Blumenkohl
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Es geht jetzt um ein ganz spezielles Problem, die Beziehung ist definitiv nicht nur an diesem Thema gescheitert, aber das hat halt mein Selbstwertthema getriggert.
Was mich heute am meisten belastet ist folgendes:
Nämlich, dass meine Ex direkt in der ersten Woche nach der Trennung mit zwei Typen Sex hatte. Ein paar Wochen später mit ihrem Chef im Büro und einem ihrer besten Freunde, auf den ich manchmal eifersüchtig war.
Nun, viele interessieren sich (zu Recht) nicht dafür, was ihre Ex nach der Beziehung macht. Und natürlich hat man jedes Recht, nach einer Trennung Sex mit anderen Menschen zu haben. Vor allem, weil ich derjenige war, der Schluss gemacht hat, erscheint mir meine Eifersucht absurd, und ich bin mir völlig bewusst, dass mich das nichts angeht. Ich weiß, dass sie das Recht hat, Sex zu haben, mit wem sie will!
In meinem speziellen Fall war es besonders verletzend aufgrund der Probleme in der Beziehung. Versucht also bitte folgenden Kontext zu verstehen:
In der Beziehung waren Sex und Eifersucht ein sehr schwieriges Thema. Am Anfang war ich überfordert, weil ich ziemlich unerfahren war und meine Ex schon Dutzende ONS hatte und sehr offen damit umging. Für mich war das aber kein moralisches Thema, da ich sowas überhaupt kein bisschen verwerflich finde, sondern es hat eher meine Vertrauens- und Selbstwertprobleme getriggert. Allerdings hatte sie sexuell auch nicht besonders viel ausprobiert. Ich war dagegen experimentierfreudiger und habe auch einige Kinks.
Ihre Freunde sprachen auch in meiner Anwesenheit gerne über (ihre) ONS und mit einem ihrer besten Freunde hatte sie auch mal Sex und ich musste ihn öfter sehen. Ich bin generell ein unkomplizierter, offener Mensch, aber ich wurde schnell von Eifersucht geplagt. Auch einfach weil ich aufgrund der Vorgeschichte ohnehin gewisse Vertrauensprobleme hatte. Habe ihr nie irgendwas verboten oder so. Sie war auch öfters alleine Feiern usw, ich habe das eher versucht mit mir auszumachen. Man muss sagen, dass ich in anderen Bereichen der Beziehung auch viel mehr investierte. Eine solche Vergangenheit wäre auch überhaupt kein Problem gewesen, wenn ich mich von ihr begehrt gefühlt hätte (in anderen Bereichen) und wir ein erfülltes Sexualleben gehabt hätten.
Das Gegenteil war der Fall: Nach eigenen Angaben zu Beginn der Beziehung hat sie einen geringen Sexualtrieb. Ab dem zweiten Monat hatten wir nur 1-2x pro Woche Sex was ich zwar als wenig empfand, aber das größere Problem war die Art und Weise wie der Sex ablief. Zu Beginn der Beziehung versprach sie, sexuell viel auszuprobieren (ohne dass ich ihr von meinen Kinks erzählt hätte) und dass sie sich sehr darauf freue. Ich weiß, dass sie vor der Beziehung öfters ONS an öffentlichen Orten hatte. Sie versprach mir regelmäßig diverse Dinge auszuprobieren (zB Analsex) oder kündigte an mit mir auf Partys oder öffentlichen Toiletten Sex zu haben. Es wurde allerdings nie darauf etwas, was mich verwirrte und frustrierte. Ich habe ihr daraufhin ganz klar verdeutlicht, dass sie absolut nichts machen muss, was sie nicht möchte und ich absolut gar keinen Spaß daran habe Dinge auszuprobieren auf die sie keine Lust hat. Immerhin lag es nahe, dass sie das nur versprach um mich zufrieden zu stellen. Sie erwiderte nur, dass sie das ja alles selber unbedingt möchte.
Dann kam folgendes Problem auf: Sie hat mir sehr früh gesagt, dass sie sich beim Sex manchmal benutzt fühlt. Sie ist generell sehr emotional und hat dann auch einmal nach dem Sex angefangen zu weinen.
Ihr müsst verstehen, dass ich im Umgang mit Frauen eher zurückhaltend bin. Ich bin wirklich niemand, der Druck ausübt. Aufgrund meines höheren Triebs wurde ich einige Male abgewiesen und wegen dieser Aussagen hatte ich dann zeitweise große Angst sie sexuell zu berühren. Ich wollte natürlich, dass sie sich geborgen und nicht benutzt fühlt. Wegen dem Weinen und den widersprüchlichen Versprechen wusste ich nie wirklich, ob sie Lust auf Sex hat und was ich jetzt machen darf. Ich habe ihr daraufhin die Initiative zum Sex überlassen, da es für mich einfach sehr belastend war und ich auf keinen Fall wollte, dass sie sich benutzt fühlt. Es gab Situationen, in denen ich sie 20min vor dem Sex streicheln musste. Teilweise wartete ich, bis sie meine Hand zu ihrer Brust zog, ich sie diese wieder wegzog und sie die Hand dann wieder zu sich zog, bis ich wirklich sicher wusste, dass sie Sex wollte.
Es tat mir wirklich weh, dass sie so gehemmt war, und gleichzeitig wusste ich, dass sie mit anderen Männern wild war. Dann hat sie ständig irgendwelche Fantasien von mir im Kopf angeregt, aber bei der Durchführung abgeblockt. Ich habe es einfach nicht so richtig geschafft mich in sie hineinversetzen, weil ich vollkommen anders ticke. Ich habe gerade sie besonders begehrt, weil ich tiefe Gefühle für sie hatte und mich entsprechend frei gefühlt. Ich wusste, dass ihr Sexualverhalten nicht gegen mich gerichtet war, aber habe es einfach nicht so ganz geschafft mich emotional davon loszubinden.
Ich habe das Thema schließlich ganz vorsichtig angesprochen, denn dieser Zustand sollte ja nicht dauerhaft so bestehen. Dadurch fühlte sie sich noch mehr unter Druck gesetzt. Manchmal hatten wir auch wilden Sex und es war wirklich sehr gut. Man merkte, dass sie eigentlich auch sehr befreit sein kann beim Sex. Bei unserem ersten Städtetrip kam sie während des Vorspiels, brach dann den Sex ab und weinte erneut. Ich war fertig.
5 Tage später habe ich weinend mit ihr Schluss gemacht. Ich sagte ihr (neben den anderen Trennungsgründen) , dass ich mich ekelhaft und zurückgewiesen fühlte. Sie war sehr einfühlsam. 4 Tage später *beep* sie mit einem anderen. Sie wollte danach wieder mit mir zusammen kommen, aber ich konnte nicht. Wie konnte sie erwarten, dass es angesichts der Gründe für die Trennung keine Rolle spielt? Das war das Schlimmste für mich. Ich habe nur noch geweint und ihr gesagt, dass ich das alles nicht mehr kann. Das Absurde war, dass sie meinte, dass sie sich noch nie so frei gefühlt habe beim Sex wie mit mir und unser Sex wirklich gut gewesen sei. Absurd, dass sie dann mit ihrem Chef im Büro schlafen konnte und mir nie sowas erleben wollte.
Ich sehe diesen Freund von ihr mit dem sie Sex hatte fast jeden Tag in der Uni. Vom Charakter her habe ich sie ansonsten geliebt. Ich weiß, dass es bei ONS nicht um Zuneigung bei ihr geht, aber es tut trotzdem weh. Ich wollte nicht Schluss machen, aber kam mit meinen eigenen Gefühlen nicht klar. Ich weiß, dass sie versucht, ihre Gefühle durch Sex zu vermeiden und dass das nichts mit mir zu tun hat, aber ich fühle mich trotzdem extrem verletzt.
Ich mache mir immer noch Sorgen, ob ich zu viel Druck auf sie ausgeübt habe, aber ich habe mein Bestes versucht. Ihr müsst wissen, dass ich sie wirklich sehr mochte, aber ich war so unsicher wegen unserer Vorgeschichte. Nach der Trennung war ich an keiner anderen Frau mehr interessiert. Manchmal fühle ich mich so schuldig, dass ich sie verletzt habe, und ich denke, ich war unsensibel. Dann werde ich wütend auf sie, weil sie Sex mit Fremden hat, während sie mir das Gefühl gab, sie zu zu missbrauchen/benutzen, obwohl sie mir sagte, dass sie in mich verliebt sei. Ich bin depressiv und hoffnungslos. Einerseits denke ich mir, dass ich mehr an mir arbeiten müsste, andererseits wiederum, dass sie durchaus Intimitätsprobleme hat und ich sie nicht heilen kann. Ich vermisse sie unglaublich.
Meine Frage: War ich einfach nur viel zu eifersüchtig, unsensibel und ungeduldig? Ich war auf keinen Fall nur wegen Sex mit ihr zusammen, im Gegenteil.