, dass Du einiges gesagt hast, das deutlich macht, dass Du Dir seiner Gefühle für Dich durchaus sicher bist. Ihm dann aber unterzujubeln, dass er sich hinter Schutzbehauptungen verbarrikadiert, finde ich irgendwie unpassend.
Mit Sicherheit hat er Angst. Es gibt vieles, wovor er Angst haben könnte. Aber kann man darüber nicht reden? Kann man nicht den Zeitpunkt des Zusammenziehens noch verschieben, wenn einer noch nicht ganz damit d'accord ist? Muss man es zwingend als Ablehnung sich selbst gegenüber verstehen, wenn der andere sich noch nicht durchringen kann? Klar, vielleicht steckt dahinter eine Charakterschwäche, mit der Du an sich nicht klarkommst. Möglich! Vielleicht verbirgt sich dahinter auch etwas völlig anderes, das ihm selbst noch nicht so wirklich greifbar ist.
Wichtiger finde ich, dass er überhaupt geäußert hat, dass er ein Problem damit hat. Er hätte sich auch darauf einlassen können, ohne dahinterzustehen und damit alles erst recht an die Wand zu fahren. Oder? Stell Dir vor, er hätte Dich gebeten, direkt zu ihm zu kommen, obwohl er nicht komplett dahinter steht. Und dann? Wäre es schiefgegangen, dann hättest Du alles für ihn aufgegeben. Ist es so nicht besser? Dass er ehrlich geäußert hat, dass er es - warum auch immer - nicht kann? Ich finde schon, durchaus.
Ich denke, bei dem, was Du hier erzählt hast, gibt es doch durchaus eine Basis für ein weiteres Gespräch, auch über die vorliegenden Ängste. Und mit Verständnis und Vertrauensvorschuss lässt sich sicher eine Lösung finden, oder habe ich hier irgendwas Grundlegendes überlesen, übersehen oder missverstanden?