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Kann ich ihm eine längere Affäre verzeihen ?

B
@AngelsWings
@Rheinländer hat Recht
Die Beratung beim Fachanwalt gibt Dir Antworten auf Fragen rund um die Trennung. Unabhängig wie Du Dich entscheidest ist dieses Wissen wertvoll. Im Falle der Ehe 2.0 kann es auch nützlich sein um sich außerhalb der Paarebene auch organisatorisch neu aufzustellen.

x 1 #241


A
Zitat von AngelsWings:
Ich weiß gerade ehrlich gesagt gar nicht genau, was ich mir von der Therapie erhoffe.

Schön, dass du es selbst ansprichst: DU willst eine Therapie machen um zu lernen mit dem Dreck, der dir vor die Füße geworfen wurde und vielleicht unverzeihlich für dich ist, umzugehen. Achtung, dass du dich nicht selbst zu etwas erziehst, was du nicht magst.

Vielleicht brauchst du ja einen Therapeuten um dir selbst klar zu werden, aber ich glaube, so ich dich hier lese, gelingt dir das mit Zeit, Ruhe und etwas Raum für dich schon allein.

x 1 #242


A


Kann ich ihm eine längere Affäre verzeihen ?

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M
Zitat von AngelsWings:
n Bildern im Kopf, der Trauer und der Wut,

Heißt, Du bist noch in der ersten Phase, die von wiederkehrenden Emotionen geprägt ist. Der Verstand ist immer noch im Hintergrund, weil die Panikgefühle samt der zugehörigen Hormone die Herrschaft übernommen haben.
Das wird irgendwann besser und Du kannst wieder halbwegs klare Gedanken fassen. Aber wann, kann dir keiner sagen.

Bei mir kam nach der Trennung erst die Heulphase, die nahtlos in eine Wutphase überging. Auf mich selbst und auf ihn, diesen Verräter, diese miese Ratte. Das Gute war, dass ich den Verräter nicht sah. Du aber schon und wie es da aussieht, kann ich nicht beurteilen.

Und erst dann kommt irgendwann eine Phase der Akzeptanz. Was geschehen ist, ist geschehen und lässt sich nicht umdeuten, aber die innere Panik lässt dann nach. Und ich glaube, erst wenn die Akzeptanz da ist, kann man irgendwann weitreichende Entscheidungen treffen und sieht klarer.

Ich denke, dass noch ein langer Weg vor dir liegt und auf diesen schweren Weg hat er dich geschickt. Manchmal erkennt man aber viel später doch, dass alles auch sein Gutes hatte. Entweder ihr könnt die Ehe wieder stabilisieren und kommt einander wieder näher oder eben nicht.
Und die Zeit muss er dir zugestehen. Lass einfach alles offen, du musst jetzt nichts entscheiden. Aber irgendwann wird dir schon klar sein, wo die Reise hin geht.

Zu den Bildern im Kopf. Die werden sich verstärken je mehr Informationen du aus ihm rausholen willst. Lass es besser sein, abgesehen davon, dass es ja auch immer wieder dasselbe Muster ist. Man trifft sich Freude strahlend und gepusht von der Vorfreude irgendwo, dann kommt verschwörerisches Kichern und dann folgt das Andere. Geht man noch essen unterhält man sich natürlich prächtig. In der Affäre gibt es ja meistens nur den Sonnenschein. Aber ein richtiges Kennenlernen im Alltag fällt natürlich flach, was wiederum die Idealisierung des AP länger auf einem hohen Level hält.

Und dann schaltet man wieder um und fährt in zu seiner Alltagsbeziehung, die in der Regel schwerer wiegt als die Affäre. Es ist immer dasselbe und daher eigentlich zum Gähnen, weil es so banal ist.
Und irgendwelche Einzelheiten verstärken - so denke ich - nur deine innere Panik. Man muss nicht alles wissen.

Ob ein Therapeut hilft, die Gefühle ein wenig zu ordnen, bleibt abzuwarten.Der kocht auch nur mit Wasser und wichtig ist antürlich auch die innere Bereitschaft des Patienten. Du wirst es sehen, ob es hilfreich ist.

x 3 #243


aequum
Zitat von BernhardQXY:
@AngelsWings @Rheinländer hat Recht Die Beratung beim Fachanwalt gibt Dir Antworten auf Fragen rund um die Trennung. Unabhängig wie Du Dich entscheidest ist dieses Wissen wertvoll. Im Falle der Ehe 2.0 kann es auch nützlich sein um sich außerhalb der Paarebene auch organisatorisch neu aufzustellen.

🎯 Dem kann ich zu 100% zustimmen.

x 1 #244


F
Wieso soll sie nicht zu einem Therapeuten gehen?
Sie wurde verletzt und leidet, kann kaum essen und trinken.
Sie könnte mit Hilfe Gedanken ordnen, Strategien lernen, Entspannungstechniken, Gesprächstechniken.

TE, lass Dir das das nicht ausreden. Es kann sehr sinnvoll sein, sich professionell unterstützen zu lassen.

#245


S
Ja aber es sind leider normale Schock Symptome die sie durchlebt. Kein Hunger, nicht klar denken, Schlafstörungen, man hat sogar im Bett ein puls von 180. Und man hat nur eins im Kopf, ist das Wirklichkeit oder nur ein böser Traum.
Hast du keine beste Freundin oder sonst jemanden mit dem du über alles reden kannst. Wenn möglich gehe das Wochenende weg.
Wie sieht es eigentlich mit Arbeit aus, gehst du arbeiten? Wer betreut wann die Kinder, können die mal zur Oma etc.
Ich bin damals planlos durch die Gegend gefahren ohne Ziel, war plötzlich in einer anderen Stadt 2std entfernt und wusste nicht mehr warum. Jeder Tag ist gleich, ein Gefühl der ohnmächtigkeit, als wenn jemand auf der Brust sitz.
Ich kenne das alles und habe mich durch gekämpft.

x 4 #246


S
Verstehe nicht, wieso hier jeder denkt, beurteilen zu müssen, ob die TE einen Therapeuten möchte oder braucht..

Liebe @AngelsWings

Du hast einen bösen Schock erlitten und grade bei Betrogenen kann das , und das ist längst vielfach nachgewiesen, Traumafolgen haben. Kann , muss nicht.

Aber auch ohne das, ist grad unheimlich viel über dich hereingebrochen und sich da professionell unterstützen zu lassen, kann natürlich hilfreich sein.

Und da geht es nicht darum, dass du für seinen Betrug passend wirst, sondern darum, dass Du bestmöglich heilen kannst, gute Entscheidungen treffen kannst, wieder stabil wirst oder bleibst.

Ob es direkt ein Therapeut sein muss ist die Frage, weil natürlich die Listen lang sind.

Im ersten Schritt würden Dir wahrscheinlich auch andere Berater ( HP psych., psych. Berater usw) helfen können , v.a. ganz anders als Freunde, oder die genannten Stellen wie Familienberatung. Wenn es irgendwie geht, das Geld in sich zu investieren, kann sich auf jeden Fall lohnen. Und v.a. solltest Du alles machen, was DIR gut tut und hilfreich erscheint.

x 3 #247


B
Zitat von Schusseline:
Verstehe nicht, wieso hier jeder denkt, beurteilen zu müssen, ob die TE einen Therapeuten möchte oder braucht..

Ich liebe Pauschalisierungen…

x 1 #248


M
Zitat von Felica2024:
Wieso soll sie nicht zu einem Therapeuten gehen?
Sie wurde verletzt und leidet, kann kaum essen und trinken.
Sie könnte mit Hilfe Gedanken ordnen, Strategien lernen, Entspannungstechniken, Gesprächstechniken.

Hat doch keiner gesagt, dass sie nicht gehen soll. Es kann ja auch hilfreich sein, aber der Hinweis, dass auch ein Therapeut die schwierige Situation aus der Welt schaffen kann, ist nicht umsonst. Ein Therapeut kann keine Entscheidungen treffen, aber er kann hilfreich bei der Bewältigung sein.
Aber zu glauben, ich gehe jetzt zum Therapeuten und nach 5 Sitzungen ist das Thema durch, wäre naiv und gutgläubig.

x 2 #249


AngelsWings
Das glaube ich auch nicht das dann alles wieder gut ist und das ein Therapeut mir die Entscheidung abnehmen kann schon mal gar nicht … Ich erhoffe mir aber Hilfe damit besser umgehen zu können den ich fühle mich schon sehr überfordert und zerrissen mit dem ganzen Thema

x 3 #250


A
Zitat von AngelsWings:
Ich erhoffe mir aber Hilfe damit besser umgehen zu können den ich fühle mich schon sehr überfordert und zerrissen mit dem ganzen Thema

Ich frage mal alle hier in diesem Thread: Was heißt hier in diesem Kontext: Besser umgehen?

Heißt das, das man stabil bleibt, heißt das, es zu verarbeiten ?

Überforderung und Zerrissenheit sind ja ganz normale, gesunde Gefühle oder nicht? Es sind deutliche Anzeiger, dass man Abstand nehmen bzw. auf sich achten sollte und das man noch keine Entscheidung fix treffen sollte.

Warum das negieren?

x 1 #251


Wollie
Zitat von Akelei76:
Heißt das, das man stabil bleibt, heißt das, es zu verarbeiten ?

definiere Verarbeiten ? Ich glaube, es geht TE darum, für sich klar zu bekommen, wie es für sie weitergehen kann. Dieser extreme Vertrauensbruch über ein Jahr mit Lug und Betrug hat im Grunde die komplette Ehe / Familie pulverisiert. Kann sowas überhaupt verarbeitet werden ? Oder wäre die logische Konsequenz die Trennung ?

x 2 #252


C
Zitat von AngelsWings:
@sadbutstrong Ich weiß gerade ehrlich gesagt gar nicht genau, was ich mir von der Therapie erhoffe. Mein Kopf ist so voll mit dem Verrat, den ...

Deine Gefühle sind alle völlig normal. Und es ist gut, mit jemandem zu reden, bei dem man kein schlechtes Gewissen haben muss, ihn zu sehr zu belasten, zu viel von sich und den eigenen Problemen zu reden ... das ist ja bei FreundInnen und Familie immer bis zu einem gewissen Grade der Fall.

Ob das jetzt eine "echte" Psychotherapie ist oder eine Lebensberatung bei einem Sozialpädagogen (m,w,d) der Caritas, ist meist relativ egal, so lange die Chemie zu der Person stimmt.

Mir hat das Wissen, dass diese Personen dafür bezahlt werden, dass sie sich meinen Seelenmüll anhören, dass sie das in ihrer Arbeitszeit tun und ich deswegen keinerlei schlechtes Gewissen haben muss, sehr geholfen.

x 1 #253


DiesDasAnanas
Zitat von AngelsWings:
Das glaube ich auch nicht das dann alles wieder gut ist und das ein Therapeut mir die Entscheidung abnehmen kann schon mal gar nicht

Ja, das ist eine treffende und nüchterne Einstellung.
Zitat von AngelsWings:
Ich erhoffe mir aber Hilfe damit besser umgehen zu können den ich fühle mich schon sehr überfordert und zerrissen mit dem ganzen Thema

Zitat von Akelei76:
Ich frage mal alle hier in diesem Thread: Was heißt hier in diesem Kontext: Besser umgehen?

Zum Teil das hier
Zitat von Akelei76:
Heißt das, das man stabil bleibt, heißt das, es zu verarbeiten ?

Das ist jetzt nur meine Sichtweise (in Anlehnung was die TE schon selbst geschrieben hat und aus Erfahrung aus meiner Therapie während einer Beziehungskrise):

Die TE fühlt sich zerrissen und mit der Situation überfordert, daher ist es durchaus sinnvoll sich professionellen externen Rat zu holen.

-Es geht darum so stabil wie möglich zu bleiben um nicht noch weiter zu zerbrechen oder in eine Depression zu rutschen.
-Es geht zum Beispiel auch darum körperliche Reaktionen/Symptome die durch die Situation entstehen z.B. Schlafstörungen, Essstörungen, Gedankenkarussell, Herzrasen, etc. im Blick zu haben. Tipps und Erklärungen dazu.
- Hilfestellung um das Ganze für sich einzuordnen und zu bewerten, auch im Hinblick auf den zukünftigen Weg
- Gespräche über die Beziehungsdynamik

Letztendlich ist eine Begleitung durch die verschiedenen Verarbeitungsphasen und jede Phase benötigt eben andere Dinge. Der Therapeut entscheidet nicht wo die Reise hingeht, aber er begleitet diesen Weg aufmerksam und gibt Hilfestellung.

Zitat von Akelei76:
Warum das negieren?

Ziel einer Therapie ist es nicht die negativen Gefühle oder Reaktionen zu negieren. Die Therapie begleitet einen durch die verschiedenen Phasen. Die negativen Gefühle haben durchaus ihre Berechtigung. Diese zu spüren ist Teil des Heilungsprozesses. Innerhalb einer Therapie kann gelernt werden diese Gefühle anzunehmen und auszuhalten ohne dabei völlig verschlungen zu werden... und je nach Phase dann eben auch loszulassen.
Zitat von Akelei76:
Überforderung und Zerrissenheit sind ja ganz normale, gesunde Gefühle oder nicht? Es sind deutliche Anzeiger, dass man Abstand nehmen bzw. auf sich achten sollte und das man noch keine Entscheidung fix treffen sollte.

Überforderung und Zerrissenheit in so einer Situation sind -wie du schon geschrieben hast- gesunde und normale Gefühle.
Auch das man Abstand nehmen, auf sich achten und keine fixen Entscheidungen treffen sollte stimmt.

Als Mensch der sich im akuten emotionalen Ausnahmezustand oder im Schock befindet kann das wahnsinnig schwer bzw. anstrangend sein. Da herrscht eben wirklich emotionale Not und das kann unter Umständen beunrihigende Ausmaße annehmen. Einen geschützten Raum zu haben um den Gefühlen und Gedanken freien Lauf zu lassen, kann eine hilfreiche Erleichterung und Entlastung sein. Zu wissen da ist ein Mensch, der mich im Blick hat und mir da durch hilft, ist in solchen Situationen auch viel Wert.

x 2 #254


A
Zitat von Wollie:
definiere Verarbeiten ? Ich glaube, es geht TE darum, für sich klar zu bekommen, wie es für sie weitergehen kann. Dieser extreme Vertrauensbruch über ein Jahr mit Lug und Betrug hat im Grunde die komplette Ehe / Familie pulverisiert. Kann sowas überhaupt verarbeitet werden ? Oder wäre die logische Konsequenz die Trennung ?

Die TE schreibt ja, sie wolle Hilfe um "damit besser umgehen zu können". Sie fühle sich "überfordert und zerrissen".

Das Wort verarbeiten stammt von mir.

Ich sage NICHT sie solle nicht zum Therapeuten, aber ich frage mich - völlig wertfrei, einfach nur aus Neugier - wie ein "besser umgehen" hier aussehen soll. Die Gefühle die sie beschreibt (Überforderung und Zerrissenheit) halte ich für sehr wichtig und sie sollten durchlebt werden.

Was @caecillia da schreibt finde ich eben ganz passend.

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A


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