Detti
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mein Herz ist schwer, du bist noch mein Liebster, ich aber nicht mehr deine Liebste.
36 Jahre waren wir ein Paar, 32 verheiratet, zwei tolle Töchter haben wir großgezogen, sind uns immer nahe gewesen, galten als Traumpaar, haben viel geschafft und deinen Krebs gemeinsam überstanden.
Morgen ist es zwei Monate her, dass ich dich zum wiederholten Mal auf das Verhältnis zur neuen Kollegin angesprochen habe und du mir versichtertest, das sei keine Gefährdung für unsere Ehe. Am Abend brannte dann Notre Dame und ich sah das als Zeichen, dass etwas Furchtbares geschehen wird.
Du warst seit Wochen in Gedanken nicht mehr bei mir, völlig überdreht und unnahbar und ich habe gespürt, dass du ganz woanders bist.
Weil du nicht offen zu mir warst und ich es nicht mehr ausgehalten habe ich Ostersamstag in deine Mails geguckt und die Mails zwischen euch waren eindeutig. (Es nützt übrigens nichts, diese nachträglich zu löschen)
Ich wohne seitdem bei U. und deine Next in unserem Haus, "übergangsweise", versteht sich. Ihr tretet die Flucht nach vorne an und sie darf nun ganz offiziell deine Partnerin sein und dich bei deinen öffentlichen Auftritten begleiten.
Ich habe schnell eine Wohnung gefunden und morgen muss ich mich meinem neuen Leben endgültig stellen. Ich will das alles nicht.
Ich will, dass du begreifst,
dass der Krebs dir Angst macht,
dass du glaubst dir mit einer anderen Frau ein anderes, unbeschädigtes ICH basteln zu können.
dass man über Gefühle und Ängste reden kann.
und dass ich die Liebe deines Lebens bin! (wie du mir vor zwei Monaten noch versichert hast.)
Morgen ziehe ich in meine neue Wohnung und fühle mich wie in einem Spiel, dessen Regeln ich nicht verstehe.
