Zitat von Blanca:https://www.zeit.de/2012/14/Grauzone-Ge...ettansicht
Fazit: Du befindest Dich definitiv in bester Gesellschaft, mit Deinem Problem.
Da der oben zitierte ZEIT-Artikel leider eine Registrierung erfordert, habe ich nochmal ein wenig weiter in dieser Richtung gesucht und stiess dabei ergänzend auf diesen hier:
https://sz-magazin.sueddeutsche.de/mann...-auf-84152Offenbar ist die von der TE geschilderte Problematik weit verbreitet. Manche mögen das "erschreckend" finden; mich persönlich überrascht es kein Stück und auf gekünstelte "Empörung" darüber sch.ß ich erst recht.
Es war absehbar, dass der einst auf Männer ausgeübte Druck, sich beim Kennenlernen erst mal zurückzunehmen und auf die Persönlichkeit der Frau zu konzentrieren, statt sie so rasch möglich im Bett "probezufahren", um zu "gucken, ob's passt", ausgerechnet dank der 6uellen Befreiungsideologie nun in Richtung Frauen umgeschlagen würde. Was besseres hätte man sich gar nicht einfallen lassen können, um Frauen überall verfügbar zu machen.
Inzwischen gilt es als Selbstverständlichkeit, sich möglichst zügig auf körperlichen Kontakt einzulassen; beim 3. Date schon 6 zu erwarten, sei schliesslich ebenso normal wie dass der Mann bei Nichterfüllung dieser Erwartung gleich wieder die Biege macht.
Man braucht bloss nach "US-Datingregeln" googlen, dann sieht man, wo dieser Schmonzes herkommt; wie üblich hinken wir da nur ein paar Jahre hinterher.
Passenderweise dazu werden Singles seit den 1990er Jahren medial gezielt als defizitäre Wesen dargestellt; ich schrieb dazu mal was in einem anderen Thread unter
singles-vom-leitbild-zum-sozialschmarotzer-t29591.html . Der Umstand, dass das Singleleben als "Misserfolg" in Sachen persönliche Lebensführung belächelt wird, erhöht natürlich noch den Druck, sich als Frau kompromissbereit in Sachen zu geben, wo es angebrachter wäre, konsequent auf sich zu achten und der eigenen, inneren Stimme zu folgen = zu riskieren, dass der Datingpartner weiterzieht wenn man sich ihm 6uell (noch) verweigert, so dass man eben auch über längere Strecken weiter Single bleibt: Alles, nur kein "Mauerblümchen" werden, das keinen abgekriegt hat oder gar als "prüde" gelten.
Allerdings steht nirgendwo geschrieben, dass wir so leben müssen; letztlich hindert uns also nichts daran, diese Regeln entschlossen(!) zu ignorieren und stattdessen unsere eigenen zu bilden, und denen zu folgen.
Es wird die Aufgabe jeder einzelnen Frau sein, sich dieser medialen Manipulation bewusst zu entziehen, indem sie darüber nachdenkt, wo ihre ganz persönlichen Bedürfnisse liegen und diese dann auch konsequent durchsetzt.
Dazu kann übrigens auch gehören, Datingportale grundsätzlich zu meiden oder - wie hier im RL-Fall der TE - sich gar nicht erst in Situationen zu bringen, wo es ihr schwerfällt, ein "nein" zu sagen und konsequent durchzusetzen.
Vor allem aber wird es die Fähigkeit voraussetzen, mit sich alleine leben zu können. Menschen sind erst dann wirklich frei für Beziehungen, wenn sie niemand mehr brauchen - weder finanziell noch emotional.
Weshalb ich Arjunis Frage an die TE weiter oben jetzt gerade ganz passend finde...