AufDemWeg
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Udi74
Ja, wie war unsere Beziehung, worauf hat sie aufgebaut, was waren die Ziele?
Mein Mann und ich waren beide ziemliche Spätzünder (26 und 23), lernten uns durch gemeinsames Hobby meines Bruders und Mannes kennen. 3 Jahre hatten wir eine Fernbeziehung, Chats, lange E-Mails, Treffen jede 3 Monate für eine Woche. Danach zog ich zu ihm - er hat extra für uns eine neue Wohnung gesucht, wir wohnten vorher beide bei unseren Eltern.
. Also beide hatten wir weder eine Beziehungs- noch eine im Auf-eigenen-Beinen-stehen-erfahrung .
Er war mein Seelenverwandter, ich konnte mit ihm über alles sprechen, schreiben und wir fühlten uns einander körperlich angezogen. Wir mochten ähnliche Filme, lasen zusammen Bücher, wanderten beide gerne, mochten Sciencefiction, Kuscheln . Beide hatten wir auch etwas Weltschmerz, waren zusammen traurig über die häufige Dschungelmentalität der Gesellschaft. Ich wollte irgendwann Kinder und er erstmal nicht - Weltschmerz. Später aber doch.
Wir gaben uns wohl einander den Halt, um sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen. Wir wollten mal einen Hund und/oder Katze haben und auch alt noch händchenhaltend zusammen spazieren gehen.
Richtige gemeinsame Ziele? Ich habe allgemein gerne gearbeitet, wollte einen angemessenen Job finden, wollte und brauchte die berufliche Anerkennung. Ich wäre dann mit dem Leben: "Arbeit, Heim, Mann, Kind, WE, Urlaub. " zufrieden. Ich wollte eine Gemeinschaft, zusammen füreinander sorgen.
Er tat er sich mit dem Job erstmal schwer, für ihn war das ein Stück Zwang, falsch investierte Lebenszeit. Er suchte sich nach der ungelungenen Selbständigkeit erst einen Job, als ich das Thema ansprach. Er mag es auch, beruflich anerkannt zu werden, aber richtig zufrieden ist er mit seinem Job nicht.
Das Thema: "Was wollen wir noch vom Leben" wollte mein Mann immer wieder mit mir besprechen. Ich habe seine Dringlichkeit nicht verstanden, habe vom Tag zum Tag gelebt, to do Listen abgehakt - seit dem unsere Tochter auf der Welt war, erst recht.
Wir haben wirklich parallel gelebt. Und uns letztendlich auseinander gelebt.

