Update:
Ich habe nicht überreagiert und dieses Ultimatum sein gelassen. Als sie gestern da war, habe ich ihr aber meine unverblümte Meinung gesagt: Wenn sie sich mit der Situation und das auch noch auf unbestimmte Zeit zufrieden geben will, dann soll sie das so machen. Ich habe ihr genügend Lösungsvorschläge gegeben, die sie alle abblockiert. Nun ist das, was wir tun, nicht eine Lösung für mich. Wenn sie also gar nicht mehr an der Beziehung arbeiten will, nicht einmal durch Gespräche, dann machen wir das, was noch zwischen uns ist, dauerhaft kaputt. Das möchte ich nicht und deshalb beende ich es richtig.
Sie erwiderte, dass sie es doch schon richtig beendet hat. Ich verneinte, richtig heißt: kompletter Auszug, wir kommen nicht mehr wieder zusammen, ich möchte sie gar nicht mehr sehen, schon gar nicht mehr in der Wohnung, in der ich bleibe, den Hund besucht sie zu festen Zeiten, wenn ich nicht da bin und wir spielen keinem unserer Freunde oder Verwandten mehr was vor, sondern machen die Trennung für alle offiziell. Wenn sie überhaupt gar nicht mehr an einer Lösung interessiert ist, müssen wir das ganz und gar beenden.
Sie probierte es daraufhin auf die leider etablierte Tour: "Ich gehe jetzt, es war ein Fehler herzukommen, blablabla..." Ich stand auf und sagte ok und dass ich sie zur Tür begleite und das für mich ein Ende mit Schrecken besser ist als dieser Mist, den sie sich in den Kopf gesetzt hat, dass sie das in Zukunft aber gerne mit ihrem Bengel so handhaben kann. Sie war überrascht über meinen Willen, schwieg eine ganze Weile und setzte sich dann wieder auf den Stuhl. Wenn wir nicht einmal mehr darüber reden können, dann werden wir das in einer Woche auch nicht mehr und auch nicht in einem Monat oder in einem halben Jahr. Dann ist jetzt schon alles kaputt zwischen uns. Dann muss sie jetzt gehen.
Zuerst versuchte sie es damit, dass sie den ganzen Tag in der Arbeit war, jetzt kaputt sei und kein Drama brauche. Ich blieb derweil stehen und teilte ihr mit, dass ich mir das keinen Tag mehr länger so antun werde. Ich brauche Klarheit, keinen Eiertanz, der für mich Drama bedeutet. Wir brauchen eine Lösung, mit der wir beide zufrieden sind oder es ist aus.
Da wollte sie dann doch reden und ich setzte mich wieder. Sie will, dass es wieder mit uns klappt, dass wir wieder zurück zueinander finden und sie liebt mich auch. Sie hat auch große Angst davor, dass wir uns für immer verlieren. Aber sie kann sich auch nicht vorstellen, dass wir jetzt einfach so weitermachen, weil sie die Fehler, die wir beide gemacht haben, mit Abstand aufarbeiten muss und das solle ich auch tun (wir sind uns einig, dass wir beide zu gleichen Teilen schuld daran sind). Sie will noch etwas Zeit haben, aber perspektivisch wollen wir dann beide zu einer Eheberatung gehen, wenn jeder für sich wieder so weit ist. Sie weiß noch nicht, wann es bei ihr wieder soweit ist, langfristig gesehen blicken wir aber in dieselbe Richtung.
Fazit:
- Es soll noch eine Weile so weitergehen (Abstand, aber regelmäßige Treffen, in denen wir wertschätzend miteinander umgehen und uns Stück für Stück wieder aneinander annähern),
- dann gehen wir zu einer Eheberatung und wollen beide daran arbeiten, dass es wieder klappt.
Sie ist die Nacht geblieben. Ich habe sie aber nicht zu dem Termin gefahren.