Zitat von Merle456: Von Anfang an hat es im Bett nicht geklappt. Ich habe wirklich rein gar nichts gespürt. nichts.
Entschuldige bitte, dass ich da mal reingrätsche, ohne alles gelesen zu haben (allerdings die ersten beiden Seiten sehr wohl und natürlich Deinen Eingangspost); das kann eventuell dazu führen, dass ich etwas schreibe, das ohnehin bereits besprochen worden ist.
Ob es Dir grundsätzlich an Libido mangelt, ist ja recht einfach zu beantworten (für Dich selber).
Ich nehme an, Du wirst dann und wann ja auch Selbstsäggs haben. Dann erschließt sich Dir ja nicht nur, ob Du "etwas spürst", sondern die dabei ja so gut wie immer vorhandenen und auch nötigen Phantasien zeigen Dir zugleich ja auch, was Deine Leidenschaften anheizt, in welche Richtung die Tendenz geht zumindest.
Insgesamt habe ich den Eindruck, Dir fehlt es nicht an Libido (und auch die geringfügige Einnahme von AD spielt da jedenfalls keine Rolle, das kannst Du vergessen), sondern diese beiden letzten Männer, von denen Du berichtet hast, waren für Dich se*xuell eben absolut unpassend. Und ja, dann tut sich da nichts, das ist bei Männern meist auch nicht anders, obwohl die auf diesem Gebiet zumeist weitaus weniger wählerisch und sensibel sind.
Vermutlich waren das sogenannte White-Velvet-Männer, also faserschmeichelweiche Softstyler, und Männer dieser Art, wie sie heute vermehrt vorkommen, sind natürlicherweise für die absolute Mehrheit der Frauen sexuell vollkommen uninteressant und selbst im sonstigen Leben nicht wirklich von Interesse, weil eine Beziehung ja generell, also auch auf seelischer und geistiger Ebene, immer eine gewisse (positive) Spannung braucht und kein Nick-Schoßhündchen im Schmeichelpelz als verblasstes Gegenüber.
Sollte das so in etwa zutreffen, ich weiß es ja nicht, dann wäre Dein "Nicht-Empfinden" vollkommen verständlich und natürlich gewesen und hätte gar nichts mit Deiner Libido zu tun.
Es muss auch nicht gleich etwas mit "hartem Sex" zu tun haben, der hier auch erwähnt wurde, was immer darunter zu verstehen ist, sondern es wird vermutlich einfach um männliche Entschlossenheit gehen, um es so auszudrücken, um deutlich spürbares männliches Begehren, eben um diesen Kick des mehr oder weniger überwältigenden Begehrtwerdens, dem Du dann "nichts entgegenzusetzen" hast und dem Du "erliegen" kannst, wie gesagt wird.
Im Grunde ist das ja immer daselbe uralte Spiel, nur halt jeweils in etwas unterschiedlichen Kleidern und Ausprägungen.
Ein Problem mag sein, und damit wärst Du bei weitem nicht allein, das ist mehr die Regel als die Ausnahme, dass Deine seelischen, geistigen und körperlichen (sexuellen) Bedürfnisse und (unbewussten, instinkthaften) Zielrichtungen zu unterschiedlichen Angezogenheiten und Zuneigungen führen, Dir also ein Mann meinetwegen seelisch oder/und geistig zusagt, aber sexuell nicht oder wenig. Oder umgekehrt: Sexuell interessant, aber geistig völlig uninteressant.
Aus Gründen tradierter Konventionen ist man aber praktisch gezwungen (oder meint zumindest, es zu sein), alles irgendwie unter einen Hut zu stopfen, und das wiederum wird gleich oder über kurz oder lang zu Frustrationen führen (auf den jeweils unkompatiblen Gebieten).
Ich kann Dir jedenfalls sagen: Ich weiß aus vielen, wirklich vielen Gesprächen mit Frauen, dass Frauen generell diese "männliche Entschlossenheit", das stürmische Begehren schätzen, dass eben dies ihre eigene Leidenschaft entfacht und keine einzige davon se*xuell etwas mit dem sogenannten White-Velvet-Typus hätte anfangen können. Auch die entsprechenden Phantasien gehen ganz deutlich in eine ganz andere Richtung. Vielleicht bist Du Dir dessen zu wenig bewusst und meinst deshalb, mit Deiner Libido würde etwas nicht stimmen.
Wie gesagt, ich habe diesen Eindruck durchaus nicht, sondern: völlig falscher Typus (se*xuell zumindest), für Dich und vielleicht auch allgemein.
Man könnte auch sagen: Wenn die Zwischenchemie nicht stimmt, dann kommt auch die eigene Chemie nicht in Gang, ganz naturgemäß.
