physalis
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ich bin über Google auf dieses Forum gestoßen, da ich Rat suche und/oder Erfahrungen aus ähnlichen Situationen.
Mein Mann und ich sind 32 und 31, seit sieben Jahren zusammen und knapp vier Jahren verheiratet. Seit nun schon fast zwei Jahren läuft es im Bett eher mau bis gar nicht.. was daran liegt, dass ich einfach keine Lust für ihn empfinde, sogar auf Zärtlichkeiten zurückweisend reagiere immer mit der Angst im Nacken, dass er S. will... ich weiss nicht, woher das kommt!
Seit einigen Wochen frage ich mich, ob ich ihn überhaupt noch liebe, da unser Zusammenleben eher dem einer WG von Freunden ähnelt. Wir schlafen im selben Bett, aber es kommt mir vor, als wären wir meilenweit voneinander entfernt... Wenn ich darüber nachdenke, schiessen mir sofort die Tränen in die Augen und ich kann kaum noch aufhören zu weinen. Denn das ist nicht das, was ich wollte und ich bin unwahrscheinlich enttäuscht und traurig über diese Situation...
Wir haben beide einen Vollzeitjob, ich mache schon absichtlich Überstunden, um ihn zu meiden. Wir haben meistens nur den Sonntag zusammen frei... ich bin ehrlich gesagt, aktuell froh, wenn diese Sonntage um sind und ich mir nicht wieder etwas einfallen lassen muss, was wir unternehmen oder machen.. denn von seiner Seite aus kommt da nichts... genauso fängt es schon beim Essen an, ich möchte gerne für ihn bzw uns kochen und lasse mir auch oft etwas einfallen, wünsche mir aber, dass er auch mal sagt, was er gerne essen möchte etc., aber da kommt einfach nichts...
Auch wohnen wir immer noch in derselben ersten gemeinsamen Wohnung, in der ich es schon seit längerer Zeit nicht mehr schön finde aufgrund des umliegenden Geräuschpegels (hauptsächlich durch Verkehr). Auf meinen schon oft ausgesprochenen Wunsch, dass ich gerne in eine ruhigere Gegend ziehen möchte, reagiert er immer sehr abweisend und kann mich nicht verstehen.. wenn ich umziehen wollen würde, müsste ich alles selbst in die Hand nehmen, entscheiden und organisieren, sonst würde da nichts laufen. Und genau das ist mein Problem: ich möchte, dass er auch Initiative zeigt, sich mit einbringt, denn ich möchte nicht für uns beide entscheiden, er soll genauso seinen Teil dazu beitragen.. es ist schließlich unser Leben..
Diese Gleichgültigkeit tut weh und ich habe das Gefühl, wir entfernen uns immer mehr voneinander. Denn genauso, wie er sich gegenüber dieser Entscheidungen verhält, habe ich auch das Gefühl, dass er mich nicht mehr sieht.. sondern einfach nur einen Menschen an seiner Seite, dem er kaum noch Beachtung schenkt.
Wir haben schon mehrfach geredet und er hat gesagt, er liebt mich und würde alles für mich tun - ich solle ihm nur sagen was..
Ich weiß nicht, ob ich meinen Mann noch liebe und was ich tun kann, um das herauszufinden.. oder auch das Gefühl wieder zu bekommen, ihn mit verliebten Augen anzusehen und zu sagen: ja, dich würde ich nochmal heiraten....
Ich dachte, es sei alles eine Phase, aber so richtig bewusst geworden ist mir das in den letzten paar Wochen, als ich auf der Arbeit einen Kollegen kennengelernt habe, der mich von der ersten Minute an interessiert hat.. die letzten sieben Jahre kannte ich dieses Gefühl nicht und ich bin vor mir selbst ganz erschrocken.. was soll ich nur tun?
Ich würde mich sehr über eure Meinungen und Ratschläge freuen..
LG physalis