Hallo!
@Mona Lisa
Ich habe mich eigentlich nur auf Deinen Satz bezogen: "Ich möchte keinen Mann im Bett haben wollen, der beim S. an eine andere Frau denkt und mich für die S. Phantasien seiner Online-Affäre benutzt. Für mich ein absolutes No-Go!"
Denn mir wäre es ein Rätsel, wie man wissen könnte, was im Kopf des Partners im Hechelzustand gerade vor sich geht. Auch hier könnten ja reale Personen phantasiert werden.
Und was das Kopfkino allgemein anbelangt - ob es mit einer realen, persönlich bekannten Person zu tun hat oder mit einem virtuellen Kontakt -, wird es halt darauf ankommen, ob sich dieses Phantasieren auch mit einem realen Verlangen verbindet oder eben nichts anderes als Phantasie ist.
So, wie es eben auch einen Unterschied macht, ob jemand in einem Wutanfall phantasiert, er klopfe dem lästigen Nachbarn einmal mit der Schneeschaufel auf den Kopf, oder ob er das auch wirklich tut.
Das Entscheidende sind also nicht die Phantasien, auch nicht bei einem virtuellen Austausch, sondern es ist das "Realisierungsverlangen". Und wenn das jemand hat, dann brennt ohnehin der Hut - ob man irgendwelche Kontakte strafsanktioniert oder nicht.
@elisabeth123
Wenn ich es richtig verstanden habe, meinst Du, das Problem sei, daß es hier um einen Austausch 6ueller Natur geht. Ginge es etwa um ein Hobby, meinetwegen Garten, Segelfliegen, Reiten oder was auch immer, wäre es also kein Problem, wenn der Partner sich mit jemandem real Unbekannten austauscht? Es geht also nicht um den virtuellen Kontakt und Austausch mit einer Fremdperson an sich, sondern um das Thema (und hier gibt es im Grunde auch nur ein "verbotenes")?
Also ich weiß nicht ... wenn eine Beziehung nicht stabil ist, kann jeder Kontakt gefährlich werden, und wenn es ums Gurkenzüchten geht und von S. überhaupt keine Rede ist. So, wie es umgekehrt auch sein kann, daß sich zwei einander Unbekannte über S. so unaufgeregt unterhalten wie andere über das Wetter. Die Beurteilung hängt halt nie von der Realität ab, sondern von dem, was man selber hineinsieht, wie man es selber aus inneren Gründen einschätzt.
Jedenfalls irrst Du Dich in einem aber ganz gewiß, nämlich daß alles auf bewußt gewählten Entscheidungen beruhe. Bevor etwas überhaupt bewußt wird, sind im Unbewußten bereits die verschiedensten "Abwägungen" vorausgegangen. Anders gesagt: Sobald einem eine Entscheidung bewußt wird, ist sie schon gefallen. Was nicht heißt, daß einem dann, wenn sie bewußt wird, nicht der Schreck in die Glieder fahren kann und die Entscheidung, wiederum aufgrund unbewußter Vorgänge, wieder revidiert wird. Aber die Vorstellung, es würde da irgendwo im Hirn oder sonstwo ein ganz freies, unabhängiges Ich sitzen auf einem allem enthobenen Thron, das seine freien Entscheidungen trifft, würde an der Realität doch weit vorbeigehen. Wenn dem so wäre, dann müßte dieses Ich ja ein völlig blödsinniges sein, würde es sich etwa im Fall von Liebeskummer nicht gegen den Liebeskummer entscheiden.
Wenn eine Liebe eine wirklich tiefe und innige ist, von beiden Seiten, dann wird ihr auch nichts so schnell gefährlich werden können (das ist das Einzige, worauf man wirklich vertrauen kann) und dann braucht es auch keiner Handykontrollen und anderer Vorsichtsmaßnahmen und vorbeugener Restriktionen. Das eine ist eben Liebe, die auf wahren Gefühlen beruht, das andere ein Besitzenwollen, das im Grunde auf gar nichts beruht bis auf den Eigensinn, den eigenen Ängsten, den eigenen emotionalen, oft übergriffigen Verkrampftheiten.
Ich jedenfalls sehe und verstehe eine Partnerin als Geliebte (im eigentlichen Sinn) und nicht als eine Gefangene, die ich immer enger und enger einzäunen muß. Nicht zuletzt, weil ich mit einer Gefangenen auch gar nichts anfangen könnte. Wenn eine Frau nicht deshalb mit mir zusammen ist bzw. zusammen bleibt, weil sie mich liebt, sondern weil ich sie in die Käfighaltung gezwungen habe, dann wäre ich mir selber in die Falle gegangen und müßte ihr Beimirsein auf ganz illusorische Weise als "Liebe" phantasieren. Und auf so etwas kann ich gerne verzichten.
@Sarina80
Danke! Aber den Hut lasse bitte auf!
Ganz richtig - man sollte auch immer darauf achten, was die eigenen Reaktionen über einen selber aussagen. Das wäre sinnvoller als alles andere.
Liebe Grüße