Zitat von Feuerfee: Nur wie kann ich mich genügend stärken?
Ausblenden, wenn er verloren ist. Das von mir abprallen lassen :/
Nein, dazu fühlst Du Dich viel zu sehr in der Verantwortung.Du kannst Dir nicht sagen, ich lasse es abprallen, denn das ginge wieder gegen Deine Moralvorstellungen. Du bist eine Kümmerin und er ist von Dir abhängig. Und Du bist weder egoistisch noch kalt genug. Du kannst schlecht etwas tun, was gegen Deine Schuldgefühle geht, denn das wird Dich immer wieder einholen.
Gleichwohl hast Du das Recht auf ein besseres Leben. Er ist völlig blockiert und unflexibel, starr in seiner Haltung und starr in seinen Worten, denn er spricht immer wieder dieselben Standardsätze. Dann weiß ich Bescheid.
Ja, er weiß, dass Du nicht glücklich bist, aber mit diesen Worten geht er auch in eine Trotz- und Vorwurfshaltung Dir gegenüber. Er ist weder klug noch beweglich im Geist, aber er ist ein Praktiker. Und er kommt nicht aus seinen Verhaltensweisen raus, nicht mal ansatzweise. Er ist nicht in der Lage, Verantwortung für sich zu übernehmen, denn die Worte "dann weiß ich Bescheid", zeigen auch seine Ohnmacht und einen versteckten Vorwurf. Irgendwas ist mit ihm schief glelaufen.
Dass Euch der Therapeut weiter geschickt hat, ist nicht verwunderlich. Er kann keine Entscheidung für Dich treffen und er hat wohl auch das Unvermögen Deines Mannes gesehen, der zweifelsohne auch seine guten Eigenschaften hat.
Entweder Du entscheidest Dich fürs Bleiben und nimmst ihn wie er ist als eine Art drittes Kind, das ja auch ein "Problemfall" ist und versuchst dennoch, Dir im Rahmen der beschränkten Möglichkeiten ein lebenwertes Leben zu machen oder Du gehst und legst die Verantwortung für ihn ab. Dann bist Du ihn vielleicht los, aber ablösen geht weitaus schwieriger, denn dafür musst Du Deinen Egoismus in den Vordergrund stellen. Ob Du das schaffst? Irgendwie wird er Dir nämlich doch bleiben und wenn er sich passiv dadurch rächt, dass er vor die Hunde geht und Dir das ohne Worte anlastet. Irgendwie manipuliert er Dich auch durch seine Haltung, denn er appelliert damit unbewusst an Dein Verantwortungsgefühl. Kümmere Dich um mich, ich mach Dir alles und repariere jeden Wasserhahn und wenn das Scharnier einer Buffettüre kaputt ist, richte ich er es auch. Aber Du bist auch eine Mutter für ihn, bei der er Geborgenheit und Sicherheit verspürt. Wenn Du gehst, was wird mit ihm geschehen? Vermutlich nichts Gutes, dazu ist er zu lebensuntüchtig.
Du hättest ihn nicht heiraten sollen, aber das hat sich am Anfang Eurer Ehe wohl noch nicht abgezeichnet oder Du hast es nicht erkannt. Er ist ein wenig beschränkt, aber sehr gutmütig und konfliktunfähig, was dazu führte, dass er eine Frau brauchte, die das Leben in die Hand nimmt und die gerne Verantwortung trägt. Sicher hast Du auch davon profitiert, denn ihr hattet vermutlich wenige Konflikte und außerdem hat Dein "Kümme-Gen" davon profitiert. Aber dann spielten sich Mechanismen ein und Du hast gemerkt, das ist zu wenig. Und doch hängst Du drin.
Ich kann Dir nicht raten, geh oder bleib. Es ist tatsächlich eine bescheidene Situation für Dich, denn es gibt keine Lösung, die Dir nur Vorteile bringen wird.