Zitat von HeavyDreamy: Ich würde mich zum ruhigen Menschen setzen, fragen, ob sie/er was trinken mag und bissl mit ihm/ihr quatschen, was sie/er so macht usw.
Das finde ich z.B. sehr nett und zugewandt. Nicht den anderen aburteilen oder als seltsam und nicht passend abtun, sondern sich ihm gezielt freundlich zuwenden und Interesse an ihm zeigen. Das ist ein sozialer Akt, der dem Zurückhaltenden Wertschätzung signalisiert und Vertrauen gibt. Und dann kann er vielleicht auch leichter "auftauen".
Ich war vor Jahre mit meinem Mann in einem Hotel. Jeder hatte beim Abendessen seinen Tisch. Mit fiel ein Mann mittleren Alters auf, der allein an seinem Tisch saß. Ob er sich damit wohl fühlte oder nicht, weiß ich nicht, aber es war klar, dass er allein reiste. Ich sah ihn auch öfters in der Sauna. Eines Abends, er lag im Liegestuhl neben ihm, sprach ich ihn an. Was, weiß ich nicht mehr, ich sagte einfach etwas, schon weil er nichts sagte. Er antwortete und mit der Zeit entstand ein Gespräch über Belanglosigkeiten, aber ich merkte, es tat ihm gut, dass ich ihn angesprochen hatte.
Ich erzählte ihm dann, dass wir - mein Mann und ich und ein Paar aus Schwaben, das wir dort kenengelernt hatten. - uns nach dem Eseen immer noch in die Gaststube setzen um uns zu unterhalten, vielleicht noch einen Wein zu trinken. Und wenn er Lust habe, dazu zu kommen, dann wisse er ja, wo er uns findet. Er sagte weder Ja noch Nein.
Und was passierte noch am selben Abend nach dem Abendessen? Er saß bereits an einem Tisch hinter einer Zeitung versteckt und harrte der Dinge, die da kommen würden. Sein Tisch war zu klein für 5 Personen, ich setzte mich an einen anderen und sagte, kommen Sie doch einfach zu uns rüber. Da haben wir genug Platz. So schnell konnte ich gar nicht schauen, wie er da war und er stellte sich als lustige, sympathischer und kluger Zeigenosse heraus, der gut rein passte und der sich auch wohl fühlte. Er saß solange die Gruppe bestand dann jeden Abend bei uns.
Ein kleiner Vorschag oder einen Menschen einfach mal anzusprechen, kann schon Wunder wirken. Schüchterne Menschen, die ja oft auch unter ihrer Schüchternheit leiden, sollte man eher unterstützen als abkanzeln.
Ich halte mal ein Buch mit dem Titel " Ich bin schüchern, na und?" in der Hand. Ich habe es nicht gelesen, dachte mir aber, das ist doch genau die richtige Einstellung.