Ein öffentliches Forum ist eine Plattform, da muss man mit anderen Meinungen rechnen. Wenn du das nicht willst, dann gibts dafür Tagebücher oder Selbstgespräche. Dein Großvater starb vor 20 Jahren, du hast ihm damals, wie du einräumtest, kaum Fragen gestellt. Also gehe mal davon aus, dass viele seiner Antworten nicht so wären, wie du es dir in deiner Phantasie ausmalst, und dass dir einige davon nicht gefallen würden.
Zitat von rosaschuh:Wowww. Genau das hätten die Opas bestimmt getan. Ich sah mich im Traum schon neben dem TE auf einem Schemel sitzend traurig Violine spielen. Ich habe mich richtig in diese Fragestellungen reingesuhlt.
Wir sind wirklich zu verwöhnt. Es fehlt an nichts und es macht depressiv.
Absolut. Mein Onkel wurde mit 17 eingezogen, sein Bruder lag gerade mit einem Kehlkopfdurchschuss im Lazarett im Nirgendwo, den er nur mit Mühe überlebte und woran er sein ganzes Leben litt, seine Cousins, die wie seine Brüder waren, sind alle umgekommen, einer starb blutüberströmt in seinen Armen, danach sie wurden als Sudetendeutsche vertrieben und standen vor dem Nichts, Freunde und Familie in alle Winde verstreut, das Mädel, in das er verliebt und quasi verlobt war, verreckte nach einer Massenvergewaltigung. Meine Mutter bekam das alles mit, da war sie gerade mal 8 Jahre alt. Kurz danach starb ihre Schwester, weil kein Insulin da war. Danach ging das Kämpfen um eine neue Existenz natürlich genauso weiter. Wenn man das gegenüberstellt, dann hat man bei manch einem aus unserer Generation den Eindruck, er bekommt schon ein Trauma und wird depressiv, wenn ihm ein Schuhband reißt.
Mein Onkel bekommt mit fast 90 noch immer seinen heiligen Zorn, wenn er solche weinerlichen Reden hört. Kürzlich sagte er an seinem Geburtstag zu mir: "Mein Leben war hart, aber trotzdem schön. Wir haben es nicht leicht gehabt, aber das Beste daraus gemacht, was uns möglich war. So viele Möglichkeiten hatten wir halt nicht. Nur wenn ich mich bei den Jungen so umsehe, dann sehe kaum noch erwachsene Menschen, sondern fast nur noch verspielte, kindliche Mimosen." Allein, dass erwachsene Männer Playstation spielen, kann er überhaupt nicht nachvollziehen

Was bleibt: Über diese Aussage eines so alten Mannes kann man durchaus mal nachdenken. Gerade, wenn man jemand aus dieser Generation heraufbeschwört und ihn dazu "missbraucht", seine eigenen weinerlichen Thesen zu untermauern. Ich brauche dafür keine Séancen, ich ruf meinen Pep-Onkel einfach an. Und da ich ihm wohl deutlich mehr Fragen stelle als der TE seinem Rudi damals, weiß ich ziemlich genau, was er von so einer egozentrischen narzisstischen Opferhaltung hält. Und btw, wenn du vor ihm seine kleine geliebte Nichte mit "hoffentlich bist du wenigstens gut im Bett" angehen würdest, hättest du von ihm schon die nächste Ohrfeige kassiert.
Aber gut, dir kann man ohnehin nicht helfen. Gib dich hin in deiner Sauferei, leide weiter, solche muss es schließlich auch geben.