Wow - dein Thema triggert mich total - ich habe mal exakt so gefühlt wie du, und obwohl keine Kinder involviert waren, habe ich es viel zu lange nicht geschafft, die Reißleine zu ziehen.
Er war noch nicht mal geschieden, schon ist er mit Koffern vor meiner Türe gestanden - nicht mal nach Wohnungen gesucht hat er. Er blieb. Alle meine Aussagen, er solle ausziehen, gehen, ich liebe ihn nicht etc hat er einfach ignoriert, überhört.
Ich wollte nicht mehr nachhause, war todunglücklich, und wie du - einzig Mitleid war der Grund, warum ich nicht reagiert habe.
Das war eine ganz furchtbare, schlimme Zeit und ich hadere heute noch damit: was habe ich MIR da nur so lange angetan?
Zum einen: löse dich vom Gedanken, dass er dich liebt. Er liebt dich nicht. Er respektiert und achtet dich nicht. Würde er das tun, wäre er längst weg. Deine Gedanken, Gefühle, Bedürfnisse sind ihm egal. Oder - nennen wir es nicht egal - sondern: seine sind ihm eben viel wichtiger
In seiner Realität kann er sich das Eheglück wunderbar einreden. Alles tuttifrutti, solange ihr (zumindest nach außen) ein Paar seid.
So zu denken ist freilich psychologisch auffällig, um nicht zu sagen krank.
Manipulation, emotionale Erpressung, emotionale Abhängigkeit - momentan treibst du katalysierend als Co-Abhängige diese Spirale voran.
@c_minor hat es gut beschrieben, ad Kümmer-Gen. Emotionale Stabilität des Partners liegt NICHT in deiner Verantwortung!
Hinterfrage, wieso du meinst, Mitleid für deinen Partner rechtfertigt dein Unglück.
Zum anderen: mein damaliger "Freund" hat es auch geschafft. Er hat sich nicht umgebracht (obwohl auch mehrfach angedroht) - hat alte Freunde reaktiviert, Hobbies begonnen, sich im Leben zum allerersten Mal alleine positioniert, alleine gewohnt etc.
Haben noch guten Kontakt, weil er - auch wie dein Mann - ein sehr hilfsbereiter, liebenswerter Mensch ist.
Zitat von Feuerfee: Mir tut es weh, das ich ihm weh tue. Weil ich sehe, wie verloren er ist und ich es gewohnt bin ihm zu helfen bzw Dinge abzunehmen.
Zieh es durch. Es führt kein Weg daran vorbei.