Nun komme ich zu dem Part meiner Ängste... Dafür habe ich zwei Tage gebraucht....
#Tag 3 und 4 - Über meine Ängste... (gestern und vorgestern)
Ich wollte meine Threads löschen lassen, weil ich ziemlich offen über mein Leben und das Leben meines Exes geschrieben habe. Nicht im KleinDetail. Eher grob. ABER… Wer unsere Geschichte kennt, wird diese zuordnen können…
Und dann kam der Gedanke: Sein Familienmitglied hat mir gedroht. Er selbst schrieb mir, dass wenn er über unsere Gespräche von Dritten erfährt, er sich bei mir melden würde. Und was wenn, einer von deren Freunden/ weiteren Familienmitglieidern/ oder jemand, der uns kennt, genau diesen einen meinen Thread gerade mitliest, oder in Zukunft lesen wird, weil er/sie selbst an Trennungsschmerz leidet und sich hier registriert.
Vielleicht kommt er selbst mal auf die Idee sich hier zu registrieren, weil er merkt, dass er Redebedarf hat oder so.
Etwas übertrieben die Angst. Und die Wahrscheinlichkeit ist dermassen gering, dass ich mir eigentlich keine Sorgen zu machen brauche.
Aber was wenn…
Eine liebevolle Userin schrieb mir, ich solle mich nicht klein machen, denn es sind MEINE Gedanken. Und ich kann nicht über etwas schreiben, ohne darüber zu schreiben.
Und sie hat Recht, es sind MEINE Gedanken und MEINE Gefühle. Und wenn ich darüber reden möchte, dann müssen diese Threads erhalten bleiben...
Nur da ist im Hinterkopf immer wieder diese Frage "Was wenn...".
Dann packte mich ein schlechtes Gewissen, dass ich über ein fremdes Leben berichtet habe. Aber wie hätte ich sonst meine Situation erklären können?
Diese Gedanken mache ich mir die ganze Zeit.
Und mittlerweile finde ich, dass er es gar nicht wert ist, dass ich mir die Zeit nehme, um über ihn zu diskutieren, was er mir angetan hat usw. Schliesslich war ich auch nicht perfekt.
Aber ich denke, ich kann damit leben, dass die Threads hier bleiben.
Zu viele Gedanken sind es einfach.
Und ich möchte gar nicht, dass er weiss, dass ich so gelitten habe. Denn das würde mich noch mehr runtermachen. Denn er hat mich leiden lassen, als er gesehen hat, dass ich leide. Er fand es anscheinend schwach. Und das hier wird er als weitere Bestätigung meiner Schwäche ansehen.
Und was ich gar nicht will, ist Mitleid. Mitgefühl ja. Aber kein Mitleid. Und dieses Mitleid würde er mir geben, da wie gesagt, schon während der Beziehung es ihn nicht interessiert hat. Und auch dann nicht, als er wusste, dass erster FakeAccount ich bin. Während er mit FackeMir geschrieben hat, hat es ihn nicht gejuckt. Er hat mich leiden lassen. Also wird sich hier nichts verändern.
Und welcher Ex respektiert schon den anderen Ex, der leidet? Ich denke, ich kenne da niemanden. Weil die Exen sich am A**ch vorbei gehen. Nur die, die in der selben Situation stecken, können es respektieren. Aber unsere Exen? Nein. Davor haben sie es nicht gemacht. Und werden es auch nicht tun.
Irgendwo tief in mir finde ich es unfair, dass ich über ihn nicht immer in guten Worten schrieb. Denn das ist auch nicht ok. Ich schäme mich. Generell dafür, dass ich über ihn erzählt habe. Ist es überhaupt mein Recht?
Und dann suche ich mir Rechtfertigungen, ich hätte ja nicht anders von mir berichten können usw… Trotz dass er mir weh getan hat, habe ich das Recht über ihn zu berichten?
Zu meinen FakeAccounts hat er auch nicht besonders liebevoll über mich und meine Familie geschrieben, das fand ich nicht ok. Und nun bin ich nicht viel besser, als er… Aber wie sonst, soll ich berichten, was mich belastet?
Es herrschen widersprüchige Gefühle in mir. Einfach Zweifel an allem was ich mache…
Dazu kommen die Zweifel, ob ich mich richtig entschieden habe, ihn zu verlassen… Vielleicht liebt er mich ja tatsächlich, nur hatte keine Kraft für mich zu kämpfen… Vielleicht war ich ein zu harter Brocken für ihn… Diese ganzen „vielleicht…“ und „was wäre wenn…“ machen mich fertig. Rauben mir die Kraft. Meine Liste an meinen Erklärungen für sein Verhalten ist so lang… Nur er selbst kann es mir nicht erklären… Und daher kommen die Zweifel… Ich kann ja nicht wissen, was tatsächlich in ihm vorgekommen ist… Und vielleicht hatte sein Verhalten nichts mit mir zu tun… Sondern allein mit seinen Gedanken, mit seiner Vergangenheit… Was er mir nicht mitteilen konnte, oder wollte. Dazu hätte er auch seine Gründe, und die hätte ich respektieren müssen. Wobei ich nie gedrängt habe, dass er mir seine Gedanken vorkaut… Nie darauf bestanden. Nur darauf, dass er zu seinen Worten steht. Und dass er wissen soll, dass ich immer zuhören werde. Er kann immer mit mir reden… Vielleicht hätte ich mehr Geduld zu ihm haben sollen und nicht sofort Schluss machen?... Vielleicht war alles anders als ich es in Erinnerung habe?
Ich weiss gar nichts mehr.
Fakt ist, ich hätte keine Liebesbeziehung mit ihm eingehen sollen. Sondern Freundschaft hegen. Vielleicht braucht er gerade jemanden, hat aber niemanden. Und ich war die einzige Ansprechsperson. Wer weiss... Vielleicht wäre ich als Freundin für ihn besser geeignet, als eine Partnerin… War ich nicht geduldig genug? Ist vielleicht alles meine Schuld?
Ich sehen mich trotz allem nach ihm…
Man soll doch niemanden im Leben verurteilen. Es hat immer einen Grund, weshalb Menschen so handeln, wie sie handeln. Und diese Gründe hatte auch mein Ex. Man sollte niemandens Lebensgeschichte unterschätzen. Und ich habe meinen Ex dafür verurteilt, weil er so gehandelt hat, wie er es getan hat… Warum? Nur weil es mir weh getan hat?
Ich bin durcheinander. Zu viele Gedanken. Selbst während des Schreibens überkommen mich unterschiedliche und widersprüchige Gedanken und Gefühle. Und während des Durchlesens meines Textes überschlagen sich meine Gedanken. Vielleicht werde ich verrückt… Manchmal denke ich ganz klar. Manchmal so wie jetzt… Einfach nur ein Chaos… Und ich weiss nicht wohin mit mir.
Mich plagt ein schlechtes Gewissen. Und dieses „Hätte hätte“… Und „Was wenn...“. Vielleicht bin ich nicht gesund, denn was würde sonst so einen Drang von mir erklären, ihm helfen zu wollen? Ihn unterstützen zu wollen? WARUM will ich das? Warum will ich in seine Nähe?
Vielleicht war er nur überfordert… Vielleicht ging ihm alles zu schnell mit dem neuen Leben… Mit mir…
Manchmal kriege ich ein PanikGefühl: Ist alles gut bei ihm? Wie geht es ihm? Fühlt er sich wohl?
Ich werde langsam manisch… Das macht mir Angst. Noch bis vor ein paar Stunden habe ich mich gut gefühlt. Ich war mir in mir sicher. Und nun sowas… Und dann kommt der Zeitpunkt, wo ich mich dafür schäme, dass es so ein grosses Durcheinander in mir ist…
Es tut verdammt weh, der Gedanke, ich habe es versäumt… Ich habe versagt… Ich denke an meinen Ex, ob es ihm gut geht? Ich hoffe ja. Ich hoffe er ist glücklich. Mehr will ich nicht. Nur dass er glücklich ist. Ich denke die ganze Zeit, dass nur ich leide. Aber was wenn er auch leidet? Was wenn er sich einfach nur hilflos vorkommt und nicht weiss, was er tun soll? Das will ich nicht...
Ich habe heute wieder mal bei Therapeuten angerufen. Mailbox. Nachrichten hinterlassen für Rückruf. Einem schrieb ich eine Mail. Nun warte ich auf die Antworten. Ich werde erstmal eine ambulante Therapie machen. Das ist der Anfang. Sonst komme ich nicht klar mit meiner inneren Welt.