Zitat von carlos7: Ich habe mir doch nicht ausgedacht, dass subjektiv empfundene, unbefriedigende Sexualität der Hauptgrund für Affären bei Männern ist.
Meiner Meinung nach, steht der Sex immer stellvertretend für das andere drum herum, was vor und wegen des Sexes passiert. Man redet und lacht miteinander, wendet sich einander zu, erhält Aufmerksamkeit, hört einander zu, nimmt sich ernst, tauscht Zärtlichkeiten aller Art aus. Dabei verliebt man sich manchmal, begehrt sich plötzlich. Der Sex ist dann nur noch eine "logische" Folge. Affären entstehen (meine Meinung!) nicht, weil der Akt selbst fehlt, sondern das, was auf dem Weg dahin passiert. Das ist es was vielen in langen Beziehungen fehlt, wegen des Alltags, wegen Stress, wegen der gefühlten Sicherheit und der Selbstverständlichkeit. Weil man sich zu wenig Zeit für einander nimmt und sich nicht mehr einander zuwendet...vielleicht so halbgar oder auch gar nicht. Man will von Bedeutung sein, nicht nebenher gehen. Um die Spitze des Eisbergs gehts meistens nicht primär. Nur, ohne das Vorgeplänkel kommts oft gar nicht zum Happy End. Und nur das Happy End ohne das Vorgeplänkel reicht den wenigsten auf Dauer aus. Denn das Vorgeplänkel zeigt einem die Wichtigkeit, dass man sich Zeit für den anderen nimmt, dass man Priorität hat. Und ich denke, das ist bei beiden Geschlechtern gleich, wenn es um das Thema Liebe und Beziehung geht.
Manch einer sucht die Kommunikation/Konfrontation, manch einer merkt nur eine Unzufriedenheit, aber weiß nicht warum, manch einer flüchtet.
Und ich will noch anmerken, dass nicht immer die/der die Affäre hat, die/der unterversorgt ist. Manche projizieren auch ihre angebliche Bedeutungslosigkeit auf ihren Partner und wollen selbst gar nicht mehr das volle Programm mit diesem Partner.