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Ist diese Beziehung noch zu retten?

minimine

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Hallöchen Ihr Lieben =)

Als bisher stille Mitleserin melde ich mich nun auch mal zu Worte. Nun denn....meine Geschichte:

Mein Ex und ich kennnen uns schon unser halbes Leben. Wir sind beide 31. Damals waren wir einfach nur Freunde. Nach Jahren ohne Kontakt haben wir uns wieder gesehen und von Null auf Hundert mit ganz anderen Augen gesehen.Ich erinnere mich noch als wenn es erst gestern war. Ich war mit meiner besten Freundin auf der Eisbahn und er kam auch. Er lief nur an mir vorbei...ich guckte meine Freundin an und sagte: "Verdammt riecht der gut!".

Anschließend klassische Datingphase. Er war feuer und Flamme für mich und andersrum genauso. Als wir den Weg zueinander gefunden haben sind wir beide regelrecht "übergeschäumt". Ich habe sowas noch nie zuvor erlebt. Ich dachte ich habe in vorherigen Beziehungen schon geliebt aber das mit ihm stellte alles vorherige in Frage. Er hat regelrecht meine Seele berührt.

Er war schon immer ein starker *beep* gewesen. Selbst für seine damalige Freundin mit der er fast 10 Jahre zusammen war hat er damit nicht aufgehört. Als ich an seiner Seite war stellte er das unaufgefodert ein. Ich hätte damit kein Problem gehabt. Er hat es von sich aus getan. Das beeindruckte mich wirklich sehr. Etwas später hatte er eines Nachts einen heftigen sentimentalen Ausbruch. Schrieb mir mitten in der Nacht via Whatsapp sehr lange Nachrichten wie er sich fühlt.

Schrieb das er das Gefühl hat in den letzten Jahren wie in einer Blase gelebt zu haben. Das er ein Herz aus Stein hatte. Das er nicht einmal mehr die Liebe zu seiner Mutter spüren konnte. Ich sei alles was er brauch etc. Er habe soviele starke Gefühle in sich das er sehr starke Angst hat daran zu zerbrechen und sich selbst zu verlieren. Er schrieb mir, die Liebe zu mir sei gleic stark wie die zu seiner Mutter! Halloooo....Mütter sind doch das Heiligtum der Männer.

Wir waren ein wirklich sehr glückliches paar. Haben angefangen ein kleines Haus auszubauen, hatten unseren Hund und alles war schön. Aber dann fing es an. Wir mutierten zu einem "Einheitsbrei". Ich fühlte mich meiner Freiheit beraubt und er vermutlich auch. Wir haben getrennt voneinander nichts mehr unternommen. Teilweise saßen wir schweigend und frustriert nebeneinander auf der Couch. Zu müde vom Ballast um zu handeln, zu stur, zu frustriert für alles. Es kam wie es kommen musste. Nach 2 1/2 Jahren ist er Fluchtartig aus der Beziehung ausgebrochen ohne vorher nur ein einziges mal ernsthaft zu sagen was in an der Beziehung stört. Unsere Beziehung war wirklich sehr durch seine Probleme belastet. Baustelle, Schulden von ihm, Druck etc.

Wir waren dann einen Monat getrennt. Er kam wieder. Meine "Bedingung" war das wir uns dann mal Zeit nehmen und die Beziehung reflektieren. Wo waren die Probleme etc. Was kann man besser machen. Was will/wünscht man sich. Er willigte ein und sagte das machen wir definitiv. Ich habe bis zum Schluss auf dieses Gespräch vergeblich gewartet. Somit sind wir beide wie Godzilla durch einen Minenfeld gelaufen und das Elend nahm wieder seinen Lauf. Leider hat er in dem Monat wo ich weg war auch wieder mit dem *beep* angefangen, wodruch er emotional völlig abgestumpft ist. Das hat mich sehr verletzt und mir tat es um ihn leid weil ich gesehen habe, wie sehr ihn das in allem lähmt.

Ich selbst habe bei mir gemerkt das ich nicht mehr kann. Das ich am Ende bin. Kurz vor Weihnachten habe ich mir mir gekämpft nicht alles hinzuschmeißen. In der Hoffnung das es besser wird, blieb ich. Fatal! Wir konnten nicht einmal mehr miteinander sprechen ohne das es knallte wenn es um die Beziehung ging. Mehr als ein :" Das geht so nicht mehr weiter und Ich brauche Ruhe" ging nicht mehr. Beide völlig erschöpft.

Eine Woche vor Valentinstag bin ich in meine Wohnung damit wir Abstand haben. Woche später bin ich nach Hause um kurz mit ihm alles weitere zu besprechen. Er war so angespannt....das Gespräch eskalierte total. Er war einfach nur ein Schwein. Ich trennte mich weil er es anscheind nicht geschafft hat es auszusprechen. Nahm meine Sachen und ging.

Am morgen hatte ich Nachrichten von ihm. Es tut ihm so leid wie es gestern gelaufen ist. Es war zu früh für ihn um zu reden etc. Bitte hass mich nicht! Es ist seine größte Angst das wir uns anfangen zu hassen. Ich habe ihn darauf nicht geantwortet.

Am Freitag nach Valentinstag fuhr ich hin um meine restlichen Sachen zu holen. Er hat mir dann ein Gespräch aufgedrängt. Plötzlich hieß es er liebt mich nicht mehr. Autsch...das hat gesessen. Ich zweifel auch schon länger an meinen Gefühlen aber so schlimm ist es bei mir glaube ich nicht. Ich kann nur sagen da sind noch Gefühle aber ich weis nicht was. Ich kann nicht sagen das ich ihn liebe. Kann aber auch nicht sagen das ich ihn nicht mehr liebe. Sehr verwirrend gerade. Da muss erstmal Ruhe rein.

Seit der Trennung schrieb er mir dann alle drei Tage wie es mir geht und was ich so mache. Hat mich sehr verwirrt. Verstehe nicht warum er das macht. Dann hats mir gereicht. Habe ihn gefragt warum ihm das aufeinmal so wichtig ist und das ich keine Lust auf balanglosen Smaltalk habe und das es egoistisch und respektlos von ihm ist wenn er jetzt versucht einen auf Freundschaft zu machen. Ich habe ihm quasi schweren Herzens mitgeteilt das er mich in Ruhe lassen soll. Er entschuldigte sich und schrieb das er mich vollkommen verstehen kann. Es tut ihm leid. Er wollte doch nur wissen wie es mir geht...

Nun ist seit 5 Tagen Funkstille. Er fragte Freitag erst meinen besten Freund wie es mir geht. Er erzählte ihm auch das er überlegt jetzt eine Therapie zu machen, weil er sich ENDLICH eingestanden hat, das er ein echtes Problem mit Gefühlen und Emotionen hat. Empfindet keine Liebe (spürt wieder mal nicht die Liebe zu seiner Mutter), keine Freude mehr, kann sich für nichts begeistern etc. Schon heftig.

Sry für diesen Roman. Ich hoffe das sich jemand die Zeit nimmt und einen Rat hat. Bei so einer komplexen Geschichte muss man etwas weiter ausholen um die Dynamik zu verstehen. Achso Dynamik genau.....ich mutierte zum Schluss zu einem Klammeräffchen weil ich am ausgestreckten Arm verhungert bin. Wir haben und beide völlig aufgegeben und selbstverloren.

Was meint ihr....kommt da noch der große "Ich will nicht ohne dich Moment" oder haben wir uns getötet?

05.03.2017 14:06 • x 2 #1


AberHallo


tot- aber das heißt nicht EGAL!

05.03.2017 14:11 • #2



Ist diese Beziehung noch zu retten?

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minimine

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Danke für deine Antwort. Egal sind wir uns definitiv nicht. Wir sind uns immer noch sehr wichtig. Frage mich halt ob es noch einen gemeinsamen Weg gibt, wenn wir genug Distanz hatten und wieder wir selbst sind. Ob es dann nochmal funken kann.

05.03.2017 14:15 • x 1 #3


Lischen80


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Ich würde jetzt erstmal Abstand nehmen. Kontakt abbrechen und abschließen. Lebe dein leben und so wie du willst. Lass dein leben nicht von ihm abhängig machen. Geh aus und Date. Sollte es wirklich liebe sein dann wird sie irgendwann einen Weg zusammen finden. Es bringt nichts immer nur kurz Abstand zu nehmen. Er muss an sich arbeiten sowie du an dir. Wenn einer nicht will dann bringt das nichts.
Vielleicht kommt ihr irgendwann zusammen aber vielleicht auch nicht. Du solltest aber nicht darauf warten und hoffen. Du gehst kaputt daran.
Schließ erstmal ab und lebe dein Leben

05.03.2017 17:53 • x 1 #4


minimine

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Danke Lischen das du dir die Zeit zum lesen genommen hast =) Ja so ist auch mein Plan. Aber du kennst das ja selber gerade nur zu gut...hachja...

05.03.2017 18:41 • x 1 #5


minimine

minimine


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Mag mir denn wirklich niemand mit einem Rat zur Seite stehen

06.03.2017 22:58 • x 1 #6


Torian


Lischen80 hat es schon gut auf den Punkt gebracht.

07.03.2017 00:56 • #7


Cani83

Cani83


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Ich glaube dein freund leidet unter einer leichten Depression ausgelöst durch das *beep*! Ich würde wenn du noch positive Gefühle für ihn hast, ihn in seinem bestreben eine Therapie zu machen, unterstützen. Wenn er seine Emotionen in den Griff bekommt könnte es gut aussehen für euch beide! Aber solange dieses Problem noch besteht würde ich zu räumlichen Abstand raten!

07.03.2017 02:15 • #8


whynot60


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Also ich habe den Eindruck, daß Dein Freund generell ziemliche emotionale Probleme hat, die vielleicht auf eine gestörte Mutter-Kind-Beziehung zurückgehen (es ist nämlich sonderbar, daß er er öfter die Gefühle für seine Mutter ins Treffen geführt hat). Entweder, daß sie eine (ihn vergötternde) Übermutter war (ist) oder eine, die ihn emotional verhungern ließ. Jedenfalls scheint mir hier der grundsätzliche Hund begraben zu sein.
Kann auch sein, daß er unbewußt die Muttergefühle in die eine Waagschale legt und die beziehungsmäßigen in die andere.
Auf jeden Fall wird sich das nur langsam ändern lassen, wenn überhaupt, und einer radikalen Auseinandersetzung mit diesem Thema bedürfen.

Du selber wirst hier leider nicht viel machen können. Außer abzuwarten und ihm vielleicht anzubieten, daß Du ihm zuhörst, wenn er von sich aus reden will.
Wieviel Sinn das letztlich macht, was eine Beziehung betrifft bzw. ein Wiederaufleben der Beziehung, ist allerdings eine andere Frage. Denn wenn eine Beziehung einmal ins Negative und Destruktive kippt und dann auch noch in diesem Zustand weitergelebt wird, was natürlich immer weiter zerstörend wirkt (vor allem auf die Gefühle, auch auf die Wertschätzung), dann wird es wirklich schwer, hier noch einmal anzuknüpfen, wenn es tatsächlich um Liebe gehen soll, um mehr als Freundschaft oder eine mehr oder weniger liebesleere Ödbeziehung.
Das könnte überhaupt nur dann gelingen, wenn Ihr eine Zeitlang Abstand hält und Euch beide gewissermaßen neu erfindet und dann auch neu findet, ohne jeden Blick auf die Vergangenheit. Und das bedarf zumeist mehr Größe, als man erwarten kann. Zudem ist nicht gewiß, ob dann überhaupt noch eine echte Anziehung besteht.

07.03.2017 02:42 • #9


minimine

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@whynot60
Ja das hast du vollkommen richtig erkannt. Bin mir nur nicht sicher ob es die Mutter-Kind-Bindung ist. Er hat aber tatsächlich enorme Probleme mit Gefühlen und Emotionen. Das hat er sich endlich eingestanden. Kurz vor der Trennung hat er sich noch dagegen gewährt und mich verbal angegriffen als ich ihm gebeten habe sich Hilfe zu holen. Weiß nur von meinem besten Freund das mein Ex jetzt wohl einsichtig ist.

Das ist alles so viel auf einmal. An manchen Tagen weis ich kaum wo mir der Kopf steht. Zur zeit bin ich einfach nur froh nicht mehr diesen unerträglich Druck zu haben...dennoch fehlt er mir...unser Hund....mein zuhause. Von heute auf morgen alles weg. Dann kommt noch sein ambivalentes Verhalten dazu. Was geht nur in diesem Menschen vor?!

Ich habe versucht für ihn da zu sein und mit ihm zu reden etc. Aber genau das war in den letzten Wochen nicht mehr möglich. Ich stand sofort im Kugelhagel oder er wurde passiv-aggressiv -.- Des Weiteren habe ich Angst, das wenn ich jetzt weiterhin für ihn greifbar bin, das ich in der Friendzone lande. Da gehöre ich nicht hin.

Auch quält mich die Frage ob er mich tatsächlich nicht mehr liebt? Ich weis es nicht. Dadurch das er geschwiegen hat die letzten Wochen, war das Thema Trennung öfter auf dem Tisch und ich bin das ein oder andere mal wirklich arg an die Decke gegangen und habe fürchterliche Dinge gesagt (ich ertrage dich nicht mehr z.B.). Angeblich wollte er sich die Woche zuvor schon trennen, aber er hat es nicht getan, obwohl ich ihn schon regelrecht aufgefordert habe dazu. Ich bin so durch den Wind

07.03.2017 08:23 • x 1 #10


Sabine

Sabine


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Okay, das ist eine ganz breite Palette.

Depressionen, Sucht, vielleicht auch noch viel mehr, was unter der Decke schlummert. Dazu dann euer Leben, deine Wünsche und Ängste. Dann denkt auch noch Mann anders als Frau ....

Ich weiß nicht so richtig wo ich da anfangen soll.

Bedauerlicher Weise kenne ich mich in all diesen Themen gut aus.

Zum einen musst und sollst du für dich herausfinden, was du willst, nur für dich, ganz unabhängig von ihm. Solange du dir nicht selber gut tust, ist da auch kein Platz für euch. Wenn du dann das herausgefunden hast, hast du überhaupt erst eine gesunde Grundlage für dich geschaffen, um an euch zu arbeiten.

Dann, wenn du zu dir gehst, wirst du merken, ob es Liebe ist, die dich zu ihm trägt oder mehr die Gewohnheit.

Erst dann werden seine Probleme für dich wirklich wichtig.

Was ihn betrifft. Er muss sich ebenso selbst finden. Die Erkenntnis, dass mit einem selbst etwas nicht richtig ist, ist sehr viel wert und oft kommen die Menschen leider nicht zu diesem Punkt. So muss aber er genauso für sich die Zeit sich nehmen, genau herauszufinden, was er will, was er braucht und was ihm fehlt. Ob er dich liebt.

Oft verbleiben Menschen in Beziehungen aus Gewohnheit. Der Alltag, nach Hausumbau und der Kennenlernphase hatte eben Einzug gehalten und ihr habt verpasst es nicht einfach so hinzunehmen.

Das was jetzt ist, ist für euch beide eine Chance. Das auch so zu erkennen, fällt oftmals in der Traurigkeit, Wut und verschiedener Auseinandersetzungen schwer.

Wo bist du jetzt? Wo willst du hin?

Lg Lilly

07.03.2017 12:13 • x 1 #11


minimine

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Ja da kommt wirklich viel bei ihm zusammen. Wir haben eigentlich die letzten Jahre damit verbracht seine Probleme zu bearbeiten. Sein seelischer Zustand machte sich erst nach 2 1/2 Jahren bemerkbar und da kam sein erster Ausbruch. Wir konnten nie ernsthaft über unsere Wunsche, Ziele, und Co reden. Er war nie dazu in der Lage und ich habe es so erbärmlich oft versucht

So wie die Beziehung zum Schluss war will ich sie selber nicht mehr. Ich ertrage das nicht mehr. Muss deshalb jetzt selbst zur Therapie. Ich weis aber wie sehr wir beide und gegenseitig ergänzen und lieben können wenn das "Umfeld" passt. Glaube das ist es was mich so sehr hält. Es ist nicht so das wir uns groß auseinander entwickelt haben. Es ist wirklich nur der ganze Stress und Druck von Aussen. Was auch dazu führt das man unzufrieden mit sich selbst ist und dann unglücklich in der Beziehung. Man erfüllt nur noch seine Pflichten und das macht mich so traurig.

Ich habe auch schon überlegt ob es die Gewohnheit ist. Man soll ja ehrlich zu sich selbst sein. Aber momentan meine ich das da bei mir noch mehr ist. Ich sage nicht grundlos das ich mich bei ihm "zuhause" fühle. Ich bin nicht totunglücklich...ich bin erleichtert seit der Trennung ABER ich fühle mich ohne ihn nicht vollkommen. Es fehlt ein Stück...

Wo ich bin....auf dem Weg zurück zu meinem Lachen. Wo ich hin will....nach Hause und dabei glücklich sein!

07.03.2017 12:47 • x 1 #12


Sabine

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eine Therapie ist gut, wenn man sein Ziel kennt. Ich habe mir immer eine Aufgabe von meinem Therapeuten gewünscht. Eine Denkaufgabe. Es war für mich wie ein Treppengeländer, an dem ich mich Stufe für Stufe die Treppe ersteigen konnte.

Deine Träume, waren wie meine. Ich konnte sie mir in unserer Beziehung wieder erarbeiten. Doch haben wir auch fast 30 Jahre zurückgelegt. Da trennt man sich mal nicht eben so von heute auf morgen. Ich verlor auch nie den Glauben an uns.

Dein Weg ist schwer. An etwas festzuhalten und dennoch daran zu wachsen, braucht unheimlichen Willen und innere Stärke.

Ich denke, wenn er genau so an dich festhällt, dann könnt ihr es schaffen.

Wenn du möchtest, dann begleite ich dich ein Stück auf deinem Weg.

07.03.2017 13:13 • x 1 #13


minimine

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Sitze hier gerade im Büro und versuche mir krampfhaft das Heulen zu verkneifen. Danke für deine lieben Worte Liebes

Ich hatte leider nicht die Chance an uns zu arbeiten. Als ich ihn wieder zurückgenommen habe sagte ich ihm: Nur wenn wir offen miteinander sprechen. Dieses Gespräch fand nicht statt. Er hatte immer Ausreden warum es jetzt gerade nicht passt. Ich musste mit ansehen wie bei ihm der Druck immer größer wurde. Er komische Verhaltensweise mir gegenüber entwickelte. Mich um Erlaubnis fragte wenn er zu Freunden wollte. Ein schlechtes Gewissen hatte wenn er weg war weil ich allein zu hause war. Andersrum war es ähnlich. Ich fühlte mich schlecht wenn ich nicht für ihn da war.

Es ist so vieles unausgesprochen. Er wird nicht wissen das ich Schuldgefühle habe. Das ich mich bedrängt und eingeengt gefühlt habe. Wie wütend und verletzt ist bin. Wie groß manchmal diese pure Verachtung in den letzten Wochen in mir war. In den letzten 6 Wochen vor der Trennung hat er sich jeden Abend absichtlich so doll die Birne zugeballert, das er nicht mal mehr deutlich sprechen konnte. Als ich die Trennung ausgesprochen habe weil er zu feige dazu war, hat er mir das gestanden. Als ich Tage später meine restlichen Sachen holte sagte er nur: Ich liebe dich nicht mehr. Das ist eher sowas wie Fürsorge. Das tat so weh....ich konnte nicht mehr weinen. ich ging.

Ob es die Wahrheit ist das er mich nicht mehr liebt?

Ich würde dein Angebot sehr gerne annehmen

07.03.2017 13:38 • x 1 #14


Sabine

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nun, mein Mann redet auch nicht viel, zumindest nicht was uns betrifft. Männer sind so viel anders. Sie denken anders, sie fühlen anders, sie nehmen anders wahr, was um sie herum geschied. Dann das Ewige alles in sich rein fressen und keinen an ihr Herz lassen.

Dennoch kann man damit leben lernen. Und ich wundere mich, wie gut es funktioniert. Auch mein Mann hat sich lange dem Alk. hingegeben, seine Sorgen ertrunken, sein Leugnen.

Nun, ich überlegte eben lange, warum muss ich an seiner Seite sein. Meine Antwort ist, ich ergänze ihn. Das ich darin so lange unglücklich war, dass ich nicht sah, das ich mit mir auch glücklich sein muss.

So bin ich im letzen Jahr die Depressionen los geworden, achte sehr auf mein Bauchgefühl und vertraue einfach, dass es gut ist, wie es jetzt ist und bin doch wachsam.

Finde dich vielleicht damit ab, dass er eben nicht mit dir darüber spricht. Nicht über seine inneren Gedanken. Als Frauen haben wir oft die Anwandlung: Er muss mich doch verstehen. oder Ich würde gerne meine Gedanken in seinem Kopf setzen wollen.

Ja, der Druck auf ihn wächst. Es ist aber nicht nur der Druck den du siehst. Es ist der Druck des Lebens, der Weckruf des Lebens. Er versteht es vielleicht nicht. Er will es vielleicht sich nicht selbst eingestehen. Auch das sah ich bei meinem Mann. Seit fast 10 Jahren, habe ich meinen Mann nicht mehr weinen gesehen.

Mein Mann weinte letztes Jahr im August. Er war wütend, nicht mal auf mich. Er fand es ungerecht und wollte es nicht wahr haben. Was er damit meinte, hat er mir bis heute nicht erzählt. Es ist etwas in jedem von uns, das nach dem Leben ruft, das aufschreit, wenn man es das Innere als Fesseln ansieht, Wünsche ... Träume andere werden, und nicht verstehen kann, was sich ändert und so unglücklich damit ist. Es wäre so einfach, und doch, jeder muss da alleine durch.

Männer sind keine Frauen. Was du als Feigheit siehst, ist vielleicht für ihn Stärke. Es macht keinen Sinn, in dem Denken eines Mannes, das Denken einer Frau zu interpretieren.

Aber jetzt kannst du weinen. Und gut so. Jede Träne nimmt dir ein Stein von deinem Herzen. Immer wenn du an ihn mit Vorwürfe denkst, gehe es bewußt anders an. Gestehe es ihm zu. Sehe es als seinen Selbstschuzt. Er ist nicht du. Er denkt nicht wie du. Er fühlt nicht wie du. Er ist er. Unterstelle ihm nicht, dass er feige ist. Du kannst ihn nicht ändern. Das kann nur er. Nur er kann neue Sichtweisen entdecken, nur er sein Leben für sich auf den Prüfstand stellen.
Er muss auch nicht wissen das du Schuldgefühle hast. Vielleicht sind diese deine Gefühle, in ein paar Wochen ganz andere.

Was ich damit sagen will, bleibe bei dir. Lasse ihn bei sich. Das ist, was ein Team später ausmacht. Bei sich zu sein, und mit einem anderen glücklich. Man ergänzt sich. So einfach, so schwer

07.03.2017 14:25 • x 5 #15



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