Zitat von Alduin: Ich kann und habe auch immer gesagt, dass ich versuchen werde einen Betrug zu verzeihen, solange natürlich die Rahmenbedingungen stimmen.
Ja, das ist ja Deine Sache, macht ohnehin jeder seiner Natur gemäß.
Ich möchte halt in diesem Zusammenhang gar nicht erst in den Notstand geraten, etwas verzeihen zu müssen.
Vielleicht ist das manchen wirklich so undurchsichtig. Aber ich verzeihe ja auch nicht dem Leben (oder meinem Körper) nach einer Krankheit.
Zitat von Alduin: Das ist halt das Problem, wenn man die Beziehung öffnet: Man kann nicht wirklich wissen was passiert und wie der Andere reagiert.
Auch wenn man eine Beziehung nicht "öffnet", kann man nie wissen, was passiert.
Mich würde ja vielmehr interessieren, wie man sich das als unbedarfter Mensch vorstellen darf: Da sitzt man irgendwann nach dem Kennenlernen zusammen und beschließt dann einstimmig, die Beziehung zu schließen, nach Art einer Schnappfalle? Und damit ist der Deal besiegelt für alle Zeiten?
Zitat von Alduin: Als dann dir Frau sich in ihren Affärenpartner verliebt hat, hat der Mann auch darauf gesetzt, dass er ihr ja alle Freiheiten gegeben hat und sie ihn deswegen nie verlassen würde. Nach dem sie ihn eines besseren belehrt hat (dir Trennung war dann echt hässlich und vor allem öffentlich) kam für ihn eine 8 monatige Rotz-und-Wasserphase. Inzwischen ist er der eifersüchtigste Mensch denn ich kenne.
Ja, das kann passieren, sich in einen anderen zu verlieben. Mit offener oder geschlossener Beziehung hat das wenig bis nichts zu tun.
Und wenn Dein Bekannter dann eine Rotz- und Wasserphase durchlebt hat, dann wird er wohl noch in recht jungen Jahren dieses Experiment gewagt haben, ohne zu wissen, was er tut. Und ist er zudem dann auch noch eifersüchtig geworden, so ist der Schuss eben nach hinten losgegangen und hat ihn niedergestreckt.
Man sollte halt wissen, worauf man sich einlassen kann und worauf nicht, und zwar, ehe man sich darauf einlässt. Denn ansonsten kann man sich tatsächlich selber von der allzuhohen Leiter schießen.
Zitat von Alduin: EIn gutes Beispiel für ein "monogames" Happy End? Auf gar keinen Fall. Die Beziehung der Beiden ist sehr toxisch: Er versucht sie ständig zu kontrollieren, sie flirtet mit Anderen (und vielleicht auch mehr, aber das weiß ich nicht).
Das Problem: Beide sehen es einfach nicht ein, dass sie unterschiedliche Beziehungs-Mindsets haben. Er ist wohl eher monogam veranlagt, sie geht in die Richtung Polygamie.
Deswegen bestehe ich auf Ehrlichkeit: Das heißt auch nicht, dass ich glaube, dass für mich gilt "Einmal gesagt gilt für immer". Das sich Lebensmodelle ändern können ist mir klar. Aber auch darüber muss man reden.
Ja, eben, ein "monogames Happyend" sehe ich hier auch nicht, sondern vielmehr eine gegenseitige Nervenzerrüttung. Und was haben sie nun davon?
Mit der Ehrlichkeit werden sich indes beide schwertun. Denn was ist denn in diesem Fall diese Ehrlichkeit? Sagt sie, sie sei polygam? Sagt er, er sei monogam? Und wie erkennt man das überhaupt (Erkenntnis ist ja die Vorussetzung für eine Ehrlichkeit)?
Ich z. B. könnte absolut nicht sagen, ob ich monogam oder polygam bin. Ich kann nur sagen, dass ich noch nie fremdgegangen bin. Also kann ich nur mit Erfahrungswerten aufwarten, aber mit keinen letztgültigen Wahrheiten. Ganz einfach, weil ich mir gar nicht anmaße, die zu kennen.